22. September … erstick an deinem Schweigen, ich werd es nicht!

Ich habe gelernt, zu sagen, was ich denke. Fast immer; nur die brutalsten Dinge verkneife ich mir manchmal erst mal aus taktischen Gründen. Ich habe gelernt, dem Menschen, den es betrifft, in die Augen zu sehen, während ich ihm sage, was bei mir ankommt. Lange Zeit hatte ich es mehr als satt, immer still sein zu müssen, immer zu schweigen, weil man manches einfach nicht sagen darf. Alles zu schlucken, was einem eigentlich nicht passt. Letztendlich frisst man Wut und Enttäuschung in sich rein und schadet vor allem sich selbst aber hey – Hauptsache, wir haben die Etikette bewahrt, nicht wahr?

„Sag immer die Wahrheit“, hat man mir daheim beigebracht. Und genau das hat mein Elternhaus und mich irgendwann entzweit. Man hatte mir nicht immer die Wahrheit gesagt und man versuchte auch bis zuletzt, nach außen hin das perfekte Familienbild zu wahren, welches es nie gegeben hat. Zumindest nicht bei uns. Heute habe ich den Kontakt mit meiner Mutter wieder, aber ich scheiter immer wieder an ihrer Wahrheit. Wenn man ihr erzählt, dass man eigentlich einen Termin in der weiter entfernten Klinik hatte und dann am Vorabend von diesem erfährt, dass man jetzt doch zweimal kommen muss, dann sag ich klipp und klar am Telefon, was ich davon halte. Und ja, sowas kann man durchaus freundlich sagen. Und dann kommt erst mal die volle Salve von Mutti; wie kannst du nur! Da musst du dich nicht wundern, wenn man so mit dir umgeht. Die sitzen nun mal am längeren Hebel! …

Wie ich nur kann? Nun, ich mach es einfach. Ist gar nicht so schwer! Ich sage anständig und ruhig, dass das mehr als unfair ist. Immerhin hatte ich auf frühere Termin extra verzichtet, um mehrere Termine zu vermeiden. Jetzt wird mein Termin kurzfristig einfach gesplittet, Pech gehabt. Das darf man doch äußern, dass einem das eigentlich nicht recht ist? Wie geht man denn um mit mir? Man macht, was man will mit mir, während man erwartet, dass ich spure. Und zwar schon immer, ganz besonders seit ich Kinder hab. Jahrelang hab ich schweigend hingenommen und man hat mich trotzdem so behandelt. Und mal ganz ehrlich; wie soll meine Reaktion, die ja nach der Handlung meines Gegenübers kommt, verantwortlich sein für seine Handlung? Mysteriös… Aber bei einem hat Mutti leider recht; die meisten sitzen am längeren Hebel. Wer jetzt glaubt, ich gebe den meisten Menschen damit automatisch recht und klein bei, der irrt. Ich lasse mich nicht pauschal unterdrücken und klein halten, nur weil mein Gegenüber mehr Macht besitzt. Ich habe nicht nur gelernt, dass man immer die Wahrheit sagen soll, sondern auch, dass Menschen alle gleich sind. Auch jemand, der vermeintlich mehr Macht hat als ich, darf nicht mit mir machen, was er will. Und wenn doch, dann hab ich immerhin das recht, ihm zu sagen, was ich davon halte. Und wem das nicht gefällt, der sollte nicht mit mir unterwegs sein. Ich gehöre nicht mehr zu der Gesellschaft, die sich immer beugt und dann über Rückenschmerzen klagt…

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Ein Kommentar zu „22. September … erstick an deinem Schweigen, ich werd es nicht!

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