18. Januar … wenn man nicht aufgeben mag…

Hoffnung. Das, was oft am Ende noch bleibt. Was uns weitermachen lässt, aufrecht hält, den Glauben bewahrt. Und oft wird uns gesagt: „Verlier sie nicht, die Hoffnung!“

Aber was, wenn wir sie nicht verlieren können? Wenn wir sie einfach nicht aufgeben können, obwohl wir längst verloren haben und aussichtslos, unbewaffnet noch immer auf dem Schlachtfeld stehen?Vielleicht, weil sie alles ist, was uns blieb von dem, worum wir so sehr gekämpft haben. Vielleicht aber auch, weil wir das einfach nicht können, aufgeben. Habt ihr das schon mal erlebt? Dass euer Verstand weiß und euch immer wieder sagt, wie sinnlos es ist, die Hoffnung weiter zu bewahren? Aber euer Herz hat sich an sie geklammert und sich geweigert, sie gehen zu lassen? Wenn der Verstand schon anfängt zu schreien „Stirb, du blöde Hoffnung, stirb!“ Und das Herz sie nur noch fester umklammert, beschützt und ruft: „Nein, niemals geb ich die Hoffnung auf!“

Sie sind halt nicht immer einer Meinung, unser Verstand und unser Herz. Aber manchmal muss man sein Herz behutsam in den Arm nehmen und ihm klar machen, dass selbst die Hoffnung manchmal keinen Sinn mehr macht. Denn wenn es weh tun wird, irgendwann, wird es das Herz treffen…

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17. Januar … Seelenschmerz, der manchmal im Herzen weh tut…

„Wenn du in jedem lebendigen Wesen die Seele erkennst, siehst du wahrhaftig. Wenn du im Herzen eines jeden sterblichen Wesens Unsterblichkeit siehst, siehst du wahrhaftig.“ Aus der Bhagawad Gita

Unzählige Diskussionen habe ich schon geführt zu der Frage; was ist die Seele? Letztendlich ist das aber egal, viel wichtiger ist zu verstehen, dass jeder eine Seele hat. Und wer das verstanden hat weiß auch, dass es der unsterbliche Teil in uns ist. Der Teil, den wir mitnehmen, von Leben zu leben, über die Sterblichkeit hinaus. Und wer seine Seele in seinem Herzen erkennt, der wird sich erinnern. An jeden einzelnen Tag seiner Seele, egal durch wie viele Leben. Und manchmal begegnen wir Menschen, deren Seele wir sehen können, als wäre es unsere eigene. Wenn wir uns erinnern, dass wir diesen Menschen einst schon mal begegnet sind, in längst vergangener Zeit. Wir müssen uns nur erinnern! Seelenfreunde, mit denen wir durch die Zeiten gewandert sind. Manch einem haben wir das Versprechen gegeben, sie wieder zu sehen. Und dann stehen sie vor einem, mit ihrer ganz eigenen Magie und es ist, als wäre kein Tag vergangen ohne sie. Als hätten nicht Jahrzehnte, Jahrhunderte dazwischen gelegen sondern als wäre es gestern gewesen. Und manchmal gehen diese ganz besonderen Menschen, an die sich unsere Seele erinnert, an uns vorüber und sind wieder fort. Was im ersten Moment zutiefst schmerzt, weiß man doch um ihre Besonderheit. Aber unsere Seele wird sagen: „Wir sehen uns wieder, im nächsten Leben!“ und unser Herz wird leise seufzen: „Dann ist ja gut…“

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16. Januar … in der Wahrheit findet man Demut…

Wisst ihr, was mich immer wieder sehr erdet? Demut! Wir sollten nie verlernen, zu hören, wenn sie uns etwas sagen will.

Gestern war ich auf Arbeit und nahm einen Anruf entgegen. Am Telefon war eine sehr junge Frau, welche mich fragte, ob wir einen Job zu vergeben haben. Ich tat das übliche, wie bei jedem Bewerber; ich bat sie, uns ihre Bewerbungsunterlagen zukommen zu lassen. Da fing sie an, zu erzählen. Wie alt sie ist, dass sie in einer Behinderteneinrichtung lebt (sie nannte den Namen der Einrichtung und ich kenne diese durch meinen Sohn) und dass sie sich wirklich sehr viel Mühe bei der Bewerbung geben würde. Sie klang etwas verzweifelt, fast schon flehend und erzählte mir ein paar Details über sich. Ich stand nur da, in unserer kleinen Vorbereitungsküche auf Arbeit und lauschte fast schon fasziniert. Das Mädchen lebt in der Behinderteneinrichtung, welche ich mir für meinen Sohn schon einmal angeschaut habe. Wenn er in ein paar Jahren mit der Schule fertig sein wird, dann wird er auch irgendwann betreut wohnen. Wir haben es uns zusammen angesehen und darüber gesprochen, mein Sohn und ich. Und als mich das Mädchen gestern auf Arbeit anrief, hatte ich im Geist meinen Sohn vor mir stehen. So würde er mal sein. Seine Kindheitsträume von Bagger, Pool, Haus und Pferd würden in der Realität platzen. Sie werden an der einfachen Tatsache scheitern, dass er wohl nie eine Berufsausbildung machen wird, sondern in irgendeinem simplen Job angelernt wird. Als mir bewusst wurde, dass er vielleicht nie selbstständig ein Bewerbungsgespräch führen wird, wurde mir klar, dass mir zwar all die Dinge, die die Zukunft von meinem Großen betreffen, ziemlich realistisch bekannt sind, ich sie aber noch lange nicht begriffen habe. Nachdem ich das Gespräch mit der Anruferin beendet hatte, entschuldigte ich mich im Geiste bei meinem Sohn, dass ich ihm kein normales Leben schenken konnte…

Ich sehe und erlebe meinen Sohn als sehr zufriedenen, oft glücklichen kleinen Kerl und denke mir oft, dass er gar nicht begreift, wie anders er ist. Ihm geht es da drin, in seiner kleinen Welt, wohl weitaus besser, als vielen von uns in der „Normalität“. Und ich denke, wir machen uns viel zu selten klar, wie viel Glück eigentlich ein gesunder Mensch hat und wie viele Chancen mehr. Chancen, die wir oft einfach verstreichen lassen, ohne je einen Gedanken daran zu verschwenden, dass nicht eine davon selbstverständlich ist…

Lasst es uns mehr schätzen, dass die meisten von uns gesund sind und ein eigenständiges Leben führen können. Letztendlich hatten wir in einem entscheidendem Moment einfach nur Glück. Aber manchmal vergessen wir das…

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15. Januar … auf in den Kampf!

Da wird man mitten in der Nacht wach, schlurft aufs Klo und was sieht man da? Es hat geschneit! Mindestens 3 bis 5 Zentimeter. Im ersten Moment erwartet man ja inzwischen, dass die Tür aufgeht, das SEK reinstürmt und den ganzen Bereich erst mal sichert. Kurz darauf erfolgt die Info über das Landratsamt, dass sämtliche Schulen und öffentlichen Einrichtungen bis auf weiteres geschlossen bleiben… *Ironie off*

Ich hoffe natürlich, unser Landkreis kommt mit dieser äußerst seltenen Naturerscheinung heute mal klar und das Leben kann wie gewohnt weiter gehen. Heute steht arbeiten auf dem Programm und genau dem Problem muss ich mich stellen; trotz diverser Veränderung mit meiner Arbeit klar kommen. Für den Notfall hab ich zwar Plan B schon bereit, aber ich habe nicht vor, meinen Arbeitsplatz kampflos aufzugeben. Also auf ins Getümmel und Zähne zeigen! 😉

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14. Januar … nach dem Schnee wird es nicht besser…

Jetzt wird das wieder nichts mit meinem Referat heute. Obwohl wir keinen Schnee mehr haben – den hat der Regen am Wochenende wegschmelzen lassen – ist für die Kinder heute Schulfrei. Also irgendwie die Termine heute mit den Kindern bewältigen und die Hausaufgaben mal wieder verschieben. Ich bin nur froh, dass ich erst morgen wieder arbeiten muss und hoffe, bis dahin läuft hier alles wieder normal.

Es ist schon erstaunlich; da schneit es endlich mal richtig und schon geht gar nichts mehr. An dem Tag, an dem es uns eigentlich eingeschneit hat und man bei gefährlichen Straßenverhältnissen erst die Kinder in die Schule und dann selbst auf die Arbeit fahren musste, da gab es kein Schulfrei. Aber am Tag danach, als man endlich alles im Griff hatte, die Strassen geräumt waren und es gar nicht mehr schneite, da blieben die Schulen zu. Und heute? Überschwemmungsgefahr? Oder sind die winzigen Resten Schnee auf den Dächern wirklich so schwer, dass Einsturzgefahr besteht? Ich weiß es nicht und verstehen muss ich es scheinbar auch nicht. Aber wie es scheint geht dieses Jahr genauso weiter wie das letzte; meine freien Tage gehen für irgendwelche unvorhersehbaren Dinge drauf. Aber ich werd einfach so weiter machen wie bisher; froh sein, dass es immer die freien Tage trifft… 😉

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13. Januar … du hast dich getäuscht, nicht ich!

Ein wenig schade finde ich das schon immer wieder, wenn Menschen glauben, mich zu kennen. Sich ein Bild von mir machen und in mir einen Menschen sehen, der ich nun mal nicht bin. Ich bin und bleibe ein Mensch, egal wie sehr ich glaube, das Leben verstanden zu haben. Ich mach Fehler, ich hab nicht immer recht, auch wenn ich hier meine Meinung mit euch teile. Und doch kommt es immer wieder vor, dass Menschen plötzlich ein Bild von mir haben, das einfach nicht stimmt. Weil sie einfach viel zu wenig von mir wissen, mich nie gesehen haben und oft auch nicht mal Ansatzweise verstehen, was ich hier mache.

Und dann kommt das große „Ich hab mich so in dir getäuscht“! Was manchmal sogar stimmen mag, dass man sich in jemandem täuscht, weil er vorgegeben hat, jemand anderes zu sein, als er in Wahrheit ist. Aber oft ist es einfach so, dass man selbst eigentlich nur merkt; ich hatte ein falsches Bild von diesem Menschen. Ich selbst habe gelernt, mir keine Gedanken mehr zu machen, wie ein Mensch wohl ist oder nicht. Jeder Mensch hat Talente, Vorzüge und eine schöne Seite. Aber jeder hat auch seine dunkle Seite, seine Abgründe und seine Fehler. Die Frage ist nicht, wer welche davon hat, sondern wie Menschen miteinander umgehen, wenn sie sich begegnen. Und wer feststellt, dass er mit mir nicht umgehen kann, der darf jederzeit gerne gehen. Es wird immer Menschen geben, mit denen man nicht kann. Und dabei gibt es keine Schuld, die einer von beiden trägt. Sondern einfach die Tatsache, dass nicht immer aus zwei Menschen Freunde werden.

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12. Januar … ich kenn dich schlecht? Du kennst mich gar nicht…

Ganz ehrlich; bei manchen Menschen steck ich manchmal zwischen Bewunderung und Verachtung. Ich bewunder ihr Maß an Frechheit und verachte ihre mangelnde Menschlichkeit. Auch wenn ich immer noch versuche, Menschen nicht zu beurteilen – schon gar nicht zu verurteilen – gelingt es mir nicht immer.

Kennt ihr das; jemand leistet sich einen Fehltritt. Egal, ob jetzt in einer Beschuldigung, dass er sich in Dinge einmischt die ihn nichts angehen oder einfach mal seine guten Manieren vergisst. Auf jeden Fall ist man nicht grad erfreut und lässt ihn das wissen. Statt Einsicht und ein „Sorry“ kommt der Gegenangriff. Man wird direkt nochmal blöd angeredet, ja man wird sogar darauf hingewiesen, dass der so nicht mit sich reden lässt. Sieh an! Lässt er nicht? Aber ich, ich lass mit mir so reden? Ich find es kurios! Ich weise wen drauf hin, dass das nicht so die Art ist, mit mir zu reden und werde dafür angegriffen – weil man so mit demjenigen nicht redet? Nun, das ist dann der Zeitpunkt, wo ich mich gepflegt ausklinke, denn solche Gespräche weiter zu führen macht absolut keinen Sinn. Da fehlt es an Einsicht, nichts zu machen.

Und somit wäre das Thema dann auch erledigt, zumindest für mich. Aber es gibt ja Menschen, die tun einfach so, als wäre nichts gewesen. Machen einfach weiter wie bisher, obwohl man sie einfach nur noch ignoriert. Nennen das Ganze dann „Ich geb nicht auf, kennst mich schlecht!“ Ja, Glückwunsch, mich kennt da jemand aber auch schlecht. Wenn ich Stress in meinem Leben vermeiden kann, dann vermeide ich ihn. Und wenn Kontakte zum Stress werden, beende ich sie. Ganz einfach.

Also lasst euch nicht ärgern, auch freundschaftlich passen Menschen nicht immer zusammen. Und letztendlich entscheidet das jeder für sich selbst, mit wem er sich umgibt und mit wem nicht. Und nicht vergessen; ihr seid nicht für die Zufriedenheit anderer verantwortlich. Das ist deren Baustelle, nicht eure!

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