28. März … schweig und höre, wenn das Leben zu dir spricht!

„Ich lass mir meine Freiheit nicht nehmen!“ – wie oft hat man das in letzter Zeit gehört? Erstaunlich, wie schnell man seine eigene Freiheit definieren kann, wenn man darauf bestehen will. Hat man bisher Menschen gefragt, ob sie frei sind, so lautete die Gegenfrage „Was heißt frei sein?“ oder „Definiere frei“. Jetzt, wo es ein paar Regeln gibt weiß scheinbar plötzlich jeder, was seine Freiheit ist. Und ich frage mich; wie oft haben es jene, die grad am lautesten danach schreien, ihre angebliche Freiheit tatsächlich genutzt, als sie noch frei zur Verfügung stand? Und wie viel von den vorgenommenen Dingen haben sie letztendlich aufgeschoben, verschoben oder gänzlich einfach verworfen? Aus Faulheit, Trägheit, Nichtigkeit…

„Den wahren Wert der Dinge erkennen wir erst dann, wenn wir es verloren haben“ – so ähnlich lautet ein weiser Spruch von irgendwem – seht es mir nach, dass ich grad nach keiner Quelle suche. Fakt ist, dieser Jemand hat so recht. Haben wir alles, dann ist es selbstverständlich. Es liegt irgendwo bequem in unserem Leben rum, interessiert nur hin und wieder, denn wir sind uns dessen ja so sicher und haben da ja quasi so was wie ein Recht drauf. Aber wehe dem, es wird uns genommen, dann vermissen wir es entsetzlich und brüllen danach. Erinnert mich ein wenig an meine Jungs; wenn die Holzeisenbahn fröhlich vor sich hin gammelt, vergessen und verstaubt irgendwo seit Wochen in der Kiste. Und dann will einer damit spielen und plötzlich will genau das der Andere auch… Oder die letzte rote Paprika im Kühlschrank; liegt da irgendwo rum, wird tagelang ignoriert. Aber wenn sie dann anfängt zu vergammeln, dann wird sie beklagt. Oh die schöne Paprika. Und obwohl man sie inzwischen nicht mehr essen kann wird sich darum gestritten; wer hätte sie bekommen wenn…

Wenn wir jetzt, jetzt in dieser Zeit, ganz leise sind und uns dieses eine mal diesem für uns nicht mehr nachvollziehbarem Leben hingeben, dann können wir so unsagbar vieles lernen. Vom Leben, von den längst vergessenen Dingen, von Werten, Einigkeit und Nächstenliebe, Hört genau hin, das Leben flüstert, es erzählt von Zeiten, die bei uns längst verstaubt sind. Von Reichtum, den wir als selbstverständlich erachtet haben. Von Freiheit, welche wir vorher nie wirklich erkannt und geschätzt haben. Hört genau hin, denn oft flüstert das Leben nur ein einziges mal…

laguna-4899802_1920

Bild von pladicon2012acacias auf Pixabay

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s