19. Februar … vertrauen kann man nicht nur lernen…

Obwohl ich zur Zeit eher einen Schritt zurück gehe, geht es mir gut wie lange nicht mehr. Ich halte es immer noch für besser, sich einen Fehler einzugestehen und ihn abzuwenden, als stur weiterzugehen.  So wie ich es immer noch für den besseren Weg halte, immer ehrlich zu sich selbst zu sein. Wenn wir uns selbst nicht mehr vertrauen können, wem dann? Und wem wollen wir glauben, wenn nicht uns zuerst?

„Wem willst du noch vertrauen?“, den Satz hab ich erst gestern wieder gehört. Mag sein, diese Welt ist anders als früher, mag sein, solche Werte gingen irgendwann verloren; Respekt, Vertrauen, Loyalität,… Wenn ich mir solche Gedanken mache, dann frage ich mich immer; wenn du jemandem 20 Euro leihen willst, was musst du dann haben? Richtig, zwanzig Euro. Wir können nur geben, was wir selbst haben. Wenn wir uns selbst nicht vertrauen, respektieren, uns gegenüber loyal bleiben, dann werden es andere auch nicht tun. Also wenn wir uns das nächste mal fragen, wem wir vertrauen können, sollten wir uns vielleicht mal fragen; vertrau ich mir selbst? Meinem Herzen, meinem Gefühl, meinem Verstand, überhaupt meinem Weg? Das meiste, was uns im Leben begegnet – vor allem Mangel – ist ein Spiegel unserer Seele. Es zeigt uns also, was uns selbst fehlt oder wo es bei uns selbst nicht in Ordnung ist.

Da ist sie also wieder; die Tatsache, dass alles bei uns selbst beginnt. Alles. Egal, was wir vorhaben, bemängeln, fürchten oder lieben; wir sollten damit immer bei uns selbst beginnen. Wie ein neuer Weg; man kann noch so sehr wissen, wo er anfängt und wohin er gehen soll; den ersten Schritt werden wir ganz allein machen müssen…

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18. Februar … ich bin viele und ganz sicher genug!

„Wer bin ich – und wenn ja, wie viele? Eine philosophische Reise“ – kennt ihr das Buch? Ich hab es nie gelesen, aber diese Frage – vor allem, wie viele – habe ich mir lange gestellt. Erst spät hab ich mich das wirklich intensiv gefragt; wer bin ich und wie viele machen mich aus?

Ich war das Kind voller Albträume und Wut. Das Mädchen voller Träume und Sehnsucht. Die junge Frau voller Schmerz und Hass. Ich war die, die lieber voller Kampfeslust mit ausgebreiteten Armen direkt in die Hölle gerannt ist, als gar nichts zu tun. Ich bin die, die Gedichte schreibt, wenn ihre Seele weint und das Herz leise stirbt.Und die, die ein Lied wochenlang anhört, bis es nicht mehr weh tut. Ich bin die, die nicht mehr weint und doch weiß, dass sie es noch kann. Ich hab das Herz, für andere wesentlich schneller und weiter über meine eigenen Grenzen zu gehen, als für mich selbst. Aber auch die, die bis aufs Blut hassen kann.

Ich bin die, die Dämonen geboren hat, um sie später zu bekämpfen. Ich bin die Stimme, die unsagbar verletzt und der Sturm, der oft getobt hat. Ich war mein Abgrund, an dem ich mir begegnet bin und der Berg, an dem ich scheiterte. Ich war Hass und doch voller Liebe, viel zu viel Liebe. Ich war die, die geliebt werden wollte, gebraucht, gewollt. Und war doch die, die man benutzt hat und verletzt. Aber immer, egal wer ich war oder bin, habe ich geglaubt. An irgendwas geglaubt, zuletzt nur noch an mich.

Ich bin die, die weiß; ich bin viele, ich bin vieles aber vor allem bin ich! Und solange ich bin, so lang werd ich sein und kann bewirken, was ich bewirken will. Weil ich bin!

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17. Februar … ich hab nichts erreicht, nur mich selbst!

„Ich werd 40 und hab nichts erreicht!“ Den Satz hab ich gestern tatsächlich zu meiner Schwester gesagt. Nun, der stimmt so, wenn man ihn weltlich sieht. In den Augen der Menschheit, der Gesellschaft, hab ich noch nichts erreicht. Wenn ihr mich fragt, hab ich doch das ein oder andere geschafft.

Ich hab mich selbst überlebt; meine unstillbare Sehnsucht nach dem Tod; all meine Versuche, ihm zu begegnen; die Phasen meines Lebens, wo ich nur das eine mit mir machte – mich zerstören. Ich hab dem Schmerz getrotzt; dem, meine geliebten Zwillinge nicht hier zu haben; dem, geliebte Menschen zu verlieren; dem, mich selbst nicht zu begreifen. Ich hab gegen jede meiner Prinzipien Kinder bekommen; meinen Krebs besiegt, stand gehalten. Ich halte Stand, seit inzwischen fast zehn Jahren; gegen jede Empfehlung bliebt mein behindertes Kind bei mir. Wer will mir schon sagen, was ich schaffe und was nicht? Wer will mir meine Grenzen aufzeigen, wenn nicht ich selbst?  Ich hab mich selbst überlebt, obwohl Jahre meines Lebens mein einziges und letztes Ziel war, mich selbst zu zerstören. Inzwischen sind zehn Jahre vergangen und ich habe jeden einzelnen Tag damit verbracht, mir näher zu kommen, bei mir zu bleiben und mich so zu lieben, wie ich bin. Und seit ich diesen Weg gegangen bin, weiß ich; ich kann jeden Weg gehen. Jeden!

Ich werd 40 und hab nichts erreicht; letztendlich ist das richtig. Aber wenn es nicht um die Gesellschaft geht, sondern allein um mich, dann würde ich sagen: du hast mehr erreicht, als du je wolltest. Du wirst 40, obwohl du mit 19 das erste mal sterben wolltest. Du hast Kinder, obwohl du in diesem Leben nie welche haben wolltest. Und genau diese Entscheidung, Kinder zu haben, hat einen Menschen aus dir gemacht. Du liebst dich selbst, obwohl man dir Jahre deiner Kindheit gesagt hat, sowas wie dich kann man nicht lieben. Du kannst allein sein, obwohl genau die Einsamkeit das war, was dich einst in den Wahnsinn getrieben hat. Und jetzt sag mir, du hast nichts erreicht!

Es macht mich nicht traurig, nichts erreicht zu haben; ich bin genug! Und für mich ist es Motivation genug, zu sagen; dann wird es Zeit, dass ich jetzt was erreich! Das Leben ist schön

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16. Februar … manchmal geht es schneller als gedacht…

Wisst ihr, was ich manchmal wirklich traurig finde? Wie achtlos, manchmal fast schon respektlos manche Menschen mit meiner Zeit umgehen. Wenn man was vereinbart, betont wird, wie sicher das Ganze ist und wie toll das wird und dann wartet man zum vereinbarten Zeitpunkt vergeblich. Erkundigt man sich, kommt was lahmes wie „Hab Besuch bekommen….“; öhm, ja, schön für dich! Wär ja einfach nur nett gewesen, wenigstens bescheid zu geben. Hat ja auch ein klein wenig mit Anstand zu tun. Den besitzen nur nicht alle, merkt man immer wieder. Mag ja sein, ich verbringe jeden Abend notgedrungen Zuhause; das heißt aber noch lange nicht, dass ich mir nichts vornehme. Ob das arbeiten für die Schule oder mit anderen Zocken ist – ich teil mir diese kinderfreie Zeit immer ein. Aber was solls, Leute, die so mit meiner Zeit umgehen, plane ich auf Dauer gar nicht mehr ein…

Aber nun zum (für mich) erfreulichen Teil; mein Plan nimmt Formen an. So viel zur Zeit nicht ganz Rund läuft, manchmal hab ich aber auch Glück. Und wie es der Zufall will ist es mir überraschend möglich geworden, für mein nächstes Vorhaben die nötigen Anschaffungen größtenteils zu stemmen. Manchmal kommt eine dicke Nachzahlung auch so richtig zum rechten Zeitpunkt. Es kann also bald losgehen und sobald da die ersten Ergebnisse vorliegen gibt es mehr darüber. Ihr wisst schon; ungelegte Eier und so. Sobald eins gelegt ist, werdet ihr es sehen… 😉

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15. Februar … ein Versuch ist es wert!

In den letzten Jahren bin ich nicht nur ehrlich zu mir selbst geworden, sondern auch immer ein wenig kritisch mir gegenüber. Zu wissen, ich bin genug, ist das eine; von sich selber aber auch immer mal wieder das Beste zu verlangen wird immer dazu beitragen, dass man sich weiter entwickelt, das Beste aus sich rausholt, nicht zum Stillstand kommt. Zur Zeit bekomm ich ja nicht besonders viel auf die Reihe; zumindest nicht so, wie ich es gern hätte. Ich geb meinen Blog frei, obwohl da schön groß „Strasse“ steht statt „Straße“. Und nein, ich hatte keine Lust, es zu korrigieren. Ich hab Fehler, ich mach Fehler und genau das ist es, was mich im Leben weiter bringt; ich lerne daraus.

Seit ich Kinder hab koche ich alles frisch, verzichte auf Fertigprodukte. Das klappt, inzwischen ernähren wir uns überwiegend von Gemüse und Obst, obwohl wir ganz sicher keine Vegetarier sind. Durch meine Schule hat es sich eingeschlichen, dass ich mir mittags gelegentlich etwas fertiges zum Essen warm mache; für mich alleine kochen finde ich unrentabel, jeden Tag einfach nichts warmes zu essen ungesund. Und was soll ich sagen; es ist mir zum ersten mal in meinem Leben gelungen, mein Essen anbrennen zu lassen. Fertigessen! Das muss man doch erst mal schaffen, oder? Ich hab herzhaft drüber gelacht, aber diese „Fertigfutter – Phase“ ist hiermit beendet.

Immer mehr wird mir klar und deutlich von meinem eigenen Leben gezeigt; so wird das nichts. Das ist nicht deins! Noch nie hat mir mein Leben das so deutlich gezeigt wie die letzten Wochen. Und wenn ich eines gelernt habe in den letzten Jahren, dann ist das die einfache Tatsache, dass niemand meinen Weg besser kennen kann als mein Herz. Vielleicht sollten wir nicht schimpfen und jammern, wenn so gar nichts mehr funktioniert in unserem Leben. Sondern einen Moment inne halten und uns ganz ehrlich und direkt mal selber fragen, ob es wirklich noch unser Weg ist, auf dem wir da gehen. Oder ob sich nicht einfach die Dinge um uns herum so sehr verändert haben, dass wir auch unseren Weg ändern müssen. Mein Herz jedenfalls macht einen großen Freudensprung bei dem Gedanken, dass wir jetzt mal einen anderen Kurs setzen werden. „Ein Versuch ist es wert“ sagt mein Sohn immer, wenn er sich nicht sicher ist, ob etwas klappt. Richtig, mein Großer, ein Versuch ist es wert. Und wir haben nichts zu verlieren! 😉

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14. Februar …diese Strasse ist eine Sackgasse, bitte wenden!

Man kann noch so sehr seine Zeit einteilen; wenn dann das Telefon klingelt mit schlechten Neuigkeiten, dann ist die ganze Planung dahin! Gestern kam so ein Anruf um halb vier. Mein Sohn ist hingefallen, auf den Ellbogen, das sollte man vorsichtshalber mal anschauen lassen. Ah ja, vorsichtshalber. Ganz ehrlich, mir zog es den Magen schon bei „Guten Tag Frau Ullmann, ich muss ihnen mitteilen…“ zusammen. Ganz zu schweigen von dem Wort „Ellbogen“. Mein Sohn hat es tatsächlich schon dreimal hintereinander geschafft, sich jeden Sommer einen Ellbogen zu brechen. Zack, draufgeflogen, mit dem eigenen Gewicht den Arm gebrochen.

Wir haben also gestern unsere Zeit von halb vier bis halb acht in der Notaufnahme verbracht. diese haben wir mit einer Gipsschiene am linken und einem Verband am rechten Arm wieder verlassen. Die Schürfwunde am Knie ist zum Glück nur optisch eine Verletzung, das Knie ist noch ganz. Immerhin! Also laufen kann er jetzt noch alleine. nur essen, trinken, an – und ausziehen, hinsetzen, aufstehen,…, das geht alles nicht mehr. Die nächsten Wochen sind erst mal futsch! Im Moment bleibt mir nur die Hoffnung auf den Kontrolltermin morgen. Vier Ärzte waren sich gestern nicht sicher, ob der linke Arm gebrochen ist oder nicht. Das wird morgen nochmal ordentlich überprüft. Aber so, wie mein Sohn hier rumheult seit gestern Abend – und er ist nicht wehleidig – ist dieser Arm auf jeden Fall nicht mehr ganz….

Es ist Zeit für einen Richtungswechsel glaub ich. So läuft das nicht, warum auch immer. Und wenn man immer wieder blockiert wird auf seinem Weg, dann ist es vielleicht einfach nicht sein Weg. Dann bin ich vielleicht einfach auf dem falschen Weg. Und ich werd jetzt einfach mal eine Pause machen und was anderes ausprobieren. Und ich weiß auch schon, was…

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13. Februar … merkt ihr noch was oder pennt ihr schon?

Zur Zeit mag ich ehrlich gesagt nicht mal mehr die Nachrichten lesen. Ich meine; läuft da noch was rund? „Ist das euer ernst?“ – will man sich da des öfteren fragen. Seit Tagen geht es um Bienen. Wichtig – ja. Ernst – ja. Aber halt auch kein Problem, welches man mit 1 Million Unterschriften löst! Klar, jeder ist ein stiller Held, der da grad unterschrieben hat und damit die Bauern in die Knie zwingen will. Die sollen nämlich keine weiteren Wiesen mehr in Ackerland verwandeln und bitte in Zukunft vorgegebene Flächenmaße den Bienchen überlassen. Tolle Idee, wäre da nicht die Tatsache, dass „Mensch“ nun mal immer mehr Ernteertrag braucht, also über kurz oder lang auch mehr Fläche zum Anbauen. Was in Zukunft schwierig wird, denn eure Unterschriften schieben da grad einen Riegel vor. Und das ist nur ein Nachteil von vielen, den Landwirte in Zukunft haben werden. Die übrigens nicht nur mit ihren Traktoren den Verkehr auf der Strasse aufhalten, sondern ganz nebenbei auch für „unser täglich Brot“ sorgen. Aber hey, ist doch kein Problem; wenn in China ohnehin ständig Säcke voller Reis umfallen werden die bestimmt auch paar säcke Weizen für uns übrig haben…

Schon gehört? Deutschland rechnet vor – das heißt; unsere Politik. Bis 2060 brauchen wir weitere 10 Millionen neue „Facharbeiter“. Da frag ich mich doch glatt; was wurde aus den letzten 1,5 Millionen? Kam mir so viel vor, echt schon alle „aufgebraucht“? Ich meine, mir ist das schon klar; bevor man aus Deutschland ein gerechtes und kinderfreundliches Land macht, holt man sich lieber Millionen „Facharbeiter“ – geht ja auch schneller. Und wer will schon eigene Kultur und Tradition erhalten? richtig, genauso wenige, wie das eigene Volk erhalten wollen. Niemand! Familie, Beruf und vielleicht noch sowas wie ein eigenes Leben unter einen Hut zu bekommen ist schon schwer. Dann aber auch noch dadurch genug Geld für ein schönes Leben zu haben nahezu unmöglich. Und wenn man sein Kind in der KiTa anmelden muss, bevor es überhaupt auf der Welt ist, dann läuft da was schief! Gewaltig schief! Vor allem, wenn ich dann in manchen Bundesländern – bei uns übrigens auch – paar Hundert Euro für diese Kita hinblättern muss. Logisch, dann setzt man lieber weniger Kinder in die Welt und holt sich sein „Personal“ wo anders. So löst man gleich noch das Problem mit den fehlenden KiTa – Plätzen; die braucht ja dann auch wieder keiner, in einem kinderlosen Land…

Nun, morgen noch ein wenig Konsumrausch zwecks der Liebe; wird aber auch mal wieder Zeit, den Menschen, die wir lieben, das mal wieder mitzuteilen. Valentinstag sei Dank! Hätten wir sonst glatt vergessen! Also morgen wieder alle schön das Geld rausschmeißen. Und im Freuden – und Liebestaumel schön die wirklichen Sorgen vergessen. Sind aber auch langsam viel zu viele, die unser Land da auf dem Buckel trägt; da fängt man besser erst gar nicht an, sich Gedanken drüber zu machen…

Ach ja, nur so am Rande; dieser Text könnte unter anderem Teile von Ironie enthalten; ich bitte dies zu erkennen und natürlich zu entschuldigen! 😉

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