2. Mai … die Hoffnung starb zuletzt…

Meine Güte, es ist schon Mai! Wo ist die Zeit hin? Ich sitz irgendwie immer noch mit meiner Mutter an meinem Geburtstag in dem Cafe. Das war Anfang März. Da war die Welt noch in Ordnung. Ich hab zwar mit einem seltsamen Bauchgefühl versucht, meine Mutter davon abzuhalten, nach Österreich zum Skifahren aufzubrechen, was sie nach unserem Treffen tun wollte aber da blieb sie stur. Italien fing damals grade an, Grenzen dicht zu machen. Zehn Tage später wussten wir schon, dass die Schulen zu machen. Von einem Tag auf den anderen war unsere Normalität dahin. Unsere und damit meine ich jeden von uns, auch euch…

Inzwischen haben wir neue Nachbarn über uns. Die letzten sind mit großem Tamtam und noch mal stark demonstrierend, wie asozial Mensch sein kann, abgezogen. Man denkt ja oft, es geht nicht schlimmer. Fakt ist, dass am 30.April vormittags die Wohnung über uns lautstark vom Vermieter auf Hochglanz gebracht wurde und am Nachmittag rollten die Nachmieter an. Habt ihr schon mal einen Umzug mit einem VW Golf und einem Jeep gesehen? Ich inzwischen schon. Wir haben jetzt ein ausländisches Paar über uns, welches uns nicht versteht – verstehen will? – und die letzten beiden Nächte damit verbracht haben, sich anzubrüllen. Da ist man froh, versteht man die Sprache nicht – wäre es deutsch könnte ich mitdiskutieren… Das Ganze ging bis Mitternacht, dafür schläft man dann bis Mittag. Also wieder Nachtmenschen, die mir wohl nicht viel Schlaf gönnen werden. Ich ärger mich schon gar nicht mehr. Ich werd jetzt aber Himmel und Hölle in Bewegung setzen und sehen, dass wir hier raus kommen. Anstatt mich aufzuregen werde ich diese „sympathischen“ Nachbarn dazu nutzen, mich selbst anzuspornen und einen Weg zu finden, wie wir hier weg kommen. Vielleicht ist das der Tritt in den Hintern, den ich endlich brauch. So jedenfalls darf das nicht weitergehen…

Noch immer haben wir – wie viele anderen auch – keine Ahnung, wann es weiter geht mit Schule und Hort. Der Arbeitsmarkt blüht grade auf und ich kann mich nicht mal bewerben. Was soll ich denen sagen? Ich kann anfangen mit arbeiten, wenn irgendwann sowas wie Normalität eingekehrt ist? Tolle Aussichten… Und was ist Normalität? Dass die Kinder die nächsten Monate abwechselnd in die Schule gehen, da man die Klassen halbieren muss? Das klingt für mich sehr nach der Verdammnis, noch ewig ohne Job – und Geld – daheim zu sitzen. Und doch werde ich was tun müssen, was ändern. Ich bin es langsam leid, mir mein Leben von rücksichtslosen Menschen schwer machen zu lassen. Wir haben seit drei Jahren kaum Nachtruhe gehabt und so sehr gehofft, dass es jetzt ein wenig besser wird. Grade in den letzten Wochen, wo die Kinder immer Zuhause waren und ich immer unter Strom stand und weiter steh, ist die Nachtruhe so wichtig für mich. Wenn sich Nachbarn bis Mitternacht anbrüllen fällt um 4 Uhr nachts aufstehen irgendwann ganz schön schwer…

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Bild von Pixabay

 

2 Kommentare zu „2. Mai … die Hoffnung starb zuletzt…

  1. Es tut mir sehr Leid für Dich und Deinen Kindern das Du das Durchmachen musst. Die Verhältnismäßigkeit die in Moment herrscht und mit denen Du schon seit Jahren zu tun hast geht auf die Psyche. Da denke auch lieber weg und woanders zu Ruhe kommen.🙂🌞🌹G.Michael.

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