12. Februar … manche wollen nichts anderes als schlechte Laune…

Manche Menschen wachen scheinbar wirklich schon schlecht gelaunt auf. Ich meine, wie sonst erklärt man sich das, wenn man jemandem „Guten Morgen“ zurück!!! schreibt und dann kommt: „Was soll an diesem Morgen gut sein? Ist doch eh alles sch…“?

Kommunikation geht anders. Zumindest die, bei der ein Gespräch rauskommen soll. Aber irgendwie scheint das gar nicht mehr gewünscht zu sein, anders kann ich es mir nicht erklären, dass immer mehr Menschen nicht mal vollständige Sätze zusammen bekommen, geschweige denn welche, die Sinn machen. Am wundervollsten finde ich auch Sätze ohne Punkt und Komma. Ich meine, da ist man doch wunderbar beschäftigt; lesen, bis man es dann doch mal endlich begriffen hat. Das ist Beschäftigungstherapie vom Feinsten!

Ich bin ja in Communities vertreten, hier im Internet. Gar nicht so sehr, um Menschen kennenzulernen; das ist oft eher ein schöner Nebeneffekt. Viel mehr, um Menschen zu begegnen und zu erleben – WIE begegnet man sich, WIE gehen Menschen aufeinander zu? Mit welchen Vorstellungen kommen sie, mit welchen Erwartungen und wie reagieren sie, wenn man diese nicht erfüllt? Immer wieder spannend, immer wieder lehrreich. Aber etwas traurig finde ich die Tatsache, dass die Menschen im Internet scheinbar fast nur noch nach schnellem, unverbindlichen Abenteuer aus sind. Oder es sind sehr einsame Menschen dort, die nicht mal regelmäßig gefragt werden, wie es ihnen geht. Ich meine, ich bin viel allein, gern allein und kann damit wunderbar umgehen. Aber wenn Menschen nicht mal mehr damit klar kommen, wenn man wissen möchte, wie es ihnen geht, dann ist da ganz gewaltig etwas schief gelaufen. Die Menschheit verroht und sie vereinsamt. Und dazwischen schaut jeder nur noch auf sich und seinen Vorteil. So kommt es mir vor…

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11. Februar … passt das oder darf man so nicht denken?

Ehrlichkeit; etwas, das mir sehr wichtig geworden ist und ich nicht nur anderen entgegen bringe, sondern auch mir gegenüber einfordere. Ich bin auch mir gegenüber sehr ehrlich geworden. Anfangs hat mich das manchmal ganz schön erschreckt. Gedanken, die ich habe; nicht immer die schönsten aber wenn ich dann ehrlich zu mir selbst bin, sind sie wahr. Und dann kam oft die Frage; darf ich das, so denken? Heute bin ich so geübt, dass ich mir immer die Antwort gebe; wenn es wahr ist darfst du es denken!

Eben hab ich die Kinder in die Schule gefahren. Wie immer war das Ganze etwas hektisch, laut und mit endlosem Antreiben meiner Kinder verbunden. Da kommt es schon mal vor, dass mir ein kleiner Seufzer entrinnt, wenn die zwei Lauser endlich aus meinem Auto geklettert sind, Richtung Schulhaus verschwinden und diese wundervolle Stille in meinem Auto einkehrt. „Ich lieb sie trotzdem“, denk ich mir oft und muss dann lächeln. Und während ich heute von der Schule heimfuhr, verfolgte ich diesen Gedanken weiter. Was, wenn ich es nicht könnte? sie lieben, egal wie sehr sie mich manchmal in den Wahnsinn treiben? Und ja, ich kenne leider Menschen, die nicht besonders viel Liebe ihren Kindern mit auf den Weg geben.

Tatsache ist, mein erster Sohn war gewollt und gerade das macht es mir heute leichter, ihn so zu lieben, wie er ist. Wo kämen wir da hin, wenn man sich etwas wünscht, es dann sogar bekommt und dann ist man nicht zufrieden damit? Die Natur ist nun mal kein Versandhandel, wo man bis ins kleinste Detail aussuchen kann, was man will. Und mein Großer ist – trotz seiner Behinderung und den Problemen, die dadurch oft entstehen – auf seine Art ein ganz bezauberndes Wesen! Sein Bruder war eigentlich nicht mehr geplant und vielleicht ist er grade deshalb ein ganz besonderer Mensch geworden. Allein sein Aussehen bringt viele Menschen zu der Aussage: „Oh ist der Süß!“ Dazu hat er ein wirklich magisches Wesen, welches selbst mich von Anfang an verzaubert hat.

Aber darf ich das denken? „Ich lieb meine Kinder, obwohl sie manchmal wirklich zum davonlaufen sind!“? Und darf ich denken „Die Natur hat alles richtig gemacht, so kann selbst ich sie lieben!“? Für jemanden wie mich, der die Liebe erst mal verstehen musste und keine Ahnung davon hatte, ist es ein Vorteil. Es ist ein Vorteil, dass der Sohn, den ich von Herzen gern haben wollte, anders ist. Es spielt keine Rolle, wenn man etwas schon immer geliebt hat und dann kommt es anders, als gedacht. Das hat nie eine Rolle gespielt, für mich war er immer nur „Jetzt bist du da, endlich bist du da, bei mir!“. Und das Kind, welches man eigentlich nie haben wollte, wird mit dem „gewissen etwas“ geboren, sodass man gar nicht anders kann, als es zu lieben. Ja, das hat es mir leichter gemacht und wenn ich ehrlich bin; heute habe ich tatsächlich zum ersten mal drüber nachgedacht…

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10. Januar … gleicher Weg, neues Ziel…

Langsam werde ich dankbar. Dankbar, dass ich scheinbar doch sehr leicht meinen Weg bis hierhin gegangen bin. Im ersten Jahr habe ich mich für „Sein“ und Urvertrauen“ entschieden; ich werde nicht, ich war nicht – ich bin! Das wurde meine Lebenseinstellung und die lässt mich immer schön im Hier und Jetzt sein. Entspannt, ruhend, wissend. Wissend, dass das gestern heute nicht mehr zählt und das Morgen noch keine Wirklichkeit ist. Und zu all dem habe ich mein tiefes Urvertrauen; es ist gut! Egal was geschieht, es ist gut, es muss so sein, es ist Teil meines Weges. Im zweiten, vergangenen Jahr entschied ich mich für Freiheit; das Loslassen und alleinige sein im Hier und Jetzt hat mich frei gemacht; frei von meiner Vergangenheit, vom Schmerz, von der Sehnsucht, meiner Ruhelosigkeit und meiner Angst. Angst vor der Zukunft, vor dem Alleinsein, manchmal sogar und schlicht und einfach nur vor mir selbst.

Jetzt beginnt das dritte Jahr meines bewussten Weges und ich fühle mich zur Zeit rein in die Frage; was wird dein Stichwort für das dritte Jahr? Welcher Aufgabe wirst du dich annehmen, welchen Schritt willst du diesmal machen? Ich weiß es noch nicht und ich denke auch nicht darüber nach. Ich vertraue darauf, dass es sich in nächster Zeit zeigen wird, was wichtig ist und was es zu lernen gilt. Wobei; die beiden letzten Lektionen waren für mich kein Prozess, den ich erlernt habe, sondern einfach nur eine bewusste Entscheidung, die ich nicht mehr geändert habe. Ich bin und ich bin frei! – das ist das Ergebnis nach zwei Jahren und diese Dinge stehen felsenfest in meinem Leben. Was werd ich daneben stellen, dazustellen – oder wird es etwas, was das eine am Ende mit dem anderen verbindet? Ich weiß es nicht, noch nicht. Im Moment bin ich dankbar, dass mir gelingt, was ich mir vornehme. Das wird mir immer wieder bewusst, wenn ich mit Menschen rede, die scheitern; an ihrem Vorhaben, an ihrem Sein, an sich selbst. „Wie machst du das?“, werd ich dann oft gefragt. Und ich versuch immer, zu vermeiden, dann einfach zu sagen: „Das ist ganz einfach…“; denn ich erkenne grade, dass es scheinbar für mich ganz einfach ist; ich entscheide, etwas zu sein und dann bin ich es. Andere versuchen sich zu ändern und schaffen es nicht. Wenn ihr etwas verändern wollt, dann ändert nicht einfach. Ihr müsst nur diese Entscheidung treffen, der Rest kommt von allein. Ganz einfach eigentlich, oder?

Vielleicht wird Dankbarkeit mein nächstes Thema; allerdings war ich das schon immer. Dankbar für mein Leben, für mein Bewusstsein und schlicht dafür, dass ich sein darf in dieser Welt. Und was mir besonders wichtig ist; ich darf endlich meinen Platz finden in dieser Welt. Vielleicht so etwas wie Demut; nichts ist selbstverständlich und nicht alles, was einem geschieht ist verdient. Es wird eine spannende Reise in mein drittes Jahr, ich freu mich drauf. Wohin geht eure Reise? Habt ihr auch Etappen, Lernprozesse, diese kleinen wichtigen Ziele auf eurem Weg, die ihr euch setzt? Und fällt es euch leicht, sie zu erreichen oder ist es manchmal verzwickt und wie verhext, es klappt einfach nicht?

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9. Februar … zu schwach für diese Welt…

Manchmal frage ich mich, was auf dieser Welt los ist. Kommt es mir nur so vor oder gehen besonders die liebsten Menschen an dieser Welt kaputt? Am Leben, an der Wirklichkeit. Was haben sie gemeinsam, was macht sie zu schwach für den täglichen Wahnsinn? Ich war 15 Jahre alt, als ich das erste mal einem Menschen begegnete, der dabei war, am Leben zu zerbrechen. Ein junger Mann, herzensgut, sanft, so schön in seiner Seele. Jahre war ich hilflos in seiner Nähe und sah ihm regelrecht zu, wie er zugrunde ging. Jeden Tag ein Stück mehr, unaufhaltsam. Betäubt hat er seinen für ihn unerträglich gewordenen Alltag irgendwann mit Drogen. Von dem Gift hat er sich nie mehr ganz erholt. Irgendwann ist sein Verstand einfach nicht mehr klar geworden. Ob es ihm jetzt besser geht, die Welt für ihn erträglich geworden ist; ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass mir der Mensch, der er einmal war, bis heute fehlt…

Seither begegnen mir immer wieder Menschen, die in der Wirklichkeit nicht mehr bestehen können. die Auswege suchen in Drogen und Alkohol. Ich hab das auch mal probiert, ist lange her und ich hatte Glück; die Kontrolle über mein Leben zu verlieren hat mir damals mehr Angst gemacht, als es nüchtern durchzustehen. Und spätestens als mein Vater starb, war mir klar; der Weg, das Leben im Rausch meistern zu wollen, ist kein guter und vor allem kein gesunder.

Ich wünsche jedem, der irgendwann an dem Punkt ankommt, an dem sein Leben für ihn scheinbar zu schwer wird; lasst euch helfen! Steht das nicht alleine durch. Nur weil man Angst vor dem Fallen hat, sollte man nicht einfach gleich am Boden bleiben, um nicht mehr fallen zu können. Manchmal ist das Leben ganz schön hart, manchmal ist es sogar richtig beschissen. Aber wenn wir den Glauben aufgeben, dass es auch gute Momente, vielleicht sogar Zeiten geben wird, dann wird sich auch nichts mehr ändern. Das Leben ändert sich nicht, wir können es aber verändern. Das kostet manchmal Kraft und Mut, aber es lohnt sich. Es lohnt sich für jeden Moment, in dem uns die Welt perfekt erscheint und das Glück uns leise küsst. Wir müssen nur lernen, zu erkennen, wann es soweit ist…

 

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8. Februar Narrenzeit; bei manchen ja das ganze Jahr…

Letztendlich sind wir Narren. Narren, die immer damit beschäftigt sind, ihrem vermeintlichen Glück hinterherzulaufen. Viel Zeit in die Arbeit stecken, um sich danach erschöpft daheim zu verkriechen. Oftmals an nichts so sehr glauben wie an die Ungerechtigkeit, nichts scheint einem zuzustehen, erreichbar zu sein, den anderen geht es ohnehin viel besser. Wir sind Narren, wenn wir glauben, die Welt ändert sich irgendwann für uns, einfach so. Weil wir es verdient haben, es uns zusteht und überhaupt – bei anderen geht das ja auch. Wobei wir immer nur sehen, was andere erreichen, selten bis gar nie wissen, was sie davor alles dafür getan haben.

Und was für Narren wir erst in der Liebe sind! Wenn sie uns erst mal begegnet, die eine, richtige, unauslöschliche Liebe! Wenn! Wann? Dabei ist Liebe nicht die eine, entscheidende Begegnung, sondern die einfache Entscheidung, jeden Tag aufs neue was dafür zu tun. Immerhin müssen wir auch immer wieder daran arbeiten, uns selbst zu lieben; ich kann manchmal fast schon zickig sein und brauch dann auch einen Moment, das bockige, kleine Wesen, das ich dann grad bin, einfach in den Arm zu nehmen. Es gibt Momente, da findet man sich selber nicht so toll und trotzdem steht es einem zu, dass man sich liebt. Vielleicht mit dem Versprechen an sich selbst, in Zukunft anders zu handeln, zu reagieren, zu sein aber mit dem Wissen – dem Vertrauen – dass man trotzdem geliebt werden darf.

Wir sind Narren, wenn wir glauben, alles sei ganz einfach und wir hätten alles im Griff. Nichts haben wir im Griff, nichts außer unser Herz und unseren Verstand. Den Kompass und die Karte; was eine Menge ist, wenn man weiß, wie man damit umgeht. Nutzlos bleibt, wenn wir eines nicht haben; Vertrauen. Vertrauen, dass wir damit unseren Weg finden, immer. Und wenn wir das nicht verstehen, bleiben wir Narren…

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7. Februar … muss ich mir Sorgen machen?

Ich bin kein ängstlicher Mensch; im Gegenteil, ich kenn kaum Furcht. In absoluter Dunkelheit fühle ich mich nicht wohl. Aber von ehemaligen Panikattacken bin ich da auch auf „nicht wohlfühlen“ gekommen. Und ich hatte mal Angst, irgendwann ganz allein zu sein. Bis ich die Einsamkeit umarmt habe, „Komm rein“ zu ihr gesagt hab und ihr einen Stuhl angeboten habe. Seither kommt sie oft vorbei, sitzt eine Weile hier und geht dann irgendwann wieder. Wir sind sowas wie Freunde geworden, welche die nicht viel reden. Aber das müssen wir auch nicht, uns ist beiden klar, was wir hinter uns haben. Also auch die fürchte ich schon lang nicht mehr; im Gegenteil, oft genieße ich ihre Besuche.

Wovor also noch fürchten? Vor Krankheiten? Ich denke, die Angst davor macht erst recht krank. Klar, dass meinen Kindern was geschieht, das möcht ich wie jede andere Mutter auch nicht. Aber wie sollen da irgendwann Flügel wachsen, wenn ich sie immer zu fest umarme? Da ist Urvertrauen gefragt, dass ihnen nichts geschehen wird. Wohin also mit meiner Angst? Obwohl; neulich hab ich irgendwo gelesen: „Lass deine Liebe und dein Vertrauen größer sein als deine Angst“ – und ich schrieb drunter: „Welche Angst?“

Gibt es ein Leben ohne Angst? Und wenn nicht, wo stell ich meine dann hin? Einen kurzen Moment hab ich letzte Nacht gezuckt; der neue Dienstplan für nächste Woche ist online. Ich bin kein einziges mal eingeteilt. Weiß ich da irgendwas nicht? Haben die zu viele Leute inzwischen oder keinen Bock mehr auf mich? Hab dann erst mal weiter geschlafen. Wird schon seine Gründe haben. Und egal welche; sehr viel ändern werd ich da nicht können. Und wenn doch, dann werd ich es tun. Zur rechten Zeit, wenn es soweit ist. Und bis dahin mach ich mir noch keine Gedanken; denn die ändern am wenigsten…

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6. Februar … ich wünsch mir, dass es wahr wird…

„Wir wären glücklich, Millionen von Dingen tun zu können, die wir nicht zu tun vermögen. Der Wille ist da, aber es gelingt uns nicht, ihn zu verwirklichen. Wenn wir einen Wunsch verspüren, aber nicht über die Mittel verfügen, ihn zu verwirklichen, reagieren wir auf eine Weise, die wir Leiden nennen. Wer ist die Ursache des Wunsches? Ich, ich allein. Daraus folgt, dass ich selbst die Ursache aller erlebten Leiden bin.“ Swami Vivekananda

Interessante Sichtweise. Klar, bezieht sich nicht auf „aller erlebten Leiden“, denn niemand hat den Wunsch, geliebte Menschen zu verlieren. Also ist man auch nicht Ursache für das Leid, welches man durchlebt, wenn etwa jemand stirbt. Aber diese Wunschsache, die ist schon wahr, findet ihr nicht? „Hätte ich… Könnte ich… Würde ich…“ – hört man so oft. Manchmal utopisch, wo man nur mit halben Ohr zuhört, da man ein Gelingen ohnehin ausschließt. Manchmal naiv; was will ein Mensch, der sich mehr Geld wünscht, aber nicht im Traum daran denkt, dafür arbeiten zu gehen? Sich etwas wünschen ist also so eine Sache. Vielleicht sollte man nur mit gesundem Menschenverstand Wünsche äußern, dann ist die Chance wohl deutlich größer, dass man sie erfüllen kann. Ich wünsch mir im Moment auch nur, dass wir alle wieder fit werden und alles seinen gewohnten Gang wieder gehen kann. Dürfte eigentlich kein Problem sein, dieser Wunsch und ich glaube, das wird in absehbarer Zeit was. Und das spielt oft auch eine große Rolle; wünschen wir uns einfach nur was oder glauben wir auch von ganzem Herzen daran, dass es wahr wird…

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