14. April … verschwende deine Zeit, nicht meine…

Wenn einem Andere lange genug von Leid und Schmerz erzählen, dann glaubt man irgendwann, seinen eigenen Schmerz wieder spüren zu können – so geht es mir zumindest. Um da gar nicht groß drüber nachdenken zu wollen, hab ich ganz unüberlegt und spontan wohl das einzig richtige gemacht; ich habe genau den Menschen aus meinem Leben radiert, vor dessen Verlust ich mich eigentlich fast ein wenig gefürchtet habe. In wenigen Minuten hab ich ihn aus meinem Leben gelöscht, als hätte es ihn nie gegeben. Als es vorbei war, lauschte ich gespannt in die Stille. Reaktion? Schmerz? Gar Reue? Nö, es blieb still. Sehr still. Ich konnte meinen eigenen Atem hören, mehr nicht; und genau das ist das Ziel! Wir können uns selbst wieder besser hören, wenn es still wird…

Umso weiter man zu sich selbst findet, um so mehr entfernt man sich tatsächlich von manchen Menschen. Was immer funktioniert und gepasst hat, passt dann irgendwann nicht mehr und ich persönlich finde, solche Freundschaften – egal wie tief und schön sie mal waren – machen dann einfach keinen Sinn mehr. Klar gibt es Menschen, die man nie verlieren möchte, aber wenn die Zeit und vielleicht auch ein Stück weit die Entwicklung jedes Einzelnen da für jeden einen anderen Weg vorsieht, dann ist es an der Zeit, zu gehen.

Jetzt bin ich dann wirklich Vorzeige – Einzelgänger; viele Menschen, die in meinem Leben eine Rolle spielen, sind nicht mehr übrig. Und umso weniger es werden, umso richtiger fühlt es sich an. Man verschwendet ohnehin manchmal zu viel Zeit für die falschen Dinge oder auch auch an die falschen Menschen. Letztendlich muss das jeder selber wissen, was er mit seiner Zeit anfängt…

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13. April … jetzt gehts aufwärts…

Es wird langsam Zeit, diesen Abgrund wieder zu verlassen. Ich kann spüren, wie die Leere nach mir greift und das ist gar nicht gut. Es ist das eine, wenn niemand mehr dazu in der Lage ist, einen zu verletzen. Es ist was anderes, wenn einem langsam alles egal wird. In letzter Zeit bin ich nur noch von Energieräubern umgeben; zwar weiß ich mich da sehr gut zu schützen, auf Dauer ist das aber anstrengend. Und meine Position ist grade nicht die beste, da unten in meinem Loch…

Es ist auch langsam an der Zeit, mein Umfeld mal wieder auszusortieren; es gibt Menschen, die einem nicht gut tun. Sie nehmen, ohne zu geben; melden sich nur, wenn sie was wollen oder brauchen oder sie vertreiben sich ihre Langeweile, manchmal Einsamkeit dadurch, dass sie mit einem in Kontakt bleiben. Wozu, frag ich mich da. Es ist egoistisches Verhalten, klar, aber was mich noch viel mehr stört; ich möchte nicht Teil davon sein, wenn sich Menschen selbst betrügen. Das dürfen sie gerne alleine machen…

Also, raus aus dem Loch ist jetzt angesagt. Und wenn ich oben ankomm, werd ich mich hoffentlich von ein paar Bekanntschaften getrennt haben. Frühjahrsputz sollte man ruhig auch mal weiter ausdehnen als nur auf die Wohnung. Und ohne Ballast geht es auch wesentlich besser bergauf… 😉

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12. April … sei du selbst, falls du weißt, wer du bist…

Was ist nur mit den Menschen los? Ist es heute tatsächlich schon zuviel verlangt, dass jemand weiß, wer er selbst ist? Da verliebt sich jemand und ein paar Tage später heißt es von der selben Person, sie wisse gar nicht mehr, was Liebe sei… Da sucht jemand einen Job seit Ewigkeiten, um finanziell mal wieder auf einen grünen Zweig zu kommen, ist aber nicht bereit dafür, ein paar Meter zu Fuß zu gehen, um endlich arbeiten zu können… Manche wollen immer nur die Wahrheit hören, nehmen es aber selber nicht immer so genau damit und manch einer verträgt dann die Wahrheit doch nicht ganz so gut… Wie viele Menschen sehnen sich nach Liebe, hassen sich selbst aber so sehr? Das ist, als würde man sagen „Ich mag es gern hell!“ und knipst dabei das Licht aus…

Ist es wirklich so schwer, einfach zu sagen, was man wirklich denkt, fühlt, meint? Und warum überfordert es so viele Menschen, wenn man genau so mit ihnen spricht? Egal, ob man einem Menschen einfach nur sagt, dass man ihn mag oder aber, er solle sich nicht so anstellen; kaum einer kommt damit klar. Was wollen die denn hören? „Ja, ich find dich genauso doof wie du dich selber findest!“ oder „Jo, komm her, ich grab dir das Loch, da kannst deinen Kopf noch besser in den Sand stecken!“?

Ok, zu wissen, wer man selbst ist, setzt die lange Reise zu sich selbst voraus. Hat vielleicht nicht jeder schon hinter sich, mag sein. Aber erst denken und dann reden, das wäre mal ein Anfang, oder? Am einfachsten wäre es ja, man bildet sich eine eigene Meinung und bleibt bei der Wahrheit, dann muss man sich nicht mal merken, was man gesagt hat; man weiß es! Authentische Menschen  sterben wohl aus, werden immer seltener. Dabei sollte das eigentlich eines unserer höchsten Ziele sein; einfach wir selbst sein, immer. Aber selbst das ist schwierig, wenn man nicht weiß, wer man ist…

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11. April … tausche Therapeuten gegen Pferd!

„Denken Sie darüber nach, was für Ihren Sohn das Beste ist!“ – mit diesen Worten hat der Therapeut meines Sohnes gestern unser Gespräch beendet. Seit Juli letzten Jahres geht mein Sohn jeden Mittwoch zu diesem Therapeuten, außer wenn er mit seinem Hort zum Reiten fährt; dann geht er reiten. War von vornherein so vereinbart. Warum denn mein Sohn unbedingt zum Reiten gehen muss, wollte er heute von mir wissen. Und zum wiederholten male erklärte ich es ihm…

Mein Sohn hat Null Empathie, für nichts, für niemanden. Feingefühl ist für ihn ein Fremdwort und oft weiß er einfach nicht, wohin mit seiner ganzen Kraft und seinem Temperament. Einzig beim Reiten erlebe ich ihn immer wieder tiefenentspannt, ganz vorsichtig, zaghaft, ja schon fast liebevoll. Es kostet ihn unwahrscheinlich viel Kraft und Konzentration aber er schafft es immer wieder, sich eine Stunde lang zusammenzureißen, behutsam zu bleiben, leise zu sein. Und dabei strahlt er über sein ganzes, hübsches Gesicht und seine Augen leuchten wunderschön!

Und jetzt möchte der Therapeut also eine Entscheidung von mir; mein Sohn soll jeden Mittwoch in seine Therapiestunde kommen und auf das Reiten verzichten. Und stellt mir gleichzeitig die Frage, was wichtiger für meinen Sohn ist? Nun, seit fast 9 Monaten leiste ich Überzeugungsarbeit, damit mein Sohn brav zum Therapeuten geht, jedes mal ein kleiner Kampf. Und bisher hat es uns keinen einzigen Meter vorangebracht. Aber dieses Leuchten in den Augen meines Kindes, wenn er ein Pferd ansieht und ehrfürchtig anfasst, das sind kostbare, magische Momente. Warum also genau soll ich jetzt darüber nachdenken, was besser für meinen Sohn ist? Ich denke, es ist nicht nur an der Zeit, Prioritäten zu setzen, sondern auch, um sich nach einem neuen Therapeuten für meinen Sohn umzusehen…

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10. April … vom Verstehen ins Vertrauen…

„Der längste Weg, den wir im Leben gehen, ist der Weg von unserem Verstand zu unserem Herzen. Unser Herz möchte vergeben aber unser Ego will Rechenschaft…“ Unbekannt. Wurde mir gestern als Tageskarte gezogen von einem lieben Menschen.

Genau das habe ich gelernt; der Weg zu uns selbst ist der zu unserem Herzen. Wenn wir aufhören, jeden Meter Weg, den wir gegangen sind, gehen oder gehen wollen zu studieren. Wenn wir nicht mehr ständig darüber nachdenken, was werden soll, warum etwas war wie es nun mal war, dann haben wir gelernt, einfach nur zu sein. Hier, in der Gegenwart. Und dann legen wir unser Vertrauen in unser Herz und folgen ihm. Mehr nicht, aber eben auch nicht weniger! Letztendlich geht man weg vom Verstand – verstehen, alles im Leben verstehen wollen – und geht zurück ins Vertrauen. Es wird uns nie im Leben weiter bringen, wenn wir etwas verstehen; die Dinge geschehen und entscheidend ist dabei nur, wie wir dann damit umgehen. Vielleicht können wir etwas leichter verarbeiten, wenn wir es verstehen, aber sonst wird es uns kaum weiterhelfen…

Also zurück zu unseren Wurzeln. Wir werden nicht geboren, um zu verstehen, dass wir essen müssen, trinken, atmen. Wir werden geboren und bekommen das Urvertrauen mit auf den Weg; das Vertrauen darin, dass sich jemand um uns kümmern wird, bis wir alt genug sind, das Leben selbst zu begreifen und bewältigen zu können. Und genau dieses Vertrauen in uns selbst und allem, was uns umgibt, verlernen wir im Leben mit jedem Schritt, den wir irgendwann selber laufen. Dabei ist genau das die Verbindung zu unserem Herzen und was uns überhaupt niemand verrät; es kennt den Weg, der für uns bestimmt ist in diesem Leben…

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9. April … Feuer frei!

Wisst ihr, was ich gar nicht mag? Menschen, die schweigen. die alles schlucken, was sie zu hören bekommen, sich nie dazu äußern und es einfach nur hinnehmen. Solche Menschen provozieren es ja förmlich herauf, dass man irgendwann mal ratlos aber leicht fordernd wissen will, was das Gegenüber denkt. Und dann bricht es raus; ein gewaltiges Donnerwetter. wie eine riesen Staumauer, welche auf einen Schlag auseinander bricht und tosend rauschen plötzlich Unmengen Wasser auf einen zu. Oder Worte, wenn man es genau nimmt. sie prasseln auf einen ein, in kleinen Salven und sie treffen. Ratttatatatta… ratttatatata… rattttatatata… Eine Spitze nach der anderen, wie eine Ohrfeige ins Gesicht – a Watschn, wie man bei uns in Bayern sagt – und oft auch wie ein Speer mitten ins Herz. Und dann fallen Sätze wie „… das wollt ich dir schon immer mal sagen…“ oder „… das hat mich von Anfang an gestört!“…

Da frag ich mich doch; warum um alles in der Welt hat derjenige es dann nicht längst gesagt? Ich meine, da wird man verbal zusammengefalten und das Gegenüber fühlt sich großartig ehrlich – nachdem es einem wochenlang, monatelang, jahrelang was vorgemacht hat? Ernsthaft?  Ganz ehrlich; da mach ich mir lieber von vornherein Feinde und sage weiterhin direkt, was ich denke. Immer und unter Freunden ganz besonders. Und das schlechteste Argument, was jemand liefern kann, der sich nach langem Schweigen explosionsartig entlädt, ist – ich wollt dir nicht weh tun! Ja ne, ist klar; deswegen hast du deine ganze Munition gesammelt, richtig fiese Spezialmunition draus gebastelt und schießt jetzt auf mich. Weil du mir ganz sicher nie weh tun wolltest…

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8. April … keine Sorge, das musst du nicht verstehen…

… und wenn ich falle, dann steh ich wieder auf. Selbst wenn ich fallen gelassen werde; Aufstehen, Staub abklopfen, weitermachen. Im schlimmsten Fall war es eine Erfahrung; im besten Fall war sie geplant…

Fehler machen ist nicht das Problem. Irrtum eingestehen sicher auch nicht. Und schon gar nicht war etwas verkehrt, wenn wir es doch so sehr gewollt haben. Falsch wäre am Ende nur gewesen, es nie versucht zu haben. Ich hab in meinem Leben noch nie bereut und selbst das wurde mir schon patzig vorgeworfen; du wirst damit klar kommen, du bereust doch sowieso nichts… Das heißt nicht, dass mir manches nicht irgendwann mal leid tut, zu Herzen geht, im nachhinein als falsch vorkommt. Sondern allein nur, dass ich einfach nur nie bereut habe, irgendwas getan zu haben. Wozu auch; selbst wenn ich bereuen würde, ändern könnte ich es auch dann nicht mehr…

Das ist ohnehin eine der wichtigsten Fragen, wenn es darum geht, woran wir unsere Energie verbrauchen. Kann ich es ändern? Denn wenn ich etwas nicht ändern kann, dann sollte ich meine Energie erst gar nicht daran verschwenden und mich nicht damit beschäftigen. Was nicht nur Energie spart, sondern oft auch eine Menge Kummer. Und manche Dinge muss man nur für sich selbst verstehen; die kann man niemandem erklären. Und einfach mal auf die Frage „Warum machst du sowas?“ lächelnd antworten; warum nicht? 😉

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