3. Mai … und was macht es mit dir?

Was macht das mit uns, mit euch, dieses daheim rumsitzen und mehr oder weniger nichts (sinnvolles) tun? Wo bringt es jeden Einzelnen von uns hin; an Welche Grenze, an welchen Punkt, in was für Elend? Viele treibt es an finanzielle Grenzen bis hin zur Existenzangst. Manche treibt es an psychische Grenzen bis ans Ende ihrer Belastbarkeit. Die Einen vereinsamen und ertragen es längst nicht mehr, allein zu sein und Andere – so wie ich – würden alles dafür geben, wenigstens mal eine Stunde allein zu sein. Ich möchte da im Moment grade gar nicht drauf eingehen, was alles verboten war und ich meine ja bis heute, dass man keinen Besuch haben durfte. Da wird ja momentan stark dagegen gerudert und behauptet, das sei ein Missverständnis gewesen. Starke Leistung, wenn Millionen Menschen das Gleiche missverstehen… Aber gut, darum geht es hier grade gar nicht…

Mehr und mehr merke ich, was dieses Corona und wie die Regierung damit umgeht, aus mir gemacht hat und macht. Wie erwähnt, ich wär mal wieder gern allein. Diese andauernde Aufmerksamkeit, die ich zu 100 Prozent immer haben muss, damit sich meine Kinder nicht zerfleischen, ist sehr anstrengend. Sich aus dem Weg gehen ist auf den wenigen Quadratmetern nicht besonders einfach und mein Großer lässt das ohnehin nicht zu. Der dackelt einem selbst aufs Klo hinterher… Aber was macht es mit uns selbst, mit unserer Seele und unserem Verstand? Mit unserem Herzen, welches so gern manchem Ruf folgen mag und seit Wochen nur noch diese Stille herrscht? Für mich ist es nie unerträglich geworden, dieses Warten, ausharren, aushalten. Nur kam für mich jetzt dieser eine entscheidende Moment; unsere neuen Nachbarn. Und die Erkenntnis; man hat immer zwei Möglichkeiten im Leben; man kann etwas aussitzen, mit all seiner Hoffnung, die man in sich trägt und jeglichem glauben an Wunder. Oder man begreift irgendwann, dass sich manches eben nie ändern wird, wenn man es nicht selbst macht. Unser Stillstand ging nicht mit Corona los, der ging los, als ich meinen Job verloren habe. Mag sein, wir hatten Glück und durch diesen Virus weit weniger verloren als viele andere da draußen. Und doch muss mir endlich klar werden wie vielen anderen da draußen wahrscheinlich auch grade – und die erfahren es wesentlich schmerzlicher als ich – ; wo auch immer wir im Leben mal waren und was davon wir irgendwann auf unserem Weg verloren haben, eines dürfen wir nie vergessen: dort, wo wir mal waren, dort, mindestens dorthin muss es uns doch möglich sein, zurückzukehren. Ich weiß, ich red mich leicht; mindestens. Aber vielleicht finden wir den Mut und die Kraft, daran zu glauben, dass wir immer dahin zurück kehren können, wo wir einst gestanden haben. Und wenn wir über uns hinaus wachsen, dann vielleicht sogar noch weiter…

Ich persönlich werd jetzt den Schritt raus machen aus dieser Starre. Ich finde, es reicht. Und bevor ich mich jetzt wieder in den Wochen vertue – Gruß an meinen Liebsten, der mich da immer aufmerksam korrigiert – erwähne ich dieses mal keine Zahlen. Nur Fakten; es reicht! Mir zumindest. Dieses Corona kann mich mal. Und unsere neuen Nachbarn auch. Ich werd mir jetzt zurück holen, was ich mir nie hätte nehmen lassen sollen; meine Freiheit, so zu leben, wie ich es für richtig halte. Und vor allem; in Ruhe…

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Bild von enriquelopezgarre auf Pixabay

 

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