28. August … erwarte nichts, dann bekommst du mehr!

„Du vernachlässigst mich!“ – wohl nicht ganz so dramatisch gemeint, wie es klingt, aber das hat mir gestern mein Zockerkumpel an den Kopf geworfen. Das heißt, gestern Abend mir geschrieben und ich vernachlässige so sehr, dass ich es heute morgen erst gelesen habe. Ich muss da leise Schmunzeln, mehr leider nicht. Selbst wenn mir das ernst gemeint grad jemand ankreiden wollte, wäre das sein Problem, nicht meins…

Weißt du was? – würde ich sagen – ich vernachlässige zur Zeit auch mich selbst. Aber ich nehm es mir nicht übel. Den ganzen Tag mit den Launen meines Sohnes jonglieren und immer verhindern, dass schlimmeres passiert, kann ganz schön anstrengend sein. Jeder Satz, jede Entscheidung, jede noch so kleine Kleinigkeit grenzt bei meinem Kind immer an Kampf. Abends, nach 15 bis 16 Stunden freut sich mein Kopf einfach nur darüber, dass es endlich still ist und ich nicht im Minutentakt Fragen beantworten muss. Mein Kopf fährt da etwas runter, geht raus aus der „Hab – Acht“ – Stellung. Auch ein Handy wird da nicht mehr besonders beachtet. Alles, worauf ich Acht geben muss, liegt ja dann hier bei mir und schläft. Also kann ich einfach mal nichts tun, zumindest nichts, was meinen Kopf weiter beansprucht. Nach vier Wochen intensiver Betreuung meines Sohnes nehm ich mir da raus, auch mal andere Menschen zu ignorieren…

Jemanden vernachlässigen – geht das überhaupt? Ich meine, das funktioniert ja erst, wenn jemand Ansprüche stellt. Den Anspruch darauf, dass sich jemand mit ihm beschäftigt und befasst. Manche tun das, um nicht allein zu sein. Andere, weil sie gewohnt sind, zu bekommen, was sie wollen. Und manch einer hat einfach nur die Erwartung, dass der andere seine ganze Zeit mit einem verbringen will, so wie er es gern würde. Wer Erwartungen hat, enttäuscht zuallererst sich selbst! Und das bezieht sich nicht nur darauf, jemanden zu vernachlässigen. Sondern immer auf die Dinge, die wir erwarten – von Anderen oder vom Leben. Wenn wir also aufhören, Erwartungen zu haben, hören wir auf, uns selbst zu enttäuschen…

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