5. Mai … glaubst du auch, dass es dich stark macht?

Die Mystiker und Dichter Indiens fragen sich immer wieder, was ein Heiliger sei und kommen dabei auf die wunderschönsten Antworten: „Ein Heiliger ist wie eine Rose.“ Hat schon mal jemand eine Rose sagen gehört: „Ich verströme den Duft nur für die guten Menschen, die an mir riechen, den Bösen werde ich meinen Duft vorenthalten.“? Nein, niemals. Es liegt in der Natur der Rose zu duften.

Aus dem Buch „Gib deiner Seele Zeit“ / Anthony de Mello

Ich sag ja immer „Glaube an das, was du willst aber glaub!“. Für mich spielt das ohnehin keine Rolle, woran jemand glaubt. Oft werde ich gefragt, ob ich an Gott oder Teufel glaube und ich muss immer wieder enttäuschen; weder noch! Auch wenn ich immer wieder von negativen Energien spreche oder von einem Pakt – ich diene niemandem, auch keinem Gott. Ich glaube zu allererst an mich selbst und danach kommt lange nichts. Und wer das für abgehoben halten möchte, der darf das tun! Ich verehre mich nicht selbst, keine Sorge. Ich glaube nur nach wie vor daran, dass ich auf dieser Welt noch sehr viel erreichen kann, wenn ich es nur will. Und erfahre zur Zeit wieder intensiv, wie viel in unserem Leben allein davon abhängt – unserem Willen! Viel zu lange habe ich mich in dieses Feld der Hoffnung begeben; habe verharrt und gewartet und gehofft, alles wird gut. Aber das wurde es nicht. Und wenn ich ehrlich bin; ich habe nicht sonderlich viel dazu beigetragen, dass es gut wird. Hoffnung und Glaube ist schön und gut aber sich allein darauf zu verlassen ist wohl töricht…

Wenn es ihn denn gibt, diesen Gott an den ihr glaubt, dann steht ja irgendwo in der Bibel sinngemäß; Gott liebt alle seine Schafe, die weißen und die schwarzen. Also auch mich, das tiefschwarze. Demnach gibt er auf mich acht, ob ich ihm Beachtung oder gar meinen Glauben schenke ist ihm dabei egal. Wie einer Rose eben, die einfach duftet, egal ob einer dran riecht oder nicht. Ich verlasse mich nicht auf Gott. Ich hab jede Geschichte über ihn gelesen, selbst die, die nicht in der Bibel stehen. Hab ihn oft in Frage gestellt und weiß doch, er hat das mit mir nie getan. Warum auch, er geht davon aus, dass ich eins seiner Schafe bin und meinen Weg finde; wenn nicht allein dann mit seiner Hilfe. Eine Zeit lang hab ich ihm sogar den Rücken gekehrt, jede schwarze Bibel studiert und mich dort nicht gefunden. Die Welt besteht aus allen Teilen, nicht nur aus den guten. Und mal ganz ehrlich; es spielt überhaupt keine Rolle, woran man letztendlich glaubt. Wirklich wichtig ist doch nur, dass man an das glaubt, was einen stark macht. Und genau das macht den Glauben aus; er macht uns stark, nicht unseren Gott. Das ist nicht wie im Fußball, wo der Verein mit den meisten Fans erfolgreicher ist. Mehr Fans, mehr Geld, mehr gute Spieler finanzierbar. Ein Gott hat keine Fans. Ein Gott lässt glauben und wenn wir uns drauf einlassen, macht er uns stark. Ich bin mal so weit gegangen zu behaupten; nicht Gott hat uns erschaffen, sondern wir ihn. Und genau so halte ich es bis heute. Er braucht mich, um existieren zu können. Ich, ich brauche nur den Glauben, dass mich etwas stark macht. Mein Glaube bin ich selbst und ich mache mich damit selbst stark also warum nicht an mich selbst glauben, wenn es ohnehin keine Rolle spielt? Und wie oft haben wir in unserem Leben etwas angefangen und niemand, außer vielleicht uns selbst, hat an uns geglaubt. Ich sage vielleicht, denn es gibt zu viele Menschen, die kämpfen bis zum umfallen und glauben nicht ein einziges mal an sich selbst…

In den letzten Wochen daheim wegen Corona haben uns viele Betreuer und Lehrer angerufen. Selbst die Psychologin vom Hort meines Sohnes meldet sich immer mal wieder bei uns. Zweimal rief uns auch die Religionslehrerin meiner Kinder an. Eine sehr nette Dame. Und mit den typischen „Der Herr weiß was er tut“ und „Gott lässt uns auch jetzt nicht allein!“ – Floskeln, die jeder religiöse Mensch gerne verteilt. Ich hab ihr irgendwann gesagt, dass ich von alldem nichts halte und meinen eigenen Glauben habe. Ihre Reaktion darauf fand ich sehr angenehm. Ihrer Meinung nach steht es jedem Menschen frei zu, an das zu glauben, was er für richtig hält. Es stört sie nicht, dass ich zwar evangelisch bin, meine Kinder ihren Unterricht besuchen, während ich schon lange nichts mehr mit Gott, Kirche oder Jesus am Hut habe. Einer meiner Söhne liebt Jesus, der andere hat dafür genauso wenig Interesse wie ich. Jedem das Seine und darauf einigten die Religionslehrerin und ich mich friedlich. Eine sehr schöne Reaktion von jemandem. der seinen Glauben zum Beruf gemacht hat. Sie wünschte uns zum Abschied alles Gute und versicherte, dass sie für uns beten würde. Ja, kann sie gerne tun,tut mir nicht weh. Jedem das Seine…

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Bild von Peter H auf Pixabay

 

 

 

 

 

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