25. November … was bleibt, wenn die Welt dich nicht mehr hält…

Wo bin ich und warum so still? Gute Frage und vielleicht hätte ich sie tatsächlich gerne beantwortet aber es bleibt – weiter – still in mir drin und ich kann sehen, wie ich fast schon verlegen die Achseln zucke…

Was ist geblieben, von mir selbst? Welcher Teil in mir blieb stark, während der Rest leise in mir starb und wo sitzt die größte Wunde in meinem vom Schmerz taub gewordenen Fleisch? Ich weiß es nicht. Noch immer steh ich manches mal irgendwo rum und frage mich selbst, was ich eigentlich grade machen wollte. Wollte ich überhaupt grade was machen? Manchmal suche ich nach diesem Teil in mir selbst, der diesen Sommer nicht überlebt hat und ich muss zugeben, dass ich noch nicht mal so weit gekommen bin, raus zu finden welcher genau es war. Starb mein Lächeln während die Tränen es ertränkten oder mein Stolz, als ich mein Schwert fallen ließ und beschlossen hab, nicht zu kämpfen. Nicht zu kämpfen für mein eigen Fleisch und Blut… Starb mein Herz, welches nur noch selten schlug oder die große Sehnsucht darin,irgendwann diese Welt zu verändern, wenigstens für mich? Wann zerfiel dieser unendliche Glaube in mir, dass man bestehen kann, immer, egal was kommt. Wann, sag wann erlosch dieser Funke, den ich so sehr bewahrt hab tief in mir? Wann erlosch er und was, was wurde aus der Glut…

Manchmal, manchmal steh ich aufrecht da, heb meinen müden Kopf und trotze all dem, all dem was weh tut und einfach nicht vergeht. Geh einfach weiter, geh weiter, du schaffst das. Für einen Moment glaub ich das manchmal und dann schließ ich die Augen, ignorier die Tränen die sich wie Feuer ihren Weg durch mein Gesicht brennen und lächel still. Die Erkenntnis, dass manches auf dieser Welt nicht zu schaffen ist kommt immer schnell. Vertraut, mein alter Freund, vertraut bist du auch wenn du oft weh tust. Immerhin, auf dich ist Verlass, früher oder später kommst du jedes mal zur rechten Zeit und läuterst mich. Was sind wir klein auf dieser Welt, nichtig und klein und wie groß ist dein Schatten auf unserem Weg? Mich selbst belügen konnte ich noch nie lang und irgendwann hab ich es ganz verlernt. Verletz mich mit der Wahrheit bevor du mich mit einer Lüge versöhnst – hab ich immer gesagt. Ist es wahr dass jeder seine eigene hat und wenn ja, was geschieht dann mit den Dingen, die nun mal unausweichlich sind wie sie sind? Wessen Wahrheit ist das am Ende?

Manchmal steh ich einfach nur da, ich weiß gar nicht, wie lange und dann frag ich mich; was hast du gewollt, wolltest du überhaupt irgendwas? Ich weiß es nicht. Ich wollt leben, hab mein Gesicht der Sonne zugewendet und vertraut, dass dieses Licht mein Weg ist. Ich wollt leben und war bereit. Und dann wurde es dunkel, mein Vertrauter umschloss mich nachts und ließ mich nicht mehr los. Bald 4 Monate ist es dunkel und manchmal steh ich irgendwo, weiß nicht mehr, ob ich was wollte, was wollte ich, hab ich was gewollt? Es wird nicht mehr hell, es wird nicht mehr hell und ich suche Trost in der Dunkelheit. Wollte ich was? Ich seufze leise, lächel still. Wie viele verdammte Jahre haben wir schon zusammen verbracht, du und ich? Wie viele Täler haben wir durchwandert und wie viele Höhen nie geschafft? Durch wie viele Abgründe hast du mich schwarz umgeben und wie oft hab ich dich schon verflucht, gehasst, besiegt? Und doch kehrst du immer wieder zu mir zurück, wie ein alter Freund, der verzeiht und sich nicht davon abbringen lässt, mich zu begleiten. Vertraut bist du mir, vielleicht mehr als das meiste auf dieser Welt. Vertraut und verlässlich, wenigstens du…

Manchmal steh ich einfach nur da und versuch mich zu erinnern; wollt ich was, hab ich was gewollt, was wollte ich? Und dann seh ich dich, mein dunkler Freund und lehn mich eine Weile an dich. Es ist gut dass du da bist. Halt mich fest, halt mich ruhig fest, bring mich nach Haus. Bring mich nach Haus, ich glaub, ich wollt sowieso grade nichts…

Bild von Krzysztof_War auf Pixabay 

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