3. Januar … ein gelöstes Problem sollte kein Problem mehr sein…

„Der Hauptgrund, warum viele Leute unglücklich sind, ist darin zu suchen, dass sie eine verkehrte Befriedigung aus ihren Leiden gewinnen“, sagte der Meister.                        Dann erzählte er, wie er einmal auf einer Bahnfahrt im oberen Bett eines Liegewagens die Nacht verbrachte. Es war ihm unmöglich einzuschlafen, da von unten her ständig ein Stöhnen zu hören war: „Ach, bin ich durstig… ach, bin ich durstig…!“                                 Das Stöhnen wollte kein Ende nehmen. Da kletterte der Meister schließlich die Leiter hinunter, ging durch den ganzen Zug zum Speisewagen, kaufte zwei Becher Bier, ging den langen Weg zu seinem Abteil zurück und reichte die beiden Becher dem geplagten Mitreisenden.                                                                                                                                 „Hier ist etwas zu trinken!“                                                                                           „Wunderbar, Gott sei Dank!“                                                                                                        Der Meister stieg die Leiter hoch und streckte sich wieder aus. Kaum hatte er die Augen geschlossen, hörte er es von unten her stöhnen: „Ach Gott, war ich durstig… oh, war ich durstig…“

Man weiß gar nicht, wo man da anfangen soll bei der Geschichte. Fakt ist, manche Menschen leben in der Vergangenheit. Anstatt sich weiter entwickeln zu wollen, verweilen sie dort, wo es weh tat. Ihr glaubt ja gar nicht, wie oft ich höre „Du weißt gar nicht, wie das ist!“ oder „Das kannst du dir ohnehin nicht vorstellen.“ Auf die Frage „Was denn?“ kommt meistens: „Wie mein Mann / meine Frau mich behandelt hat. Ich musste mich trennen.“ Das sind oft die Dinge im Leben, an die sich viele Klammern; ihr ganz persönliches Leid und oft das Einzige, was sie vermeintlich haben. Das Einzige im Leben und das einzige Leid, welches ihnen widerfahren ist. Ich möchte nicht aufzählen, wie viele Menschen da draußen froh wären, sie hätten „nur“ eine Trennung durchleiden müssen…

Und dann gibt es die Menschen, die da gar nicht raus wollen, aus ihrem Leid. Für manche ist das auch ziemlich bequem; man kann ja gar nichts dafür, dass man irgendwie nicht wirklich was auf die Reihe bekommt, immerhin leiden sie ja auch immer so sehr. Und dieser süße Schmerz ist ohnehin so schön vertraut und ein guter alter Freund. Für manche der einzige, den sie haben…

Und was lehrt uns die Geschichte? Manchen Menschen kann man noch so oft helfen; sie werden danach nichts anderes tun, als sich das nächste Problem zu suchen. Helfen kann man nur dem, der sich helfen lässt. Und bereit ist, seinen eigenen Anteil daran zu leisten. Alles andere ist letztendlich Zeitverschwendung…

Zufriedenheit kann man auch lernen. In meinen Augen ist sie übrigens die Basis für Glück. Im Hier und Jetzt ist die beste Zeit, um zu leben. Allein diese Probleme sollten uns beschäftigen; nicht die von früher, auf denen längst Staub liegt und nicht jene, die noch nicht mal wirklich geboren sind. Und den Rest der Zeit erfreuen wir uns an den Menschen, die uns gelegentlich ein Bier vorbei bringen…

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2 Kommentare zu „3. Januar … ein gelöstes Problem sollte kein Problem mehr sein…

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