17. September …verlass dich drauf!

Es hat sich viel geändert auf Arbeit. Zum Beispiel, dass ich von der Frühschicht inzwischen die Einzige bin, die länger als 14 Uhr arbeiten kann. Was dazu führt, dass wir zusammen das Mittagsgeschäft machen und danach jeder heimgeht und nur ich bleibe, um den ganzen Saustall danach wieder aufzuräumen. Ich hab auch noch so tolle Kollegen, die das auskosten und mich spüren lassen wollen, dass ich der Depp der Nation bin. Inzwischen habe ich angefangen, meinen Kolleginnen zu sagen, für wie dumm und unkollegial ich sie halte und zum Teil auch ganz schön faul. Ich denke, sie verkraften es, wo sie doch selbst so schön ehrlich sind zu mir…

Ich war also nicht nur froh, heute nicht in die Arbeit zu müssen, sondern auch erleichtert, da ja heute die Migräneabklärung endlich stattfinden soll bei meinem Kleinen. Ende Juli hatte ich um einen Termin gebeten. Zwar hätte ich im August zwei Termine haben können, einen für die Untersuchung und einen für das Arztgespräch, habe dann aber den Termin für heute gewählt. Zum einen, weil ich heute den Großen nicht mitnehmen muss, was in den Ferien der Fall gewesen wäre. Zum anderen, weil ich für heute einen Termin bekommen hatte, an dem beides stattfinden sollte; Untersuchung und Gespräch; was mir ganz lieb gewesen wäre, da ich doch ein gutes Stück fahren muss. Nun kam gestern Abend der Anruf, dass das Gespräch verschoben werden muss, da der Arzt heute was besseres zu tun hat. Warum muss ich eigentlich Arzttermine, die ich nicht mindestens 24 Stunden oder mehr vorher absage, aus eigener Tasche bezahlen, ein Arzt darf die aber absagen, wann er will? Und dann hab ich die Wahl, jetzt halt doch zweimal zu kommen – sprich mein Kind zweimal statt in die Schule zu schicken zum Arzt zu schleppen und zweimal Sprit verballern, den wir bald nicht mehr bezahlen können – oder wieder 7 Wochen warten und dann befürchten müssen, dass dem Arzt im letzten Moment wieder was lukrativeres dazwischen kommt…

Nach diesem vom Erfolg gekrönten Tag freute ich mich auf einen entspannten Zockerabend , brachte meine Kinder erfolgreich relativ früh zu Bett und schrieb – wie vereinbart – meinem Zockerkumpel eine Nachricht; bin bereit! Auf Antwort warte ich immer noch…

Unzuverlässigkeit; gestern eine intensive verbale Auseinandersetzung gehabt mit jemandem, mit dem ich eigentlich arbeitstechnisch sehr viel vor hatte – und er mit mir. Aber da kam nie was. Immer wieder hatte ich um Aussprache gebeten, konkrete Pläne – keine Reaktion. Also das ganze abgehakt und jetzt alleine geplant, wie es mit dem Münzsägen bei mir weiter geht. Und als er gestern wieder mal von sich hören ließ – immer nur, wenn er jemanden braucht, der ihn bewundert – sagte ich ihm direkt, wie die Dinge für mich jetzt stehen. Ich hab es einfach satt, Menschen hinterher zu laufen. Ich hab es, ehrlich gesagt, auch satt, dass ich noch immer den Ehrgeiz habe – obwohl der Betrieb in zwei Wochen für immer zugesperrt wird – meine 100 Prozent zu liefern. Kein „Jetzt ist es auch schon egal…“ oder „Das hat er jetzt davon!“; nein, ich werd meine 100 Prozent liefern, so wie immer, bis die Tür endgültig zu geht. Und auch wenn mir immer wieder vorgemacht wird, dass das durchaus auch anders geht, werde ich nichts daran ändern. Mag sein, andere kommen wesentlich leichter und schneller an ihre Ziele; was ich mitbekomme sogar wesentlich unehrlicher. Und doch werde ich weiter meinen Weg gehen und zwar so, wie ich ihn immer gegangen bin; mit erhobenem Kopf und jederzeit bereit, in den Spiegel zu schauen. Und sofern ich nicht drauf angewiesen bin, nur weil mein Gegenüber Arzt ist, werde ich unzuverlässige Menschen irgendwo unterwegs stehen lassen. Ich bin mir nämlich langsam zu schade für deren Zeitverschwendung. Und auch für Menschen, die einzig und allein auf sich schauen und alles und jeden zu ihrem Vorteil ausnutzen…

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