22. März … und wenn der Glaube nicht mehr reicht, dann hoffen wir!

Hoffnung. Googelt man dieses Wort, findet man folgendes:

1. das Hoffen; Vertrauen in die Zukunft; Zuversicht, Optimismus in Bezug auf das, was [jemandem] die Zukunft bringen wird

2. positive Erwartung, die jemand in jemanden / etwas setzt

Aha, so ist das. Alles, was ich da grad übernehmen kann, ist das Vertrauen in die Zukunft und die Zuversicht. Ich habe gelernt, meinem Herzen – diesem Kompass tief in mir – zu folgen; blind, wenn es sein muss; bedingungslos und ohne jeden Zweifel. Seit ich das kann, hab ich mich nie mehr verlaufen. Zuversicht sollte uns nie fehlen, nie!

Optimismus; nun, ich bin in erster Linie Realist. Ich belüge mich nicht gerne selber, rede mir nichts schön und sehe die Welt immer durch meine Augen; mein Rahmen, meine Möglichkeiten, meine Grenzen. Meine Gedanken formuliere ich immer positiv, das ist reine Übungssache. Und bewirkt sehr viel, wenn man sich dessen bewusst ist, dass man immer das erhält, was man aussendet.

Erwartungen; diese Illusion habe ich zum Glück längst aufgegeben. Eine Erwartung ist in den meisten Fällen der Beginn einer Enttäuschung. Lieber klar formulieren, was man erreichen will und dann den eigenen Einsatz bringen. Führt wesentlich schneller und effektiver zum Ziel als einfach zu er – warten. Warten führt zu Stillstand… 😉

Aber was ist nun Hoffnung? Sie ist das kleine Licht in uns selbst, welches wir immer behüten sollten. Nie ausgehen lassen dürfen. Denn wenn unser Glaube mal nicht mehr reicht, dann entzünden wir ihn wieder an der kleinen Flamme Hoffnung. Es gab Zeiten, da hab ich diese kleine Flamme in meinen bloßen Händen schützend bewahrt; als sie alles war, was mir geblieben ist, vielleicht das einzige, was mich noch am Leben hielt. Manchmal kann ich dieses Gefühl in mir noch spüren, diese Nacktheit meiner Seele, diese Leere in meinem Herzen und die gewaltige Angst im Nacken, zu zerbrechen. Nicht nur am Leben, nein, vor allem an mir selbst . Mit diesem winzigen Funken Hoffnung in meiner hohlen Hand saß ich da, in der Dunkelheit, allein. Selbst dieses Gefühl von damals nehme ich heute sanft in den Arm und erkenne es an als Teil von mir. Einen, den es so nicht mehr gibt und doch hab ich mir dieses Gefühl behalten als Mahnmal an mich selbst. „Verlier nie die Hoffnung!“, sagt es mir immerzu und ich nicke wissend. „Verlier nie die Hoffnung, denn sie ist manchmal alles, was bleibt…“

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21. März … wir begegnen immer nur uns selbst…

„Nur wenn wir einem Problem unsere volle Aufmerksamkeit zuwenden und es augenblicklich lösen – es nicht in den nächsten Tag, in die nächste Minute mit hinüber nehmen – dann ist innere Abgeschiedenheit da. Es ist sehr wichtig, innere Abgeschiedenheit, inneren Raum zu haben; denn das bedeutet, in der Freiheit zu leben, unbelastet zu sein, zu wirken, schwerelos zu sein.“ Krishnamurti

Es geht nicht darum, sich den Kopf über etwas zu zerbrechen. Viel mehr geht es darum, zu verstehen; alles im Leben hat eine Ursache. Egal, was uns heute widerfährt – die Ursache dafür ist definitiv vorhanden. Ein Auslöser sozusagen, der heute entsteht oder irgendwo in der Vergangenheit zu suchen ist. Und dieser Auslöser wird etwas bewirken; das, was uns heute geschieht. Es geht also nicht darum, etwas zu verstehen; warum, weshalb, wieso geschieht uns das? Ausgerechnet uns! Sondern allein darum, die Ursache dafür zu suchen. Erst dann können wir verstehen und lernen. Und vor allem; es annehmen und loslassen. In den meisten Fällen sind wir selbst der Auslöser. Und wenn wir das herausgefunden haben und etwas Verstand besitzen, dann werden wir in Zukunft aufmerksamer leben. Bedachter und bewusster darauf achten, was wir wirklich tun, ganz einfach weil wir uns bewusst sind; egal, was ich mache, es wird Auswirkungen haben, auch auf mich!

Also bevor man sich wundert, warum einem nur schlechtes widerfährt und man vom Pech verfolgt scheint; wie viel gutes hat man denn selbst getan? Was hat man überhaupt selbst getan und fällt jetzt auf einen zurück? Wenn es also mal wieder rasant bergab geht und es das Leben scheinbar überhaupt nicht mehr gut mit einem meint; einfach mal bei sich selbst anfangen. Das Leben merkt sich nämlich alles und wird es dir zurückgeben. Und wer bei dem letzten Satz grade ein schlechtes Gefühl im Magen bekommt; immerhin hast du noch ein schlechtes Gewissen! Da ist noch nicht alles verloren… 😉

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20. März … danke fürs erinnern…

Einige Jahre leb ich ja jetzt schon sehr zurückgezogen. Kassiere immer wieder schiefe Blicke oder blöde Ansagen von Lehrern, Betreuern oder Therapeuten meiner Kinder. Und immer wieder erkläre ich denen; meine Kinder dürfen Sozialkontakte haben, soviel sie wollen. Mir kann es niemand aufzwingen!

Mir begegnen auch immer wieder Menschen, durch die mir sehr klar wird, warum ich mich von der Gesellschaft entfernt habe. Es gibt schon unglaublich dreiste Menschen, Schmarotzer und dergleichen. Nein, auch über sie urteile ich nicht; jeder muss selbst für sich entscheiden, ob er ein Gewissen hat oder nicht. Aber ich distanziere mich gerne von solchen Leuten. Zwar hat man am Ende das reinere Gewissen, aber fühlt sich doch manches mal wie der letzte Depp. Klar könnte auch ich es einfacher haben, mich auf mein behindertes Kind berufen und gar nichts mehr tun; außer mich schlau machen, was mir denn so alles zusteht und wie ich am besten dran komm. Nur wär das halt dann nicht ich, nicht meine Art, nicht das, was mich ausmacht. Wenn ich mir eines bewahrt habe – immer – dann ist das mein Stolz. Für manche leider ein Fremdwort. Meinen werde ich nie aufgeben; auch nicht für ein einfacheres Leben…

Leben und leben lassen; letztendlich muss ich nur mir selbst in die Augen schauen können, nicht anderen… 😉

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19. März … Angst ist doch auch nur ein Gefühl…

Angst. Immer wenn ich dieses Wort höre, gehe ich einen Moment in mich und horche. Reagiert da was? Schlägt da irgendwas an? Fühle ich sie gar irgendwo? Nein. Und ich habe viel da rein gefühlt und sogar mal eine Weile darüber nachgedacht. Manchmal, wenn ich schreckliche Dinge in den Medien aufschnappe, die man Kindern angetan hat, dann entsteht in mir die unsagbar große Bitte, dass das meinen Kindern nie geschehen mag. Nie, bitte nicht mein Kind! – so, wie wohl jeder der Kinder hat, darüber denkt. Ja wenn ich Angst fühlen kann, dann wegen meiner Kinder. Aber sonst? Nichts…

Muss es mir Angst machen, keine Angst mehr zu haben? Nicht vor mir selbst, dem Leben oder irgendwas? Ja, im Moment läuft bei uns gar nichts rund. Egal ob Arbeit, Daheim, Gesundheit; selbst Finanziell wird es jetzt vorübergehend richtig eng. Aber ich bleibe im Vertrauen, dass auch dieses mal alles gut werden wird. Ich glaube nicht daran, dass alles schon irgendwie gut gehen wird, sondern ich weiß, dass unser Weg wie immer weitergehen wird. Wir haben bald zehn Jahre zusammen verbracht, meine Kinder und ich und so vieles geschafft. Leicht war es eigentlich nie, aber auch nicht unmöglich. Und eines ist mir dabei immer klarer geworden; wenn der Wille größer wird als die Angst, dann wachsen wir über uns hinaus. Dann stellen wir uns die Frage erst gar nicht mehr, ob wir etwas schaffen, sondern wir rufen dem Sturm entgegen: „Jawoll, hierher, ich bin bereit!“

Angst ist auch nur ein Gefühl und für Gefühle können wir nichts – wenn ihr mich fragt. Allerdings machen wir uns frei von diesem Gefühl, wenn wir uns bewusst werden, dass sie nur existieren kann, wenn wir zulassen, sie zu fühlen. Und da ist sie wieder, unsere Eigenverantwortung. Wir geben den Dingen Raum und nur deshalb können sie sein. Und wenn wir das verstanden haben, dann machen wir uns frei von den Dingen, die in unserem Leben keinen Platz haben…

 

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18. März … so war das aber nicht geplant!

Das hat doch gestern wunderbar geklappt mit der Sonne. Und warm war das! Herrlich. Hätte nichts dagegen gehabt, dass es jetzt so bleibt; aber nö, heute ist es wieder ganz schön fies kalt. Also wieder einmümmeln und weiter durchhalten. Ewig kann das doch nicht mehr dauern, bis es konstant wärmer wird…

Wenn ich nur die Stille einfach sein lassen könnte. Auf mich wirken lassen und sehen, was sie aus mir macht. Aber nein, ich kann fühlen, wie sie mich aufsaugt, nach mir greift und ich weiß; wird sie mich erst mal ganz in ihren Fängen haben, komm ich da so schnell nicht mehr raus. Ich mag sie, so ist das nicht. Aber wenn sie Besitz von mir ergreift, dann ertrag ich keine Menschen mehr um mich. Schotten dicht. Will ich das? Ich weiß es noch nicht, aber mein Ziel war es nicht. Also erst mal einfach nur abwarten, wie es sich entwickelt. Die Zeit des Wartens also; auf den endgültigen Frühling und auf den Verlauf der Dinge. In der Stille begegnen wir uns selbst und nicht immer gefällt uns, was wir dort sehen…

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17. März … ich glaub an dich, wenn du selber nicht glaubst…

Das war gestern nichts mit Sonne und warm. Das versuchen wir heute gleich nochmal. Nur nicht aufgeben heißt die Devise; seh ich zur Zeit am besten an meinem Spiel. Da braucht man hin und wieder auch ein paar Anläufe bis es klappt. Gestern hat sich überraschend ein anderer Spieler zu mir gesellt und wir sind eine Weile zusammen gelaufen. Und das mitten in meiner Stille… 😉

Wir sollten ohnehin nie zu schnell aufgeben. Weder uns selbst noch andere. Manchmal ist alles, was wir für andere tun können, weiter an sie zu glauben. „Ich glaub an dich“ kann Balsam für die Seele sein, vor allem zu Zeiten, in denen man grad selbst nicht an sich glauben kann. Wenn wir dieses verlassene Gefühl in uns tragen und langsam glauben, die Welt hat uns vergessen und zusammen mit dem Glück verlassen. Uns selbst nicht mehr sicher sind, was wir können und vor allem – wie lange noch? Wir können vielleicht nicht jeden retten; verlassen sollten wir niemanden. Das Gefühl, in manchen Situationen nicht ganz allein zu sein, gibt einem oft schon Halt. Und auch wenn wir uns manchmal hilflos, ja machtlos fühlen, wenn andere neben uns zu Boden gehen; sie aufzugeben zerstört vielleicht die letzte Option, die sie hatten. Manchmal muss man vielleicht mal einen Schritt zurück gehen, klar sagen „Du zerstörst dich grade selbst, ich kann und werde da nicht zuschauen!“ und dann in sicherer Distanz sichtbar warten. Wenn alles gut geht, kommt der Tag, an dem unser gegenüber von allein wieder auf uns zu kommt und überzeugt von sich sagt „Ich such mir Hilfe, ich will da raus!“. Für mich war dieser Satz gestern der schönste, den ich seit langem von jemanden gehört habe. Und ich glaube immer noch und jetzt erst recht daran; er schafft das! Ich glaub an ihn und er weiß das…

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16. März … einmal wach küssen bitte….

Langsam kehrt wieder die Normalität ein bei mir und ich bin froh drum. Ich war schon lange nicht mehr so müde, aber das gehört wohl dazu. Den Rest des Spiels werde ich zu normalen Uhrzeiten spielen und sicher nicht mehr am Stück…

Nach tagelangem Regen und Wind soll das Wetter heute endlich besser werden; Sonne und bis zu 20 Grad. Im Moment kann ich es noch nicht recht glauben, es ist kalt und der Himmel grau. Mit etwas Glück wird das aber bis Mittag noch was und dann ab nach draußen. Kennt ihr das; einfach mal das Gesicht in die Sonne halten und sich von ihr küssen lassen? Die Augen schließen, Wärme spüren und dieses unbeschreibliche Gefühl, wenn irgendwas tief in uns drin erwacht? Herrlich, besonders im Frühling! So ein direkter Sonnenanbeter bin ich ja nicht, im Sommer such ich eher Schatten, obwohl es mir nicht warm genug sein kann. Aber wenn nach der Kälte die erste Wärme kommt, nutze ich jeden Moment davon. Und blende mal eben tapfer aus, dass es Montag nur noch 3 Grad sein sollen…

Sonne im Herzen macht das Leben leichter; aber manchmal muss auch unsere Seele ins Licht…

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