8. Dezember … was nicht stirbt hat nie gelebt!

… schon mal drüber nach gedacht, warum nach jedem Sommer die Welt anfängt zu sterben? Das Grün vergeht, das Laub verweht, jede Blume verwelkt und all die schönen Farben verschwinden wieder einen Winter lang im Nirgendwo. All die Träume, die in uns sterben, gehen die am Ende auch dort hin? Ins Nirgendwo, ganz unsichtbar, nie gelebt und schon verloren…

Mal sind wir laut, mal sind wir leise. Mal ganz groß, doch oft nur, um danach wieder ganz klein zu werden. Mal brennen wir und danach erlischt so viel in uns, dass wir Mühe haben, den einen letzten Funken zu bewahren. Manchmal weinen wir und versuchen uns zu erinnern, wann wir zuletzt gelacht haben. An manchem wachsen wir und anderes zwingt uns in die Knie. Im einen Moment zerbrechen wir, um uns danach, irgendwann wieder neu zu formen. Wann, sag mir wann ist mir entgangen, wie viel von uns selbst jedes mal verloren geht, wenn man zerbricht? Was hab ich gelernt, immer und immer wieder mich zusammen zu setzen, jedes mal wenn ich zerbrochen war. Was machte es schon, wichtig, wirklich wichtig war doch nur, all unsere An – teile wieder zu finden, irgendwo. Was die Zeit da nicht heilte, das fügte oft der Zorn wieder zusammen und wurde vom Schmerz geklebt. Es hielt jedes mal, also was sollte es schlimm sein, wieder und wieder zu zerbrechen? Ich halt fest, was einmal war, als würde ich mich selbst umarmen, nur um möglichst viel von meinem Selbst zusammen zu halten. Hatte ich mich selbst verraten? Mich verkauft, betrogen, am Ende mich selbst am meisten belogen? Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass ich viel zu spät merkte, wie viel wir von uns selbst jedes mal verlieren, wenn wir in tausend Teile zerspringen und zerbrochen irgendwo im Staub liegen. Mag sein, winzige Splitter gehen da jedes mal verloren aber mit der Zeit sieht man das sehr. Könnt ich noch einmal leuchten, in diesem Leben, ich wär das schönste Licht; durch all die kleinen Risse und Spalten würde es nach außen strahlen. Wie tausende kleine Sterne am dunklen Himmel. Ach könnte ich noch mal leuchten in diesem Leben…

Vielleicht, vielleicht sind wir wie die Jahreszeiten; wir keimen in der Hoffnung, wir nähren sie ganz groß und dann sehen wir zu, wie etwas in uns stirbt und es wird kalt. Dunkel und kalt. Und nach einer gefühlten Ewigkeit wird es wieder wärmer und heller und irgendwann, irgendwann wird wieder etwas keimen in uns. Hoffnung vielleicht oder Frieden. Und wenn es nur Liebe ist aber etwas, etwas wird immer wieder in uns entstehen. Wenn wir nur wollen, wenn wir nur können, wenn wir nur vorher den Winter überstehen…

Bild von Kurt Bouda auf Pixabay 

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