20. November … was man nicht will und wohl doch sein muss…

Umso mehr man seinen Weg kennt, sieht und fühlt, umso mehr weiß man, was man will und dementsprechend auch, was man nicht will. Ich bin in den letzten Jahren egoistisch genug geworden, alles, was mir nicht gut tut, hinter mir zu lassen. Egal ob es Angelegenheiten oder Menschen sind. Meine Kraft fließt seit inzwischen 10 Jahren in meinen Sohn und ich kann es mir nicht leisten, noch wesentlich mehr Ballast mitzunehmen. Und nein, ich sehe meinen Sohn nicht als Ballast, bin aber realistisch genug zu wissen, dass seine Behinderung und alles, was das nach sich zieht, belastend ist. Was mich nie gestört hat waren viele Umstände, die das alles mit sich zieht. Soziale Isolation, Freizeit nahezu Null, Teilnahme am öffentlichen Leben nahezu unmöglich… Alles Dinge, auf die ich verzichten kann. Wichtig sind und waren mir immer ein paar wenige Menschen, die ich nie missen möchte. Und selbst mit meiner Familie, zu der die Beziehung Jahre meines Lebens aus Hass – Liebe bestand, ist in den letzten Jahren ein mir lieb gewordener Bestandteil geworden. Alle, bis auf einen. Einer davon hat sich trotz bestehendem Kontakt immer weiter von mir entfernt. Hat sich immer weiter weg von mir entwickelt und ist mir fremd geworden…

Leben und leben lassen, das ist etwas, wonach ich strebe. Und genau so habe ich es auch mit diesem Familienmitglied gehalten. Und doch wurde es mir immer schwerer, den Kontakt aufrecht zu halten. Wenn man anfängt, mehr zu schweigen als zu sagen, dann läuft was verkehrt. Wenn man sich sicher ist, das ehrliche Worte zu mehr Schaden und Stress führen, als Nutzen, dann wird es schwierig. Und dann ist da noch das Herz, welches wehmütig und hartnäckig festhält an diesem Menschen, gegen jede Vernunft und jedes Sträuben. Und der sehnsüchtige Wunsch, nicht wieder einen Streit zu entfachen. Ich mag diesen sinnlosen, nichts bringenden, Kräfte zehrenden Krieg nicht mehr. Ich hatte fast 30 Jahre meines Lebens Kampf. Immer, Tag und Nacht. In meinem Leben, in meinen Träumen. Immer nur Kampf. Und ich bin es so leid, da nochmal irgendwas anzufangen. Ich hab meinen Frieden und den lass ich mir nicht stören. Auf Dauer auch nicht von der Tatsache, dass mein Frieden vielleicht irgendwann den Frieden zwischen mir und jemand anderen kostet. Es entspricht einfach nicht mehr meiner Wahrheit, für andere den Frieden aufrecht zu halten auf kosten meines eigenen. Ich hab es eine Zeit lang versucht und inzwischen erreiche ich meine Grenzen damit. Gestern hab ich zum ersten mal ausgesprochen, was an Zwiespalt in mir tobt. Und ich fürchte, ich hab kurz vor der Weihnachtszeit den Krieg angefangen, den ich nie wieder haben wollte. Aber ich kann halt auch nur sein, was ich bin und irgendwann kommt nun mal für alles seine Zeit. Ich weiß grad nicht, wohin das gehen wird, aber es riecht nach Kampf. Ein Kampf ohne Schwert und Rüstung und das ist nicht gerade meine Stärke…

 

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Bild von jggrz auf Pixabay

2 Kommentare zu „20. November … was man nicht will und wohl doch sein muss…

  1. Bei allen Beiträgen finde ich die Photos am allerallerschönsten!! Solche traumhafte Schönheit überall! So eine Klarheit, Reinheit, Weite, so ein Glanz…, so eine Welt, wie soeben erscnaffen! Unglaublich! Unfaßbar! 🌄🌞🌙

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