14. September … schwer aber nicht unmöglich!

„Don´t tell me the sky is the limit when there are footprints on the moon.“ Paul Brandt

Vielleicht brauche ich im Moment etwas mehr Glaube und Vertrauen, als ich anfangs dachte. Etwas irritierend sind die Reaktionen auf meine Arbeitslosigkeit; die meisten finden das – aus mir unerklärlichen Gründen – lustig. Lustig! Ich übrigens nicht… Gestern kam die Kündigung per Brief. Die erste Kündigung in meinem Leben. Kein einziges Wort des Bedauern enthält sie, nichts. Nur den Hinweis, dass meine Anwesenheit bis zum bitteren Ende ausdrücklich erwünscht ist. Ich soll mich also nicht auch noch krankschreiben lassen, wie andere Kollegen es bereits getan haben…

Mir ist selber klar, dass es wieder sehr schwer wird, einen Job zu bekommen. Mit meinem behinderten Sohn bin ich extrem unflexibel für den Arbeitsmarkt. Und im Moment weiß mir das auch jeder zu berichten: „Oh, wird sicher schwer für dich, wieder was zu finden!“ Ja, wird es. Aber ich hatte schon mal Glück und auch wenn ich mich viereinhalb Jahre durch einen miesen Job beißen musste; er war mir allemal lieber, als gar kein Job zu haben! Ich muss niemandem aus meinem direkten Umfeld daran erinnern, dass ich gelegentlich schon mal das in ihren Augen Unmögliche getan habe. Ein riesen Aufschrei war das vor über 10 Jahren, als ich zum ersten mal Mutter wurde. „Ausgerechnet du, ein Kind!“, hieß es da. Und spätestens, als im Jahr darauf mein zweiter Sohn geboren wurde, fing das große Warten an; warten auf meine Kapitulation, vor mir selbst und vor meiner Rolle als Mutter. Es interessiert keinen, was ich denke oder fühle; auch nicht, wenn man mir sagt; steck ihn endlich ins Heim! „Ihn“ ist mein Sohn, für den ich vor 10 Jahren mein komplettes Leben umgekrempelt habe, all meine Freiheiten aufgab und meine größte Angst überwand; mich unter Menschen begeben zu müssen. Ich hab es nie bereut und das werde ich auch nie tun, egal, wie lange manche da draußen noch drauf warten wollen. Als ich meinem großen Sohn das erste mal in seine damals anthrazitfarbenen Augen gesehen habe, gab ich ihm das Versprechen, ihn nie alleine zu lassen, nie, solange er mich braucht. Und genau dieses Versprechen werde ich halten und gilt für beide meiner Kinder. Ich werde da sein, ohne zu hinterfragen, ob ich es kann oder will und entgegen jeder Hoffnung, mich scheitern zu sehen…

Gewisse Menschen in meinem Leben mussten längst lernen, dass ihre Grenzen nicht meine sind. Wo ihr Limit der Himmel war, ging es für mich dahinter erst los. Ich habe ihnen nie erzählt, dass es auf dem Mond Fußspuren gibt, was ihre eigenen Grenzen widerlegt hätte. Aber hin und wieder habe ich ihnen bewiesen; der Himmel, der Himmel allein ist mir nicht genug… Es wird wahrlich schwer, wieder einen Job zu bekommen, das ist wahr, aber unmöglich wird es nicht. 😉

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Bild von Jonny Lindner auf Pixabay

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