2. Januar … auf ein Neues!

… hab mal geglaubt, dass man immer nur weiter machen muss. Egal wie schwer es ist, wie müde man selbst, wie unendlich lang der Weg vor einem; man muss immer nur weiter gehen, irgendwie. Irgendwie immer noch mal einen Fuß vor den anderen setzen, das geht schon, irgendwie. Und vielleicht hab ich dabei nicht bedacht, dass es tatsächlich da draußen Menschen gibt, die einem daan hindern. Bei mir war es der eigene Sohn…

Am 23. Dezember habe ich es aufgegeben, habe mir selbst das Herz gebrochen und meinen Sohn fort gegeben. Trotz allem. Wegen allem. Für uns alle. Er ist in einer Pflegefamilie und ich wünsche mir so sehr, dass er nicht wieder in ein Heim kommt, wo ihm schon einmal schlimmes widerfahren ist.

Ich versuche seither, zu überleben, vor allem wieder mich selbst. Mein Gewissen, meine Gedanken, meine Angst… Wie sehr hatte ich gehofft, ich müsste ihn nicht wieder fort geben und könnte immer selbst auf ihn aufpassen. Und wie groß war wohl sein Vertrauen, ich würde ihm das nicht wieder antun. Aber es ging nicht mehr. Wieder hatte er angefangen, mich zu schlagen, regelrecht zu verprügeln, zuletzt jeden Tag immer wieder. Ich hab keinen Weg mehr gesehen, als ihn wo anders unterbringen zu lassen. Seither ist es so still bei uns, viel zu still. Ich vermisse ihn sehr oft und frage immer wieder nach, wie es ihm geht. Zum Glück gut…

Jetzt versuch ich nach vorne zu schauen, auf ein neues Jahr. Auf einen ganz neuen Weg. Endlich zurück in eine Arbeit, wieder ein Stück weit normales Leben mit Freiheiten, die mir längst abhanden gekommen waren. Und immer etwas Wehmut weil einer fehlt. Aber ich will tatsächlich nach vorne schauen, das Beste draus machen und hoffen, dass das jetzt endlich unser Weg ist. Ein Weg nach vorn. In das absolut Ungewisse, denn ich hab keine Ahnung, wie es weiter geht – weiter gehen soll – aber ich fürchte mich nicht. Mich hat so vieles stark gemacht, wir werden auch das jetzt überdauern. Ich werde nicht sagen, dass es nur besser werden kann, denn selbst das war schon mal Irrtum und es kam tatsächlich noch schlimmer aber ich werde vertrauen; darauf vertrauen, dass es gut wird.

Euch allen ein gesundes, glückliches und erfolgreiches Jahr 2020

Bild von Vesna Zivcic auf Pixabay 

3 Kommentare zu „2. Januar … auf ein Neues!

  1. Dein Blog wurde mir vorgeschlagen, daher hab ich mal geguckt. Ich wünsch dir für das neue Jahr 2021 viel Hoffnung und Kraft, Hoffnung, dass alles irgendwann besser wird und Kraft bis dahin durchzuhalten. Und natürlich Gesundheit. Viele Grüße aus München sendet dir Lydia

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