29. November … komm hol das Stöckchen!

“ Wenn man anfängt zu denken, sind die Gedanken wie ein Hund, der einem geworfenen Stock nachläuft. Jedes Mal, wenn einem ein Stock zugeworfen wird, stürzt man sich darauf. Anstatt wie ein Löwe zu sein und nicht einem Stock nachzujagen, sondern sich zu demjenigen zu wenden, der ihn geworfen hat.“ Milarepa

Ja wo ist es denn, das Stöckchen? Schon mal drüber nachgedacht? Und schon mal rausgefunden, wie oft wir selbst dieses kleine, doofe Stöckchen werfen und dann rennen unsere Gedanken hinterher? Wie oft und vor allem lang foltern wir uns selbst mit unseren eigenen Gedanken? Drehen uns damit im Kreis, kommen immer wieder an diesen einen, markanten Punkt; der, wo es weh tut. Richtig weh tut…

Wie viele Erinnerungen heben wir uns auf weil sie so wertvoll und besonders scheinen, um dann ferstzustellen; holen wir sie uns ins Gedächtnis, dann werden sie zu Schmerz. Bittersüßer Schmerz, der uns erfüllt, durchflutet und erinnert; schön war es aber es ist vorbei, wird nie mehr sein…

Vielleicht ist genau das das ganze Problem an der Sache; wenden wir uns wie ein Löwe dem Stockwerfer zu, so stehen wir uns oft selbst gegenüber. Und ich bin immer wieder sehr erstaunt, wie sehr das manche meiden. Sich selbst in die Augen sehen, ins Gesicht. Sich selbst gegenüber verletzend ehrlich werden, um diesen einen Punkt, der so verdammt weh tut, endlich überwinden zu können. Manchmal, manchmal muss man über sich selbst rauswachsen. Größer werden als die eigene Angst, als das Stöckchen, welches wir von Zeit zu Zeit werfen, um zu sehen, wie schnell wir immer noch sind. Größer als der Stolz und unsere eigene Furcht, uns selbst zu begegnen…

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Bild von Manfred Richter auf Pixabay

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