6. Dezember Nikolaus? Nein, danke…

Mich hat heut Morgen jemand gefragt, ob ich gut in den Nikolaustag gestartet bin. Die Antwort ist definitiv nein. Nein! Wenn einem der Sohn um kurz nach sechs Uhr schon abhaut und in der Dunkelheit verschwindet, dann fängt der Tag ganz sicher nicht gut an…

Seit der Medikamentenumstellung läuft bei uns einiges schief. Wir wollten das Medikament langsam in der Dosis steigern, einfach weil man es von Zeit zu Zeit an das aktuelle Gewicht meines Sohnes anpassen muss. Dabei sind wir von flüssigem Risperidon auf Tablettenform umgestiegen. Mein Hauptanliegen dabei war, dass mein Sohn den farblosen Saft je nach Lust und Laune gern mal im Teppich verschwinden lässt. 1 ml fällt da Flüssigkeitstechnisch nicht auf. Mir wurden also Tabletten empfohlen, die könne er unmöglich verschwinden lassen. Nun, was soll ich sagen; die Tabletten sind winzig, wenige Millimeter groß. Die erste, die wir aus dem Blister gedrückt haben, hopste uns davon und konnte nicht wieder gefunden werden. So viel zum Thema „die Tabletten kann er nicht einfach verschwinden lassen…“

Jedenfalls stimmt im Moment die Dosierung hinten und vorne nicht, was man meinem Großen auch anmerkt. Er wirkt sehr gestresst, aggressiv, unruhig, immer kampflustig. Sehr anstrengend. Und dann fuhr heute morgen der Winterdienst auch noch vorbei und streute Salz. Mein Sohn erkennt ja solche Fahrzeuge allein am Geräusch. während ich mir in der Küche grad einen Kaffee runter ließ, schlüpfte er in seine Winterstiefel, schnappte sich eine Jacke und rief noch „Ich bin weg“, während er schon aus der Wohnungstür eilte und diese geräuschvoll zuknallte. Etwas verdutzt stand ich an meiner Kaffeemaschine und schaute wahrscheinlich etwas irritiert. Die Uhr in der Küche zeigte fast 6.10 Uhr und als ich einen Blick aus dem Fenster warf, empfing mich stumme Finsternis. „Noch stumm, noch“, durchdrang mich ein Gedanke im Kopf. Schnell nahm ich einen Schluck noch ungezuckerten Kaffee, dann beeilte ich mich, mir was anzuziehen und dann folgte ich meinem Sohn raus in die dunkle Kälte. Er war nicht mehr zu finden. Gegen viertel vor sieben spuckte ihn die Dunkelheit dann doch wieder aus, was sich erst mal mit seinem lauten Geschrei ankündigte. Wer bis dahin in unserer Straße noch geschlafen hatte, tat es jetzt sicher nicht mehr…

Die Diskussion, warum mein Kind dann bitte wieder mit rein kommen sollte und seinen Angriff auf mein geparktes Auto spar ich euch jetzt. Jedenfalls schaffte ich es auch heute morgen, meine Jungs wie üblich vor acht Uhr an der Schule abzusetzen und als ich heim kam, hatte ich diese tolle frage auf meinem Handy: „Gut in den Nikolausmorgen gestartet?“ Mal abgesehen davon, dass ich solche Fragen ohnehin etwas doof finde; nein, bin ich nicht. aber bevor ich das zugebe, bleib ich lieber still. Am ende will er sonst noch wissen, warum nicht…

winter-4551699_1920

Image by Diana Parkhouse from Pixabay

2 Kommentare zu „6. Dezember Nikolaus? Nein, danke…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s