26. Oktober … auch Liebe muss man erst verstehen…

Letzte Nacht hab ich mich an den Anfang meines langen Weges zu mir selbst erinnert. All diese Erinnerungen waren in mir hochgekommen. Erinnerungen an meine Bestimmung, mein uraltes Wissen, meine wirkliche Heimat und all die abhanden gekommenen Teile in mir. Wer bin ich und wann, wann hatte ich aufgehört, ich selbst zu sein? Wie viel von mir selbst steckte noch in mir, was davon würde ich wieder beleben können und wie schwer, wie schwer wird es werden? Ich machte mich auf den Weg ohne wirklich zu wissen, wo er ist. Wo wird er mich hinführen, wie steil wird er werden und ist er es wirklich wert, ihn zu gehen? Er wird dich zu dir selbst bringen, war mein Gedanke und ich fand ihn gut. Ich selbst! Zum ersten mal konnte ich spüren, wie weit fort von mir selbst ich war. Nie war es mir aufgefallen, was das Leben aus mir gemacht hatte. All meine Erfahrungen, die Höhen und Tiefen, jeder einzelne Abgrund. Das alles hatte mich geformt und ich hatte nie einen Gedanken daran verschwendet, ob es gut oder schlecht war. Ich stieß sie auf, diese Tür in meine Vergangenheit, in diese andere Welt, die Anderswelt. Neugier war dabei aber viel mehr trieb mich eine innere Sehnsucht, als würde man heim gehen nach langer Zeit…

Wo fang ich an, hab ich mich damals gefragt. Und ohne groß nachzudenken suchte ich nach meines gleichen. Wenn es also wahr ist und ich diese Dinge mit mir trage, von Leben zu Leben und ich fähig war, mich zu erinnern und dieses Wissen allein aus der Quelle meiner Seele schöpfen konnte, dann stimmte es also; es gibt uns. Es war mir egal, wie man das nennt; Hexe, Schamane, Priester, Seher; es spielte absolut keine Rolle für mich. Was mich allein interessierte war die Tatsache, dass es viele von uns geben musste und ich wollte sie finden. Ich begegnete dank dem Internet einer sehr großen Gruppe von uns und mit erstaunen stellte ich fest, dass ich Menschen gefunden hatte, die mich zum ersten mal in meinem Leben verstanden. Egal wovon ich sprach, sie kannten es, wussten davon, hatten davon gehört. Niemand zweifelte auch nur einen Moment an dem, was ich zu erzählen hatte. Zum ersten mal gehörte ich dazu und wurde nicht ausgegrenzt weil ich seltsame Dinge erzählte.

Mit der Zeit stellte sich heraus, dass all diese Menschen nur einen Unterschied zu mir hatten; sie sprachen immer von Liebe und Licht. Nein, das war ich nicht. Ich war Schatten und ein Großteil meines Selbst bestand schon viel zu lange aus Hass. Und dieses ewige Gerede von Liebe ging mir ziemlich schnell auf den Senkel. Wie kann man so viel Blödsinn schwurbeln? Kein Mensch ist randvoll mit Liebe und liebt alles und jeden. Keiner! Das konnte mir niemand erzählen. Und doch wollte ich mich darauf einlassen; ich wollte sehen, ob ich auch im Licht leben kann und voller Liebe. Und ich kann sagen, es waren die schwersten Wochen meines Lebens. Ich hab tatsächlich versucht, alles und jeden zu lieben, egal wie man mit mir umging. Und es war mir irgendwann zuwider, Menschen mit Liebe zu begegnen, die noch nicht mal meinen Hass verdienten…

Ich ging also zurück in meinen Schatten und genoss es, niemanden mehr lieben zu müssen der mich in Wirklichkeit tierisch nervte. Das ist drei Jahre her und ich hatte dieses Thema für mich erledigt. Viel zu anstrengend. Und jetzt steh ich hier und fange an zu verstehen. Fange an zu verstehen weil ich einen Satz gelesen habe; Verzeihen ist die größte Heilung. Für mich sind solche Sätze manchmal der Schlüssel zum Verstehen. Hab ich nicht grade Verzeihen gelernt? Und zwar in seiner größten Form? Habe ich nicht grade durch Verzeihen mein selbst, mein Herz, meine Seele davor bewahrt, zu verrohen und zugrunde zu gehen? Zugrunde in Hass, der mich wieder aufgefressen hätte, ganz wie früher? Ich hab das nicht erlaubt. Ich hab es nicht zugelassen weil – ja warum eigentlich? Aus Liebe zu mir selbst! Und DAS, das ist die Liebe, mit der wir uns füllen müssen. Nicht mit der Last, alles und jedem da draußen in Liebe zu begegnen, sondern nie aufhören, uns selbst mit Liebe zu begegnen. Egal was wir grade fühlen, wollen oder nicht können; wir sind es immer Wert, geliebt zu werden, vor allem von uns selbst! Wir müssen nicht randvoll Liebe sein. Es genügt, wenn wir sie für uns immer behalten. Und von Zeit zu Zeit vielleicht mal in sich horchen; bei all der Liebe, bin das noch ich selbst?

Bild auf Pixabay von Leni_und_Tom / 59 images

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