28. Januar … das wollt ich nicht…

Seit Oktober 2019 hab ich nun keinen Job mehr und kassiere auf meine Bewerbungen nur Absagen; wenn überhaupt, die meisten lassen nie was von sich hören… Und seit Oktober hab ich meinen letzten Chef um eine Beurteilung für fast 5 Jahre Arbeit bei ihm gebeten. Fehlanzeige.von anfangs „logisch, bekommst du!“ zum jetzigen Stand der Dinge, nämlich dass meine Nachrichten nicht mal mehr gelesen werden und der Brief an mich zurück kommt. Die Dame aus der Maßnahme vom Arbeitsamt meinte, ich solle mich bei Gericht beraten lassen. nun, gestern hab ich mich endlich überwunden. Ich bin zum Arbeitsgericht und hab mein Problem vorgetragen. „Setzen Sie sich, wir schreiben gleich mal eine Klage.“ (hier bitte den Smiley mit den weit aufgerissenen Augen einsetzen. Danke!)  Geschätzte 5 Minuten später legte sie mir einen zweiseitigen Brief vor, auf welchem die erste Seite groß und fett das Wort „Klage“ zierte. Schön zentriert und freistehend. Ich las die zwei Papiere durch und setzte dann auf ihr Kommando meine Unterschrift drunter. Eines von zwei Exemplaren dieser Anklageschrift durfte ich mitnehmen. Nachdem ich das Haus mit der energisch auftretenden Dame vom Gericht verlassen hatte, hielt ich mir die ausgehändigten Blätter nochmal unter die Nase. Und ganz ehrlich; mir wurde flau im Magen…

Fast 5 Jahre hab ich für meinen Chef gebuckelt. Oft daheim alles stehen und liegen lassen und bin an meinen freien Tagen ins Auto gestiegen weil Not am Mann war und hab ausgeholfen. Ich hab in diesen Jahren kein einziges mal vernünftig Pause gemacht, dafür fehlte grundsätzlich die Zeit. Aber einmal die Woche, wenn der oberste Chef persönlich vorbei kam, da durfte ich mir den Anschiss abholen. Obwohl ich zu den fleißigen und zuverlässigen gehörte und tatsächlich immer einen Lappen in die Hand genommen habe, wenn wirklich mal Zeit dafür übrig war, durfte ich mir anhören, was ihm alles nicht passte. Lob gab es keines in all den Jahren, nur Anschiss. Von 4 Weihnachten, die ich dort beschäftigt war, wurde ich an dreien vergessen. Einfach übersehen. Und doch weiß ich, dass ich meine Arbeit gut gemacht habe. Bei den Meetings, welche immer zu unmöglichen Zeiten statt fanden, hab ich fast immer gefehlt. „Macht nichts“, hieß es dann immer, „bei dir weiß ich ja, dass alles passt!“

Ich hab diesen Job trotz allem geliebt und war immer dankbar. Mein Chef hatte mir eine Chance gegeben, die mir seit 4 Monaten kein einziger gibt. Weil ich unflexibel bin, ein betreuungsintensives Kind habe und zu allem Übel auch noch alleine damit bin. Niemand gibt mir eine Chance, ihm zu zeigen, dass ich trotzdem gute Arbeit abliefern kann und mir umso mehr Mühe gebe. Und der Einzige, der mir diese Chance bisher gab, wird jetzt verklagt. Ich hab da kein schönes Gefühl dabei. Ich hätte das gerne anders gelöst. Schade.

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Bild von Werner Longerich auf Pixabay

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