9. Dezember … wirklich ganz wird man nie mehr!

„Es dauert viel länger, sich wieder zusammenzusetzen, als zu zerbrechen.“ Bei Twitter gelesen. Und ich muss gestehen, ich mag Twitter. Wo ich anfangs skeptisch war, finde ich inzwischen sehr authentische Menschen. Starke Menschen, die an ihren zum Teil großen Schicksalen wachsen. Hut ab!

Und wie ist das jetzt mit dem Zerbrechen? Rückwirkend betrachtet kann ich heute sagen; zehn Jahre meines Lebens bin ich zerbrochen. Gemerkt hab ich es erst, als mich nichts und niemand mehr auf dieser Welt zusammen halten konnte. Ich hatte so viele Sprünge, Risse und inzwischen fehlende winzige Teile, dass es mir zuletzt nicht mehr möglich war, standhaft zu bleiben, ganz. Hilflos musste ich zusehen, wie es begann, an mir zu rieseln. Ich konnte nichts dagegen tun, selbst als ich versuchte, mich selbst zu umarmen, festzuhalten, zu verhindern, dass noch mehr von mir abbröckeln konnte – es war längst zu spät. Ich selbst rann mir als Bruchstücke meiner selbst durch die Finger und die Angst kroch mir in den Nacken. Ich wartete auf den Schmerz, den man vermutet, wenn man zerbricht, doch er kam nicht. Alles, was mir ansatzweise weh tat, war die Erkenntnis; du hast es nicht bemerkt, wie du über die Jahre kaputt gegangen bist. Du hast es nicht gemerkt…

Es geht aber auch anders. Ich bin im selben Leben auch schon an einem einzigen Wort zerbrochen. Ein einziges Wort von einem Menschen, den man liebt und die Welt kann in Scherben liegen. Der Bruchteil von Sekunden. Und es wird eine gefühlte Ewigkeit dauern, das wieder zu heilen. Oft braucht man zuallererst den Glauben daran, dass das überhaupt geht, da noch mal was zu heilen…

Seit inzwischen zehn Jahren setz ich mich inzwischen wieder zusammen. Und auch wenn ich mich heute mehr ganz fühle, als je zuvor, so finde ich doch immer wieder einen Teil meiner selbst, der mir bis heute fehlt. Aber vielleicht ist es am Ende wie mit einer Vase; zusammen setzen kann man die schon wieder. Aber diese winzigen kleinen Splitter, die da oft abplatzen, werden nie wieder gefunden. Zwar fällt das nicht besonders auf aber sie fehlen und hinterlassen winzige Lücken; Lücken, um die oft nur wir ganz allein wissen. Und manches mal alles ist, was bleibt…

landscape-4675248_1920

Bild von Alain Audet auf Pixabay

2 Kommentare zu „9. Dezember … wirklich ganz wird man nie mehr!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s