9. Oktober … lass es sein, dann wird es gut!

Warum glauben wir immer wieder, wir müssten auf dieser Welt bestehen? Etwas aushalten, ertragen, überstehen? Warum glauben wir, wenn Liebe vergeht, bleibt nur Leere und Schmerz? Und warum spüren wir nur dieses fürchterliche, riesengroße Nichts, wenn jemand stirbt, den wir so sehr an unserer Seite gebraucht haben?

Warum wird es nachts still, wenn die Dunkelheit uns umarmt und am Tag ertragen wir den Lärm nicht, während die Einsamkeit uns unter Tausenden foltert. Warum suchen wir die Stille, während wir mit unseren größten Dämonen kämpfen und schreien, wenn wir nichts mehr neben uns ertragen, nicht mal uns selbst? Warum klagen wir an, dass uns niemand zu Hilfe kam, während wir verlernt haben, darum zu bitten? Wie lange martern wir uns mit selbstauferlegten Prinzipien und vermeintlichem Stolz und wie oft werden wir fallen, bis wir endgültig liegen bleiben?

Wir tragen unser Joch so lange, bis wir eines verstanden haben; nichts auf dieser Welt ist auszuhalten, zu überstehen, zu ertragen, nichts. Liebe vergeht und wir entscheiden, was bleibt; Schmerz weil nur noch Leere uns füllt oder süße Erinnerung  und das Wissen; nichts auf dieser Welt ist ewig… Jeder Mensch, der geboren wurde, ist zum Sterben verurteilt; hinterlässt er ein schwarzes Nichts in unserer Welt oder einen Schatz an Erinnerungen, in denen er weiterleben wird? Wann lernen wir, Stille zu ertragen, besonders die, die uns ausmacht? Uns selbst ertragen, wenn wir am stillsten sind und uns selbst noch hören, wenn die Welt zu laut geworden ist? Wann hören wir auf, uns zu foltern mit dem Glauben, allein sein können wir nicht und wir legen diese immense Aufgabe jemand anderem auf; jemandem, der uns gefälligst lieben soll und nie allein lassen darf? Wann fangen wir an, unsere eigene Stille auszuhalten und ganz leise zu sein, wenn wir am lautesten waren? Wann endlich schreien wir, wenn wir den Dämon in uns selbst besiegen, mit bloßer Hand und tiefstem Schmerz; wie er sich sterbend windet und wir ihm in die Augen sehen, wissen – du oder ich…

Erst wenn wir verstanden haben, dass wir nicht aushalten, ertragen, erkämpfen, überdauern müssen, sondern immer nur SEIN dürfen, werden wir jedem Sturm trotzen und nichts mehr auf dieser Welt fürchten. Nichts, außer vielleicht den Zweifel an uns selbst…

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