29.September … stark, reich und unüberwindlich!

„Wer andere erkennt, ist gelehrt. Wer sich selbst erkennt, ist weise.

Wer andere besiegt, hat Muskelkraft. Wer sich selbst besiegt, ist stark.

Wer zufrieden ist, ist reich. Wer seine Mitte nicht verliert, ist unüberwindlich.“ Laotse

 

Ich bin also weise, stark, reich und manchmal unüberwindlich. Sind das nicht tolle Neuigkeiten für einen frühen Sonntagmorgen?

Manchmal ist es mir schon gelungen, andere zu erkennen. Wahrscheinlich beschäftige und interessiere ich mich zu wenig für andere, damit es mir immer gelingt. Viel mehr wert scheint es mir immer noch, dass ich mich selbst erkannt habe. Meine dunkelsten Ecken, meine größten Fehler, meine schönsten Abgründe; sie alle hab ich erkannt, geheilt oder zumindest zutiefst anerkannt. Und nein, ich habe nicht nur schlechtes in mir gefunden. Viel mehr habe ich aufgehört, das Schlechte in mir zu leugnen; nicht nur anderen gegenüber, sondern vor allem mir selbst…

Es war nie mein Plan, andere zu besiegen. Früher hatte ich manchmal das Verlangen, andere Menschen zu zerstören; nicht besiegen, zerstören. Besiegen bedeutet, besser zu sein, aber das war ich nie. Ich war nur böse genug, die Schwachstellen anderer auszunutzen und sie damit zu Fall zu bringen. Das hat nichts mit Sieg zu tun, denn Sieg ehrt. Bei mir stand purer Hass dahinter und oftmals Rache. Stark bin ich erst geworden, als ich mich selbst besiegt habe. Diesen Drang tief in mir, nur schlechtes zu tun und nicht zuzulassen, dass es da draußen jemandem besser geht als mir. Ich hab diese Dunkelheit in mir besiegt, die mein Leben bestimmt hat. Heute bestimme ich sie und ich kann ihr trotzen, wenn ich es will.

Reich, reich hat mich gemacht, anerkennen zu können, dass es völlig genug ist, zufrieden zu sein. Man muss nicht immer nach dem Glück streben, welches ohnehin nicht beständig bestehen kann. Einzig Zufriedenheit kann von Dauer sein und muss man erst mal anerkennen. Nicht immer nach mehr suchen gehen, sondern mal begreifen, was man eigentlich alles hat und wie viel das eigentlich ist, im Vergleich zu dem, was einem vermeintlich fehlt. Diese Anerkennung meiner Zufriedenheit hat auch wesentlich dazu geführt, meine eigene Mitte zu finden. Eigentlich kam die durch solche Dinge von ganz allein. Mit der Zeit jedoch wurde mir klar; um in dieser Mitte bleiben zu können, muss man nicht nur sehr genau wissen, wo sie ist, sondern immer wieder für Stille sorgen, wenn man sie verliert. Nur wenn es ganz still wird, können wir in uns selbst die leisen Töne unserer Seele hören, die uns auf unserem Weg hält. Für mich Grund genug, mich von Zeit zu Zeit zurückzuziehen und kaum Kontakte zuzulassen; die Stimmgabel meines Lebens sucht dann nach unserem Weg und das geht nun mal nur in der Stille…

Unüberwindlich; was für ein großes, starkes Wort. Ich kann nur sagen; jeder Sturm, der mich nicht mehr aus meiner Mitte bringt, gibt mir jedesmal das Gefühl, unüberwindlich zu sein. Verlassen werde ich mich nie drauf, aber gelegentlich daran glauben wird mich weiter stark machen…

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Bild von enriquelopezgarre auf Pixabay

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