23. September … ich belle nur, ich beiße nicht…

Ihr Lieben, ich bin nicht aggressiver als sonst, keine Sorge. Zum Einen hab ich es im Moment mit mehr Menschen zu tun, als sonst. Das liegt an meinem Jobverlust und am Schulanfang. Das macht mich keineswegs aggressiv, sondern führt nur dazu, dass ich vermehrt Kontakte habe, aus denen Situationen entstehen. Zum Anderen muss sich niemand Sorgen um meine Mutti machen; wir führen schon immer eine Hass-Liebe, wobei in den letzten Jahren die Liebe immer mehr wurde. Ich habe ihr nicht all die Jahre meine Wahrheit an den Kopf geworfen. In der Zeit, in der ich als Kind und Jugendliche bei ihr lebte, eigentlich nur diese eine Wahrheit; ich fühlte mich nie geliebt von ihr. Und selbst das sagte ich ihr erst spät, als unsere Fronten deswegen längst verhärtet waren…

Seit ich selbst Kinder habe, hab ich immer mehr den Respekt und die Achtung vor meiner Mutter zurückerhalten. In meinen jugendlichen Rebellenjahren ist mir der manchmal entglitten. Und als ich 19 Jahre alt war, ging meine eigene kleine Welt kaputt und ich fand keinen vernünftigen Weg mehr zu meiner Mutter. Wie oft wär ich einfach nur gern heim, in ihre Arme und hätte geweint? Besonders der Weg durch meine eigene Hölle war alleine sehr schwer. So sehr es mich gereinigt und geheilt hat, da durchzukommen, so einsam und verlassen hab ich mich oft gefühlt. Der Auslöser für meinen zweiten Selbstmordversuch war Einsamkeit. Die Erkenntnis, wie allein ich eigentlich bin und vor allem, warum! Es hat mich fast umgebracht…

Heute ist es mir egal, wie viele Menschen vor oder hinter mir stehen. Mich interessieren höchstens die, die mir im Weg stehen, denn die müssen weg. Beiseite oder an ihnen vorbei, irgendwie. Alles andere interessiert mich schon lange nicht mehr. Auch warum meine Mutter heute das erste mal, solange ich zurück denken kann, mich alleine zum Kaffee geladen hat, interessiert mich nicht. Ich freu mich sehr über die Geste und bin schon gespannt, was dabei rauskommt. Bisher hat es ihr immer genügt, mir im Vorbeigehen mitzuteilen, wo ich versagt habe. Heute hat sie mit Sicherheit eine Stunde Zeit, da ahnt man schlimmes. Da kommt wohl etwas mehr als „gib dein Kind doch endlich ins Heim!“. Aber ich bin vorbereitet, mental. Mich erwischt sie nicht mehr auf kaltem Fuß. Ich muss mein eigenes Leben leben, hat sie immer gesagt. Jetzt mach ich es und es ist wieder nicht recht… 😉

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Bild von iqbal nuril anwar auf Pixabay

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