29. Dezember … wenn die Einsamkeit einsam wird…

Manchmal bin ich wirklich froh, dass ich die Einsamkeit nicht mehr spür. Das heißt, spüren kann ich sie immer noch aber sie tut nicht mehr weh. Zur Zeit ist es kaum still um mich rum; die Kinder haben Ferien und wir stecken mal wieder in einer für mich äußerst ungemütlichen Phase. Der Große ist ab etwa 4 Uhr morgens wach, der Kleine schläft abends nicht ein und teilt mir das locker bis 22 / 23 Uhr mit. Ich versuch also, die wenigen Stunden dazwischen ein wenig zu schlafen; mich mit irgendwas zu beschäftigen, was mir ein wenig Ausgleich bringen würde, fang ich erst gar nicht an…

In den letzten Tagen fing es dann einfach an. Kaum ist es abends still und ich strecke mich genüsslich aus und erfreue mich an der Ruhe, geht die Tür auf. Zack, die Einsamkeit kommt ungefragt herein, grüßt nicht mal, setzt sich nur hin und starrt mich an. Im ersten Moment entkam mir ein kurzes Lachen und ich begrüßte meinen alten Freund, der einst mein größter Feind war. Danach ließ ich ihn unbeachtet sitzen, bis er von ganz alleine wieder ging. Am nächsten Tag das gleiche Spiel; nur dass mein Lachen diesmal ausblieb. Stattdessen ein kurzes, knappes: „Kommst jetzt wohl wieder öfter“ und das Gespräch war für mich wieder beendet. Gestern zwinkerte ich ihr nur kurz zu, während sie sich setzte. Ich klopfte neben mir aufs Bett, nickte ihr auffordernd zu und lud sie ein, sich neben mich zu setzen. Daraufhin verschwand sie sofort…

Ich bin gespannt, ob sie heute Abend nochmal kommt. Ewigkeiten war sie jetzt nicht mehr hier und noch nie hat sie mich so wenig beeindruckt wie dieses mal. Ob sie beleidigt ist? Gar gekränkt? Weil sie mich so gar nicht interessiert? Da keimt die Frage auf; wird sie irgendwann erst gar nicht mehr kommen? Den Gedanken lass ich eben mal wirken. Wird sie mir fehlen? Wir haben Gespräche geführt, innige, manchmal schmerzliche; die letzten davon, ohne ein Wort zu wechseln. Schweigend, wir haben uns nur angesehen und gelegentlich genickt; uns war so klar, worum es ging. Heute grüßen wir uns nicht mal mehr. Vielleicht ist unsere Zeit einfach vorbei, wer weiß das schon…

Gewiss ist nur; ich werd ihren Platz erhalten. Diesen kleinen Sitz den sie sich immer in eine meiner Zimmerecken zaubert, den werd ich bestehen lassen. Falls sie mal wieder kommt. Weil ich glaube, dass es Dinge gibt, die wir nie ganz aus unserem Leben entfernen können. Sehnsucht, Liebe, Einsamkeit, Verlangen… Etwas davon wird immer überdauern, jeden Raum und jede Zeit. Vielleicht sogar die Ewigkeit…

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Bild von enriquelopezgarre auf Pixabay

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