7. November … Wut ist auch nur ein Gefühl…

Wut  ist eine sehr heftige Emotion und häufig eine impulsive und aggressive Reaktion (Affekt), die durch eine als unangenehm empfundene Situation oder Bemerkung, z. B. eine Kränkung, ausgelöst worden ist. Wut ist heftiger als der Ärger und schwerer zu beherrschen als der Zorn. Wer häufig in Wut gerät, gilt als Wüterich. Implizit ist damit ausgesagt: Wer leicht in Wut gerät, ist weniger gut imstande, sich selbst zu kontrollieren.

Interessant, wie Wut definiert wird. Wie oft hört man „Das macht mich wütend!“? Sind das tatsächlich alles Menschen, die impulsiv, zum Teil sogar aggressiv auf Dinge reagieren, die ihnen nicht gefallen? Mal Hand aufs Herz; was macht ihr mit eurer Wut? Und würdet ihr sie so benennen, wie sie oben beschrieben wird?

Ich muss gestehen, ich selbst habe mal aus Wut bestanden. Wie ein kleiner, zorniger Kobold, der nur aus Wut besteht und sie an allem und jedem auslässt. Mich hat allein schon wütend gemacht, wenn jemand etwas hatte, das ich nicht besaß. Ich mochte mich selber nicht, wie man so schön sagt. Und ich war fähig, mich in Dinge reinzusteigern, ich konnte aus anfänglicher Wut reinen Hass machen; wenn es sein musste auf Menschen, die ich noch nicht mal kannte. Es war wie ein Elexier, welches ich zum Leben brauchte. Gib mir Wut und ich mach Luft draus, die man zum Atmen braucht. Bis zu dem Punkt, an dem ich mich selbst angewidert hab und doch konnte ich nicht aufhören damit. Habt ihr jemals diese Zerrissenheit in euch gefühlt? Wenn man Menschen anbrüllt, die man doch eigentlich liebt? Wenn man von sich forttreibt, was man doch eigentlich am meisten bei sich haben will? Und man weiß, es ist falsch, was man da grade macht und diese Gedanken, dieses Wissen schießt einem sogar durch den Kopf, noch während man brüllt. Und doch wird man lauter, aggressiver, noch wütender, weil man einfach nicht anders kann. Weil man selbst – oder gerade – in seinen dunkelsten Momenten einfach nur man selbst sein kann. Was hab ich diese Wut irgendwann gehasst! Und dieser Hass hat mich noch viel wütender gemacht – ein Teufelskreis. Und ich war machtlos, viel zu schwach, ihn zu durchbrechen. Ich möchte keins dieser Jahre mehr durchleben müssen…

Wut. Heute hab ich sie geheilt. Ich muss immer lächeln, wenn mir jemand sagt, er sei wütend. Und denke mir still; nein, bist du nicht. Wut, wirkliche Wut, geht anders. Ich fühle heute keine mehr. Irgendwann war ich an einem Punkt, an dem ich mir jedes Gefühl verwehrt habe; auch Wut. Weil ich glaubte, niemand auf dieser Welt verdient Gefühle von mir, niemand. Egal welcher Art. Vielleicht hat mich genau dieser Abstrakte Gedanke gerettet; gerettet vor mir selbst und meiner Wut. Wenn ich heute überhaupt an den Punkt komme, an dem ich Wut fühlen könnte, dann lächel ich einen Moment und gebe gedanklich alles an meine Energien weiter. Nichts nährt so gut wie Wut. Ich nähre meine dunklen, meine negativen Energien damit und was mich einst zerstört hat, macht sie groß und stark. Es ist wie so oft im Leben; letztendlich hat alles seine Daseinsberechtigung – die Frage ist immer nur, was man draus macht…

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