14. Dezember … spiel mit mir…

Wisst ihr, warum ich so wenig wie möglich plane? Weil spontan oft die besten Dinge bei rumkommen. Vor drei Tagen hab ich beim Zocken ein neues Spiel angefangen, gestern hatte mich im Spiel ein anderer Spieler angeschrieben, ob ich Bock hätte, zusammen zu spielen. Zack, fast die ganze Nacht durchgezockt. Ich versuch mich zwar grade, mit Kaffee am Leben zu halten, aber das war es wert! Hat echt Spaß gemacht.

Wenn wir eines im Leben nicht planen können, dann sind das die Dinge, die das Leben erst so richtig lebenswert machen; Spaß haben, glücklich sein, wertvolle Erinnerungen entstehen lassen. Solche Dinge entwickeln sich, kommen zustande, wenn vieles für einen Moment lang einfach nur passt – vielleicht sogar perfekt erscheint. Dann schaffen wir Erinnerungen für unsere ganz persönliche Ewigkeit. Und oft merken wir erst im Nachhinein, welcher Zauber uns umgeben hat. Weshalb ich gelernt habe, in Momenten absoluter Zufriedenheit – und nichts anderes ist Glück – kurz inne zu halten und dieses Glück zu atmen, zu spüren, bewusst wahrzunehmen. Für diese Augenblicke leben wir, weil wir ihnen in unseren Herzen den Raum geben können, der sie nie vergehen lässt…

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13. Dezember … stille Zeit – Fehlanzeige

Wisst ihr, was gar nicht so einfach ist? Wenn man seine Ruhe haben möchte. Wenn man beschließt, sich da jetzt einfach mal paar Tage auszuklinken, das dann auch jedem, der sich grad so meldet, mit auf dem Weg gibt und sich dann freut; endlich Ruhe, nichts tun, den Kopf frei lassen – wohin auch immer er grad will. Lässt man seine Gedanken frei, bringen sie einen da hin, wo man mit dem Herzen wirklich ist. Ganz interessante Wege tun sich da oft auf. Aber bei mir – da stellt sich nicht mal die Ruhe ein. Am ersten Tag hat es ständig geklingelt; an der Tür und am Telefon. Kumpel von mir rief sogar zweimal an. Als wir uns das zweite mal verabschiedet haben, versprach ich ihm, mich zu melden. Sobald ich ein wenig meine Ruhe gehabt habe. Was macht er am Tag drauf? Er ruft viermal an! Und mein Sohn war gestern Morgen so blass und nicht aus dem Bett zu bekommen, dass ich ihn daheim lassen musste. Wieder nichts mit Ruhe.

Ich meine, jetzt bin ich ja noch Einzelgänger, kenn außer meiner Familie kaum Leute und trotzdem schaffen es die paar wenigen, mir meine Ruhe nicht zu gönnen? Hört man mir nicht zu oder ignoriert man einfach, was ich sage? Ich versteh sowas nicht. Ich hatte ja schon von einem Ohr zum anderen gegrinst, als erst der Doc fürs Auge und dann der fürs Knie meinte, ich solle mich schonen, kein Stress, immer schön langsam. Da versucht man mal, das zu machen, was einem geraten wird – Fehlanzeige. Ok, dass meine Kinder da nicht ganz mitspielen würden, war mir klar. Aber von erwachsenen Menschen, angeblichen Freunde; von Leuten, die einem schon sagten „Du klingst erschöpft“?

Was wir verlernt haben ist zuhören. Einander wirklich zuhören; nicht nur einer Antwort wegen, sondern vor allem, um einander zu verstehen! Und dann vielleicht sogar noch zu achten und respektieren…

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12. Dezember … das nennt ihr friedliche Weihnachtszeit?

Halbzeit; die Hälfte vom Adventskalender ist schon offen. Ok, die Hälfte von jedem normalen Adventskalender; der meiner Kinder wurde bei einer übermütigen Futterattacke meiner Kinder bereits am dritten Tag geplündert…

Ich hab noch 12 Zettelchen. Auf denen steht jeden Tag eine Kleinigkeit, die mein Sohn für mich erledigen wird; Müll raus bringen, Bett machen, Tisch decken… Tolle Idee, welche er mit Hilfe seiner Schulbegleitung da umgesetzt hat. Nur bei dem Gutschein „1 x kochen“ ist mir etwas mulmig geworden; meine arme Küche!

Ich hab also noch zwölf Tage Zeit, meine Weihnachtsstimmung zu finden. Vielleicht sollte ich nochmal Plätzchen backen; kurzfristig kam da Stimmung auf. Wenn ich dann aber morgens bei meinem ersten Kaffee die Zeitung lese und als erstes mitbekomme, dass es wieder Tote auf einem Weihnachtsmarkt gegeben hat, dann kommt mir jede friedliche Stimmung abhanden. Was ist nur los mit dieser Welt? Wann werden Menschen einander Mensch sein lassen – egal, mit welcher Hautfarbe, mit welcher Herkunft und vor allem mit welchem Glauben! Wenn wir bereit sind – zumindest ist es unsere Politik – so viele fremde Menschen in unser Land zu lassen, sie zu tolerieren und ein Leben in Frieden zu ermöglichen, dann dürfen wir doch hoffentlich auch erwarten, weiter in Frieden leben zu dürfen. Mit unserem Glaube, unserer Tradition, unserem Frieden.

Und ja, ich habe mitbekommen, dass es diesmal nicht bei uns war. Trotzdem mein Mitgefühl an alle Beteiligten und Angehörigen. Hier sollten wir uns mal dringend um Frieden kümmern – und nicht in zwölf Tagen scheinheilig davon singen!

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11. Dezember … ich würd meinen Wunschzettel gern nochmal ändern…

Etwas erleichtert war ich ja schon, dass gestern endlich das MRT an meinem Knie stattfinden sollte. Sobald ich ein wenig mehr laufe, schwillt mir die Kniekehle an und der Schmerz kommt. Besonders nachts, wenn das Knie dann mal richtig ruht, fängt es da drin an zu pochen. Heute auch schon wieder seit halb vier wach. Nachdem auch die zweite Schmerztablette nicht angeschlagen hat, bin ich aufgestanden.

Trotz Termin saß ich gestern den halben Vormittag im Wartezimmer. Als ich endlich zum MRT aufgerufen wurde, wäre eigentlich Zeit für meinen Chirurgentermin gewesen. Also am Nachmittag nochmal hin, nur um mir sagen zu lassen: an meinem Knie gibt es die ein oder andere auffällige Stelle, selbst ein Kreuzband ist locker, aber nichts davon reicht für eine OP. Dafür sei es noch zu früh. Wenn die Schmerzen im Februar nicht weg sind, soll ich zur Endoskopie wieder kommen…

Aha! Für mich klingt das nach „vor den Feiertagen hat da jetzt keiner mehr Bock drauf. Laufen können Sie noch, kann also nicht so schlimm sein. Kommen sie im Februar wieder, wenn wir den Rückstand von den Feiertagen aufgearbeitet haben“. Auf meine Frage, was ich denn mit den Schmerzen machen soll, besonders in der Arbeit, wo ich den ganzen Tag laufe und steh, kam ein Achselzucken.

Nun, dann verbringen wir die Feiertage doch dieses Jahr einfach mit Schmerzen. Ist doch mal was anderes! Arbeiten gehen darf ich ab Montag auch wieder – allerdings soll ich langsam machen und das Knie schonen. Das ist doch genau das richtige in meinem Job, wo man meistens vier bis sechs Stunden am Rennen ist…

Aber was solls, Montag muss ich mir erst mal die Erlaubnis vom Augenarzt holen, dass ich wieder Auto fahren darf. Sonst wird das nämlich nichts mit arbeiten. Zeitlich schaff ich das gar nicht, die Kinder morgens in die Schule zu bringen und anschließend rechtzeitig in die Arbeit zu kommen ohne Auto.

Hach ja, wenn man es genau nimmt, muss ich mit meinem schlechten Auge dieses Elend wenigstens nicht sehen. Vielleicht auch besser so; mit meinem kaputten Knie könnte ich nicht mal davon laufen… 😉

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10. Dezember … träumst du noch oder lebst du schon?

„Aus einem „bald“ sollte man viel öfter ein „jetzt“ machen, bevor ein „nie“ daraus wird.“

Kennt ihr diese Facebook – Sprüche? Ich find die meisten davon ja eher schrecklich. Den oben hat mir letzte Nacht jemand geschickt. Auslöser dafür war wohl eine kleine Diskussion gestern; wir hatten schon lange vor, mal zu telefonieren, es ist aber bisher nie dazu gekommen. Wenn ihr mich fragt; es wird seine Gründe haben, warum das bis jetzt nicht statt gefunden hat. Darüber muss man weder diskutieren noch nachdenken.

Woran ich letzte Nacht viel gedacht habe, ist ein Freund, bei dem ich mich schon lange nicht mehr gemeldet habe. Jedes Jahr zwischen Weihnachten und Neujahr schreib ich ihm. Den Rest des Jahres ist es ganz verschieden, ob man voneinander hört oder nicht. Wir kennen uns inzwischen über elf Jahre. Früher hatte ich ein kleines Poster von ihm in meiner Wohnung hängen. Mein Bruder hatte mich mal gefragt, wer das sei. Er würde wie ein Rockstar aussehen, ob man den kennen muss.

Und so erzählte ich ihm von Alex; dass er tatsächlich Rockmusiker ist, in Deutschland aber nicht so bekannt wie in anderen Ländern. Wir haben mal sehr viel Zeit miteinander verbracht, bevor ich Kinder hatte. Ich weiß noch, dass wir manchmal die ganze Nacht telefoniert haben oder zumindest SMS schrieben. Und das, obwohl er grade an einem Album arbeitete und dieses dann tatsächlich zu spät raus kam, weil er nicht fertig wurde. Kurz bevor mein erster Sohn geboren wurde, riss unser Kontakt ab.

Erst zwei Jahre später war er plötzlich wieder da. Wir telefonierten jeden Abend und er plante, mich zu besuchen. Und dann erzählte er mir von seiner Ex-Frau und warum diese Ehe nicht funktioniert hatte; er war nie daheim gewesen, hatte nie Zeit gehabt und seine Frau sei an die Kinder gebunden gewesen. Er hatte sich geschworen, sowas nie wieder zu wollen; Frau und Kinder daheim sitzen lassen wegen seiner Musik. Und da er seine Musik nicht aufgeben wird, käme eben keine Frau mehr in Frage, die ein Kind hat oder eines will.

Und plötzlich wurde er ganz wehmütig, schwelgte in seinen Erinnerungen an unsere Zeit und sagte plötzlich: „Gott, war ich mal verknallt in dich!“ und „Ich hab dich so geliebt und vermisst.“ Er erzählte mir, dass er damals, als unser Kontakt abgerissen war, nach Neuseeland gegangen war. Er hatte sich nie getraut, mir zu sagen, dass er mich liebt und als ich schwanger wurde, war ihm klar, dass es für ihn jetzt keinen Sinn mehr machen würde und brachte viel Abstand zwischen uns. Ich musste schmunzeln, während er redete. Immerhin liebte ich ihn noch immer, hab mich aber nie getraut, unseren Zauber, dieses unbeschreiblich Magische zwischen uns, kaputt zu machen. Ich hatte Angst, er würde mir nie glauben, dass ich ihn liebe und nicht das, was er macht.

Wir hatten damals darüber gesprochen, ob ich in seine Nähe ziehe. Wir hätten uns dann öfter sehen können; ich verwarf diesen Gedanken und wurde still. Ich nahm den Zauber und die Magie, die uns all die Jahre umgeben hat und packte ihn sachte darin ein. Sein Bild hängte ich mir auf als kleines Mahnmal; wenn wir einen Traum haben, ein Ziel oder etwas, das wir lieben, dann sollten wir niemals zögern, alles dafür zu tun, um es zu erreichen. Wir können versagen, vielleicht scheitern aber wir haben absolut keine Chance, wenn wir es nie versucht haben! Nicht irgendwann, bald, eines Tages, sondern jetzt! Schlimmstenfalls erfahren wir dann, dass es leider nie so sein wird, wie wir es uns vorgestellt haben. Aber vielleicht, vielleicht geht ja auch einfach nur ein Traum in Erfüllung – wir werden es nur erfahren, wenn wir den Mut dazu hatten, es zu versuchen!

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9. Dezember … und wann machst du dich frei?

„Der Schmerz entsteht nicht aus dem Nichthaben; sondern aus dem Habenwollen und doch nicht haben. – Sich aus dieser Einsicht so viel wie möglich des Wollens zu entschlagen ist der Gipfel des Stoizismus, als Ethik der reinen Vernunft oder ist die höchste Lebensklugheit.“ Arthur Schopenhauer

Der erste Satz reicht eigentlich völlig. Mir hat ein recht junger Mensch erst kürzlich gesagt, dass er von diesem Leben nichts mehr erwartet. Alles, was er jetzt noch lebt, sei Zugabe. Ich kann eins zu eins eine solche Aussage auf mein eigenes Leben spiegeln. Seit ich 19 Jahre alt war, schien mir alles – jeder einzelne Tag – ein Bonus, den ich nie haben wollte. Ich hatte keinen Glauben daran, dass das Leben noch irgendwas sinnvolles mit mir vor haben könnte. Dass da doch noch irgendwas kommt, was alles radikal verändern könnte, vielleicht sogar Sinn machen würde. Es kam nicht. Und es wäre nie gekommen, hätte ich selbst nicht eines in der Tat radikal verändert; mich.

An dem Tag, an dem ich entschieden habe, endlich zu leben, habe ich aufgehört, Erwartungen zu haben. Was nicht heißt, dass das Leben in meinen Augen nichts mehr hervorbringen wird. Sondern viel mehr die Erkenntnis, dass es nichts bringt, eine Erwartung zu haben aber nichts dafür zu tun.

Seit ich allein darauf vertraue, dass alles, was geschieht, zu mir gehört und richtig ist, seither kommt genug und viel gutes. Und umso mehr zu mir kommt – von ganz allein – umso dankbarer bin ich. Ich hab einfach nur aufgehört, irgendetwas unbedingt haben zu wollen – wenn es für mich bestimmt ist, wird mein Weg mich dort hin führen. Viel mehr schätze ich alles, was mir im Leben geschenkt wird. Zufriedenheit entsteht in uns selbst und daraus kann irgendwann Glück enstehen. Also macht euch frei von dem Irrglauben, irgendetwas haben zu müssen; ihr knechtet euch nur selbst damit…

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8. Dezember … ja ist denn heut schon Weihnachten!

So, vielleicht schreibe ich heute meinen Eintrag endlich mal wieder am Stück! Gestern kam doch endlich mein neuer Rechner. Der alte ging ja inzwischen alle fünf bis zehn Minuten einfach aus.

Alles schien zu passen, ich war gestern daheim, hatte tatsächlich mal keine Termine und konnte in Ruhe auf den Paketboten warten. Bloß nicht aus dem Haus gehen und ihn verpassen!

Die schöne Vorfreude endete abrupt, als mir die Schulbegleitung eine Nachricht schickte, ich solle doch meinen Sohn bitte abholen kommen, er hätte es grade nicht mehr aufs Klo geschafft. Aha. Wie denn das?

Es stellte sich raus, dass er wohl Durchfall hatte und nicht rechtzeitig aufs Klo kam und sich dadurch die Hose schmutzig machte. Inzwischen hatte er seine Sportsachen an, die anderen Anziehsachen in einem Plastikbeutel dabei. Daheim setzte ich ihn erst mal in die Badewanne und freute mich im Stillen darauf, den neuen Rechner tief unter meinem Schreibtischeck in Anwesenheit meines Großen verkabeln zu dürfen. Aber alles andere wäre auch zu einfach gewesen…

Nachmittags klingelte endlich der Bote; da stand er nun, der neue Rechner! Dafür war seit etwa zehn Minuten das Internet weg. Nichts ging mehr. Festnetz und Internet komplett ausgefallen. Selbst die Störungshotline von meinem Anbieter war tot. Nun gut, ich fing trotzdem mal an, die Kabel überall durchzuziehen – nur um dann festzustellen, dass der Bildschirm nicht funktionierte. Laut Gebrauchsanweisung war alles genau richtig, wie ich es gemacht hatte. Ein freundlicher Mitarbeiter einer Servicehotline meinte dann aber, dass ich entgegen der Anleitung den Bildschirm weiter unten am Rechner anschließen muss. Wozu ich aber einen anderen Stecker brauchte. Also schnell zum Elektroladen, Stecker für knapp 25 Euro holen und wieder heim. Aber nur, um dann rauszufinden, dass dieser Stecker auch nicht passte. Kurz auf dem Handy gegoogelt lernte ich dazu, dass es zwei solcher Stecker gab. Also zurück in den Laden und den Umtauschen. Allerdings gab es den anderen Stecker dort nicht. Wir fanden eine andere Lösung, zum Glück hat der neue Rechner Anschlüsse ohne Ende. Tatsächlich musste ich im Laden nochmal sieben Euro drauflegen – für einen HDMI – Stecker mit Umwandler! Unglaublich, was ein Stück Kabel kosten kann – und hatte dann endlich den ersten Kontakt mit meinem neuen Rechner. Den muss ich zwar noch schön einrichten, aber bisher bin ich ganz zufrieden. Nur meine Nerven lagen dank der Unterstützung meines Großen gestern Abend etwas blank! Wenn man versucht, für diverse Probleme Lösungen zu finden und hat jemanden daneben stehen, der immer plappert, ist das gar nicht so einfach…

Ach ja und Internet haben wir inzwischen auch wieder…

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