14. November … sag doch!

„Was passiert mit den Wörtern, die man noch sagen wollte?“ – diese interessante Frage habe ich gestern bei Twitter gelesen. Jeder hat wohl diesen einen Menschen, dem er so gern noch das ein oder andere gesagt hätte und die Möglichkeit dazu nicht mehr bekommen wird. Vielleicht, weil dieser Mensch nicht mehr hier auf Erden weilt; gehen musste, bevor man Zeit dafür fand, den Mut oder die Gelegenheit. Vielleicht, vielleicht waren wir aber auch leichtgläubig genug und dachten, wir hätten ewig Zeit. Manchmal warten wir so lange auf den richtigen Moment, bis wir sämtliche Zeitpunkte verpasst haben und es nie wieder auch nur einen einzigen davon geben wird. Was passiert dann mit all diesen Worten, die wir diesem Menschen so gerne noch mit auf den Weg gegeben hätten? Die wir nachts, wenn alles still ist und schläft, leise in den dunklen Nachthimmel flüstern, in der Hoffnung, sie werden gehört. Die Worte, welche wir voller tiefster Hoffnung mit kurzem Blick Richtung Himmel aussprechen und uns nichts mehr wünschen, als dass sie gehört werden. Und wie gern hätten wir eine Antwort darauf? Wie gern…

Manchmal ist auch einfach was geschehen; man hat dieses eine falsche Wort gesagt, diesen einen verhängnisvollen Satz, was einen für immer entzweit hat. Oder man hat etwas getan, was der andere nie verstehen wird. Jedenfalls ist er fort, schweigt und hat einem unmissverständlich klar gemacht; mit dir red ich nie wieder ein Wort. Und egal, auf welchem Weg man versucht, diesem Menschen seine noch übrigen Worte zukommen zu lassen; er wird sie nicht hören. Er wird verhindern, dass ihn erreicht, was einem so wichtig erscheint. Was passiert mit diesen Worten, ungehört, in die wir so viel Hoffnung legten? Dass sie vielleicht wieder richten, was wir falsch gemacht haben. Diese eine letzte Chance sind, die wir vielleicht gar nicht so sehr verdienen aber unbedingt wollen. Unglaublich wertvolle Worte, findet ihr nicht? In unserer Vorstellung sind es oft die wichtigsten, die wir je hatten und doch werden sie bei uns bleiben, für immer. Nie gehört, nie beantwortet aber auch nie vergessen. Hätten wir sie nur rechtzeitig gesagt. Hätten wir bloß irgendwann all unseren Mut zusammen genommen und sie gesagt, diese Wörter, die wir so gern noch gesagt hätten…

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Bild von Peggy Choucair auf Pixabay

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