31. Januar … du bist immer noch, was du denkst!

„Wir werden doch nur verarscht!“ hat mir gestern jemand gesagt. „Wir werden verarscht!“

Eigentlich hatte ich diesen jemand nach seinem Urlaub gefragt, wie es war. Und dann wird mir erzählt, dass er jetzt kein Fleisch mehr isst, nur noch Gemüse und Obst und er wisse jetzt, wie sehr wir doch hier in Deutschland verarscht werden.

Ich frage mich, warum man für diese Erkenntnis zehn Tage Billigurlaub auf den Philippinen braucht aber gut; besser so als nie. Viel schlimmer finde ich die Aussage: „Es war die schönste Zeit meines Lebens!“ Von einem Mann über 50. Autsch…

Was ist los da draußen? Manchmal frage ich mich, wie viele von euch sind eigentlich noch am Leben, atmen noch, fühlen noch, leben noch? Und wie viele – um Himmels Willen – vegetieren scheinbar nur vor sich hin. Einzige gelegentliche Regung von vielen; Aufschrei über das System, Hysterie wegen irgendwelchen Viren, Wutschrei gegen die Politik – danach wieder Stille…

Manch einen möchte ich langsam fragen; hast du heute schon getanzt? Einfach nur getanzt weil dein Lieblingslied im Radio lief, du es dezent lauter gedreht hast und dann für einen Moment vergessen hast, wo du grade bist? Wann hast du das letzte mal deinen Kopf in den Nacken gelegt, wenn du raus in die Dunkelheit getreten bist, um die Sterne zu sehen? Wann hat dich das letzte mal etwas einfach so zum lachen gebracht, weil es komisch war und du hast wie ein kleines Kind beinah gekullert vor Lachen? Sag mir, wann hast du das letzte Mal gelebt? Nicht über den Regen geschimpft, sondern seine Tropfen gezählt; nicht die Kälte blöd genannt, sondern begeistert deinen eigenen, sichtbaren Atem in der eisigen Luft bestaunt; nicht über den Lärm dieser Welt gemotzt, sondern dankbar anerkannt, dass du ihn hören kannst? Sag mir, wann hast du aufgehört, dankbar zu sein und angefangen, in allem Verrat, Hintergehen, Lüge, Betrug und gar Verschwörung zu sehen? Wann bist du raus gegangen und hast die Dinge beim Namen genannt, beim richtigen Namen, ungeschönt und voller reiner Wahrheit? Wann warst du das letze Mal wirklich ehrlich zu dir selbst? Und wann, wann hast du deine Seele, dein Herz so sehr zerstört, dass du glaubst, allein zehn Tage deines Lebens waren wirklich schön? Sag mir wann???

Ich weiß, es ist nicht leicht, seinen ganz eigenen Weg zu gehen und diesem Lebenwert zu schenken, jeden Tag aufs Neue. Das heißt, doch, eigentlich ist es das. Es ist ganz einfach; alles, was daran schwer ist, ist es, damit anzufangen. Raus aus dieser ewigen Opferrolle und rein ins Leben. Sich selbst einzugestehen; dem, was mir im Leben missfällt, dem steht so unglaublich vieles gegenüber, was mir gefällt. Und wenn es davon zu wenig gibt, dann muss man eben mehr davon tun, was einem gefällt. Ich hab vor wenigen Tagen mein uraltes Keyboard ausgegraben und siehe da; ich kann es noch. Ich kann noch Klavier spielen, auch wenn das Keyboard dafür etwas zu klein ist. Aber ich hab Freude daran, es gefällt mir und ich träum von einem Klavier, irgendwann. Und bis dahin üb ich das Spielen. Erfüllt eure Zeit mit schönen Dingen; die schlechten kommen von ganz allein. Es liegt an uns, was überwiegt!

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Image by Alex Prykhodko from Pixabay

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