4. Mai … von vergangenen Tagen und was sie verloren…

Jeder kennt sie wohl, diese Frage nach all den Dingen, die ungelebt blieben. Welchen Beruf wollte man einst erlernen, als einem in Kindesjahren die Welt noch unendlich erschien und hinter all den fantastischen, bunten Eigenheiten des Lebens noch keine Pflicht und Arbeit steckte? Welche großen Abenteuer hat man sich ausgemalt in seinen kühnsten Träumen, wie mutig und furchtlos haben wir in unserer Vorstellung die Welt erforscht, entdeckt, erobert? Wann haben wir diese vorurteilsfreie grenzenlose Art, die Welt mit unseren ganz eigenen Augen zu sehen, verloren? Und wann, wann haben wir zugelassen, dass all diese Träume einfach sterben, ungelebt…

Wo sind sie hin, diese Träume, welche nie gelebt wurden? Und was hat ihnen gefehlt, um den Wert zu haben, sie wahr zu machen? Der Mut, der Ehrgeiz, die Zeit? Wenn wir heute da wären, wo wir einst sein wollten, wo wären wir dann? Doch da sind wir nicht, waren wir nie. Und wahrscheinlich, wahrscheinlich werden wir da auch nie sein. Obwohl wir gekämpft haben, immer gekämpft. Hungrig, blutend, müde gekämpft. Leider nie für unsere Träume, sondern nur, um zu überleben…

Mit jedem Traum, den wir begraben haben, hörten wir mehr und mehr auf, neue zu gebären. Nicht, weil wir keine mehr hatten, sondern viel mehr weil wir irgendwann dieses leise berstende Geräusch nicht mehr ertragen konnten, wenn wieder einer wie viel zu dünnes Glas zerbrach. Wie viele Scherben inzwischen auf diesem Haufen liegen; Scherben ungelebter Träume. Und wie viele von ihnen haben kleine schmerzende Splitter in unseren Herzen hinterlassen? Für jeden verlorenen Traum ein blutend leeres Loch…

Und doch heb ich trotzig den Kopf; entgegen dem Wind und entgegen jedem Zweifel auf dieser Welt, der da sagt; Träume, Träume werden nur geboren um zu sterben. Werden sie nicht! Denn solange ich meinen letzten Mut noch aufbring, vermischt mit leisem Wahnsinn, solang werd ich es mir nicht nehmen lassen, weiter zu träumen. Weiter träumen, dass einer von ihnen wahr wird und vielleicht, vielleicht fang ich auch endlich damit an, was dafür zu tun…

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Bild von davidosta-David Osta auf Pixabay

 

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