13. Januar … was geht es mich an?

So einen schönen Beitrag auf Twitter gelesen. Da schrieb jemand sinngemäß:

… wieder so einen dicken BMW mit laufendem Motor auf dem Gehweg stehen sehen. Bestimmt wieder so ein verwöhnter Sohn, der von den Eltern gesponsert bekommt und denkt, er kann sich alles erlauben. Wollte dem im vorbei – gehen gleich mal einen finsteren Blick zuwerfen, da seh ich, dass der hinterm Steuer sitzt und weint…

Wer steckt da nicht selber oft drin; man sieht etwas, was einem immer wieder negativ auffällt und man erstellt da irgendwann auch diese Kategorien; sind doch immer die selben, die das machen! Denken, sie dürfen alles! Machen, was sie wollen…

Erst kürzlich war ich einkaufen und wie immer stand direkt gegenüber von der Ladentür ein Auto im Parkverbot. Ich lächelte kurz auf, was inzwischen meine einzige Reaktion darauf ist, immerhin steht da so gut wie immer jemand. Was aber nicht immer so war, es gab durchaus Zeiten, da konnte ich mich tierisch über sowas aufregen. Nachdem ich also mein Auto abgestellt hatte, ging ich zu den Einkaufswägen, um mir einen zu holen. Auf Höhe des falsch geparkten Autos sah ich dann, dass ein Mann einer Frau mittleren Alters auf der Beifahrerseite beim Aussteigen half. Auf Krücken bewegte sie sich sehr langsam und sichtbar mühsam Richtung Eingangstür. Aus einer Jogginghose ragten unten sehr dünne Beine hervor und ihr Kopf war mit einem Tuch bedeckt. Ich versuchte, mein Mitleid runterzuschlucken, was mir sehr schwer fiel und ging einkaufen. Was war ich froh, mich nicht aufgeregt zu haben…

Schon lange versuche ich, niemanden zu verurteilen, der mir begegnet. Immer mehr habe ich mir verinnerlicht, dass die meisten Menschen für ihr Handeln ihre Gründe haben. Und wenn nicht, dann geht es mich immer noch nichts an. Manchmal eilen wir nur mit unseren Vorurteilen durchs Leben und vergessen gelegentlich, dass wir alle schon mal an einem Punkt waren, an dem wir unser komplettes Umfeld vergessen haben. Meistens passiert sowas, wenn etwas unglaublich weh tut an uns oder in uns. Also lieber einmal mehr still sein oder stehen bleiben, um zu fragen, ob alles ok ist, als von vornherein glaube, jeder macht sowieso nur, was er will…

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Bild von David Mark auf Pixabay

 

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