25. August … es brennt nicht erst jetzt!

Faszinierend, nicht wahr? Da brennt der Regenwald drei Wochen lang und keiner interessiert sich dafür. Dann kommt es in unseren Medien und plötzlich will die ganze Welt den Amazonas retten. Egal, wo man sich grade im Internet umsieht; überall wird einem mahnend unter die Nase gehalten; die Lunge unserer Welt brennt…

Heute kann man sich sogar bequem von Zuhause aus die Feuerkarte aus dem Weltall anschauen, wo genau es brennt und an wie vielen Stellen. Ist das nicht toll? Mittendrin statt nur dabei, das war doch mal ein bekannter Slogan. Und genau so leben wir heute. Unzählige Satelliten im Weltall überwachen alles und jeden, bis in den letzten Winkel dieser Welt. Damit man sich in Fällen wie diesen ein schönes „Bild“ von der aktuellen Krise machen kann. Und danach geht man an den gefüllten Kühlschrank, stopft sich sinnlos Essen in den ohnehin schon dick werdenden Wanst und kratzt sich zufrieden da, wo es juckt. Immerhin hat man ja einen Moment lang bedauert, dass die Erde zugrunde geht…

Schon mal versucht, ohne Plastik einzukaufen? Wir waren jetzt in den Ferien vermehrt auf unserem Wochenmarkt. Gekauft haben wir nicht viel. Denn egal, was man sich dort ansieht; es ist mindestens doppelt so teuer als im Supermarkt. Kartoffeln, Karotten, Äpfel – egal was – vom Bauern 20 km weiter kostet wesentlich mehr, als genau das gleiche Produkt aus einem anderen Land. Das muss man sich mal vor Augen halten; da wird Obst und Gemüse um die halbe Welt geschifft, mit Abgasen, Plastikverpackung und vielem mehr und ist dann hier trotzdem wesentlich günstiger im Einkauf, als der Apfel von einem Baum, der 20 km von mir weg steht? Wenn das eure Logik ist, dann hab ich sie nicht verstanden, sorry. Wenn ich in Plastik verpackte, fertig getrocknete Blätter von meinem Lieblingstee für 2,49 Euro kaufen kann und das reicht dann locker mal zwei Monate und für das gleiche Geld nicht mal zwei Pflanzen von der Minze bekomm, dann stimmt da was nicht. Irgendwer hat da Minze angebaut, reichlich, die Pflanzen groß gezogen, gepflegt, schädlingsfrei gehalten, die Blätter geerntet, getrocknet, verpackt, verschifft… Eine ganze Kette an Arbeitsablauf, bis der Tee bei mir in der Kanne landet und das alles für fast umsonst?

Mag sein, der Amazonas brennt gerade und ja, das ist eine Katastrophe. Aber die wird kaum einer als solche erkennen. Denn die täglichen Katastrophen vor unserer Nase, die wir völlig unbedacht hinnehmen und meistens nicht mal wahrnehmen, haben auch noch nichts bewirkt. Und der Amazonas ist ja schön weit weg und betrifft uns ja kaum. Dieses denken – oder eben nicht denken – hat unsere Erde krank gemacht. Dass ihre Lunge nun brennt, ist nur ein Meilenstein mehr, den wir ignorieren werden…

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Bild von István Asztalos auf Pixabay

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Ein Kommentar zu „25. August … es brennt nicht erst jetzt!

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