15. März … das hätte ich nicht von dir gedacht!

Stille muss manchmal auch laut sein – und das war sie letzte Nacht definitiv! Laut und mit gewaltigen Startschwierigkeiten. Nach einer Stunde lief das Spiel endlich flüssig und fing wirklich an, Spaß zu machen. Sehr weit bin ich noch nicht gekommen, immerhin aber noch kein einziges mal gestorben….

Und genau deswegen zocke ich gelegentlich. Man erlebt diese kleinen Erfolge, über die man sich freut. Wenn man gezwungenermaßen jahrelang mehr oder weniger Stillstand durchlebt, dann ist es Balsam für die Seele, wenigstens in einem Game Fortschritte zu machen, Erfolge zu haben, gut zu sein. Kleiner Betrug am Ego, der aber was bewirkt. 😉

Jetzt erst mal Kaffeepause, Kinder wecken, Frühstücken, klar Schiff machen und dann die Kids in die Schule. Danach werd ich mich zurück in den Dienst melden und noch etwas weiterzocken. Und wenn ich euch einen kleinen Rat geben darf; belohnt von Zeit zu Zeit eure Seele. Erlaubt euch einfach mal, etwas vorübergehend zu einem kleinen, wichtigen Mittelpunkt eures Lebens zu machen und lebt es aus. Wir können nicht immer nur funktionieren; manchmal müssen wir auch mal komplett gegen die Norm sein. „So kenn ich dich gar nicht“ kann manchmal auch das schönste Kompliment sein…

 

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14. März … Serverstart in 3… 2… 1…

Stille. Ganz viel Stille. Mein ohnehin beschränkter Kontakt zur Außenwelt ist nahezu abgestellt. Ich antworte höchstens noch, frage nicht mehr. Zur Zeit widme ich mich dem Sägen ( ja genau, damit habe ich angefangen und irgendwann gibt es hier mehr dazu) und genieße die Stille.

Nun warte ich ja seit Dezember auf den 15. März; endlich kommt die Fortsetzung von dem Game raus, welches ich auf xBox gespielt habe. Und jetzt frage ich mich; passt es in meine Stille, Washington vor dem absoluten Kollaps zu retten – zur Not – oder besser gesagt nur – mit Gewalt? Im ersten Moment schien mir klar zu sein; der Spielstart wird ohne mich losgehen. Doch dann kam diese leise Vorfreude wieder auf und nach den letzten Wochen, die irgendwie nicht so ganz liefen, wie es gut gewesen wäre, wird es mir durchaus gut tun. Manchmal sollte man einfach nur das machen, was einem Spaß macht, ganz ohne Sinn. Also, Washington, ich komme! Virtuell natürlich aber ich werde mich heute Nacht bei Serverstart zum Dienst melden. Allein, ohne Kumpels am Start, dafür mit Stille. Ein wenig wie in guten, alten Zeiten, absoluter Einzelkämpfer. Wird hart bei dem Spiel, aber machbar und ich freu mich drauf!

Ich muss ohnehin ein paar Dinge für mich rausfinden, da schadet es nicht, meinen Geist mal wieder in Kämpferlaune zu versetzen. Wisst ihr, worauf ich in letzter Zeit manchmal ein wenig hoffe? Einem Kämpfer zu begegnen; einem, der weiß, dass kämpfen allein nichts bringt, aber den Willen und das Herz mitbringt, standzuhalten. Dem Leben standzuhalten, dem täglichen Wahnsinn, dem Chaos Erde. Ohne Tränen im Gesicht, dafür mit diesem Glitzern in den Augen und Mut im Herzen. Dem man das Brüllen allein schon ansehen kann, dass er von sich geben wird, wenn er in den Kampf stürmt. Gibt es sowas überhaupt noch? Hab schon lange keinen mehr gesehen und wird in nächster Zeit wohl auch schwierig, einem in der Stille zu begegnen. Höchstens in Washington, für den Moment, in einem Spiel…

Mögen die Spiele beginnen!

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13. März … sei dir selbst ein Freund!

Warum fällt es Menschen immer wieder leichter, etwas für andere zu tun, was sie für sich selbst nicht hinbekommen? Ich stelle die Frage immer wieder gern: „Wer von den Menschen in deinem Leben gehört zu deinen engsten Freunden?“ Ein einziges mal habe ich bisher eine Antwort bekommen, in der sich der Gefragte selbst genannt hat. Ein einziges mal! Der Weg zu uns selbst beginnt damit, dass wir uns selbst so annehmen, wie wir sind. Mit all unseren Fehlern unseren eigenen Wert erkennen, uns umarmen und dann loslassen, was wir nicht mehr brauchen. Um uns das zu ermöglichen, was uns wichtig ist. Die Veränderung in uns selbst beginnt dann von ganz allein. Egal ob Verhaltensweise, schlechte Angewohnheiten oder unser gesamtes Denken. Solange wir aber immer nur nach anderen sehen – ob sie es besser haben als wir oder ob wir ihnen helfen können, gar müssen – vergessen wir, auf uns selbst zu schauen.

Es ist kein Egoismus, auf sich selbst zu schauen. Viel mehr ist es das Verständnis, dass unser Wesen – die Seele – hier auf Erden SEIN kann, weil wir in einen Körper geboren wurden. Ein Körper mit beschränkter Lebensdauer, der gepflegt und erhalten werden sollte. Allein das ist schon unsere Fürsorgepflicht an uns selbst. Wenn wir das im Griff haben, sollten wir unseren Geist erhalten, der in diesem Körper wohnt. Und erst dann können wir ins Außen gehen, um zu helfen. Für andere da zu sein. Und nein, ich nenne das immer noch keinen Egoismus, zuerst auf sich selbst zu schauen, für Stabilität zu sorgen, bevor man für andere da sein will. Es ist reine Wertschätzung an uns selbst, an unser Leben, unser SEIN, wenn wir uns selbst zu unseren besten Freunden zählen. Lebt nicht für andere, wartet nicht auf Menschen, die es WERT sind, es für sie zu tun. Findet eure Selbstliebe, um es allein für euch selbst tun zu können!

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12. März … Rückzug in die Stille…

Kennt ihr das? Manchmal ist man einfach nur leer. Man weiß, irgendwas läuft nicht rund, ist nicht wie es sein sollte, tut uns nicht gut. Definieren können wir es aber nicht. Wie also stopft man ein offensichtlich vorhandenes Loch, wenn man keine Ahnung hat, wo es sich befindet? Ihr könnt es euch vorstellen? Prima, genau so geht es mir grade. Irgendwas ist nicht im Gleichgewicht und ich weiß nicht, was…

Gut, die Arbeit wird immer weniger; ich weiß es nicht, warum immer mehr Personal eingestellt wird, obwohl die Arbeit hinten und vorne nicht reicht für alle. Aber gut; hab ich mehr Zeit für mein neues Vorhaben. Ich mach Fortschritte, bin nicht ganz talentfrei wie es scheint und finde Gefallen daran. Im Moment arbeite ich außerdem an zwei meiner kleinen, persönlichen Baustellen; die mach ich beide noch dieses Jahr zu, da bin ich mir sicher!

Was also löst in mir das Gefühl aus, dass irgendwas nicht da ist, wo es hingehört? Vielleicht ist es an der Zeit, mal wieder in die Stille zu gehen. Einigeln, zurückziehen; passt doch irgendwie auch optimal in die Jahreszeit, kann ich wunderbar mit dem Frühling wieder aufwachen. Also entweder wird es hier jetzt ein wenig ruhiger mit meinen Beiträgen oder – wie bei meinem letzten Rückzug in die Stille – es sprudelt wieder aus mir raus, wie aus einer frisch gebohrten Quelle. wir werden sehen. Es wird ohnehin passieren, was passieren muss… 😉

 

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11. März … please don´t follow!

„Du kannst sie nicht alle retten“; ihr glaubt gar nicht, wie oft mir dieser Satz in letzter Zeit durch den Kopf geht. Und ja, mir ist klar, dass ich keinen einzigen retten werde; retten muss sich jeder selbst! Ich kann nur zuhören, da sein, verstehen. Oder schweigen; die wenigsten reden über ihre Abgründe. Das meiste muss man sich da denken, sobald man um die Problematik einer Person weiß.

Manche Menschen richten sich selbst, indem sie Tag für Tag falsch denken. Sich mit Erinnerungen quälen, ihr eigenes Herz foltern und ihrem Verstand nur jeden Tag aufs Neue sagen, was ihnen fehlt. Den Mangel leben – einer der größten Fehler der Menschheit…

Sucht – die rechte Hand des Teufels sagt man. Kaum etwas macht so machtlos, wie einem Suchtkranken zusehen zu müssen. Bei was? Beim Sterben in Raten? Bei der Wanderung im finsteren Tal, stetig und ständig bergab? Manchmal bin ich egoistisch genug und frage mich; wen verletzt das grade mehr – den Süchtigen oder mich? Mich, den Zuschauer, der am Spielfeldrand steht und einem Match zusieht, welches der Spieler wohl kaum gewinnen wird. Ich kassier da grad täglich meine Watsche. Ein Mensch, der mir wichtig ist, kommt einfach nicht gegen den Alkohol an. Manchmal macht er einen kleinen Schritt auf mich zu, dann kann ich seine wunderschöne Seele sehen. Doch sobald er mitbekommt, auf was er den Blick freigegeben hat, macht er zwei Schritte weg von mir und schweigt. Schweigt so lange, bis ich die Farbe seiner Seele vergessen hab, erst dann ist er wieder bereit, mit mir zu reden. Manchmal möchte man die Welt anbrüllen, sie fragen, was los ist, was sie den Menschen antut, die einem wichtig sind. Ich weiß, laut werden bringt nichts, aber Schweigen führt in diesem Fall zur Ohnmacht. Warum kann man nicht jeden retten?

Alles, was ich beitragen kann, ist ein Freund sein. Immer, auch wenn es mal weh tut. Auch wenn man manchmal die Augen kurz schließt und die Luft anhält, wenn die nächste Watsche kommt; eine, die besonders hart trifft. Wir sollten sie nicht alleine lassen, die Menschen, die durch ihre eigene Hölle gehen. So lange es uns möglich ist, sollten wir sie nicht alleine lassen… Please don´t follow! …  nur folgen dürfen wir ihnen nicht!

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10. März … wenn man sich selbst enttäuscht…

Das einfachste im Leben ist es, keine Erwartungen zu haben, dann wird man auch nicht enttäuscht. Wenn man nicht darauf wartet, dass andere etwas bestimmtes tun, dann wird es auch nicht passieren, dass sie es nicht erfüllen. Wir werden nicht enttäuscht, indem andere nicht das tun, was wir wollen. Wir werden enttäuscht, indem wir Erwartungen an andere haben, die für uns nicht verantwortlich sind.

Manchmal stellen wir uns einfach vor, wie andere handeln müssten, sich verhalten sollten, damit es uns gut geht. Geschieht das nicht, geben wir ihnen die Schuld an unserem Wohlbefinden. Es geht uns schlecht – weil andere sich nicht so verhalten haben, wie wir es gern gehabt hätten. Weil andere sich nicht so verhalten haben, wie wir es gern gehabt hätten? Finde den Fehler! Wir übersehen in dem Moment den entscheidenden Punkt; nicht der andere ist aus seiner Verantwortung gegangen – denn er hatte nie eine für uns. Wir haben lediglich durch unsere eigenen Vorstellungen die Verantwortung an jemand anderen übertragen und warten darauf, dass er sie erfüllt. Macht er das nicht, ist er schuld. Schuld an unserem Versagen, an unserer Situation, an unserem Leid, welches wir uns selbst zugefügt haben.

Wenn wir nur erkennen, lernen und es leben, dass niemand außer wir selbst für uns verantwortlich ist, wird uns keine Enttäuschung mehr widerfahren. Und das ist sogar wesentlich einfacher, als von anderen zu erwarten, dass sie uns zufrieden stellen. Enttäuscht wird man letztendlich nur von sich selbst….

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9. März … auf das Leben!

So, altes Mädchen, heute trink ich einen auf dich! Auf deine Sturheit und darauf, dass du dich selbst tatsächlich 40 Jahre überlebt hast. Auf deinen Humor, der manchmal tiefschwarz und bitter ist, dir aber nie abhanden kam. Auf deinen Mut, der dich nie verlassen hat und auf deine versengten Flügel; versengt aber nie verbrannt!

Auf diesen Funken Leben in dir, Liebe, Selbstachtung; den letzten Funken hast du immer bewahrt. Um weitermachen zu können, irgendwann, hast du immer gesagt. Selbst in der Zeit, in der du sterben wolltest. Auf deine schönsten Momente im Leben und darauf, dass du sie nie vergisst; vergoldet hast du sie in deinem Herzen! Auf deinen unbändigen Mut, der dich am Leben hielt und auf deine Stärke; möge sie nie vergehen…

Auf jede deiner Macken, die dich ausmacht und darauf, dass du nie aufhörst, an dich zu glauben. Und auf deine Sturheit, mit der du durch so manche Wand gerannt bist, egal was es dich gekostet hat. Auf deine Dunkelheit, die dich umarmt und deine Finsternis, die dich umgibt. Und deinen Stolz, der dich vor manchem Abgrund bewahrt hat.

Auf die nächsten 40 Jahre; wenn unser alter Freund, der Kadaver, das mitmacht – ich bin dabei! Auf das Leben und auf euch, die ihr mich hier begleitet; danke für eure Treue, für jedes liebe Wort, für eure Kritik, für euer SEIN!

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