24. August … der Herbst mischt seine Farben…

Mein Sohn zählt ja zu der Sorte Frühaufsteher. Inzwischen liegt die Spanne morgens zwischen 4 und 6 Uhr, in der er aufsteht, wobei 6 Uhr schon wirklich ausschlafen ist bei ihm. Da wir Altbau wohnen, haben wir keine Rollläden an den Fenstern. Seit Jahren haben wir lange, schwere Thermo – Vorhänge. Waren mal schweineteuer aber haben sich gelohnt. Sind tatsächlich lichtundurchlässig und zu jeder Jahreszeit zuverlässig, was Wärme aufhalten angeht. Im Sommer bleibt die Hitze damit draußen, im Winter die Wärme drin. Morgens, wenn mein Sohn sich zum ersten mal meldet, dann schau ich immer über meinen Vorhängen; dort oben schimmert immer etwas Licht ganz leicht durch, wenn es draußen hell wird. Ist es dort oben zur Zeit noch dunkel, dann versuche ich, meinen Großen davon zu überzeugen, dass es noch viel zu früh ist zum Aufstehen. Klappt so gut wie nie, aber ich versuch es jedesmal wieder…

Ich kann euch also versichern; es wird Herbst! Passiert mir jedes Jahr, dass ich meinem Kind versuche, klarzumachen, dass es wirklich selbst für seine Verhältnisse sehr früh ist zum Aufstehen, wenn der helle Streifen über meinen Vorhängen fehlt und beim Blick auf die Uhr stell ich dann fest; ach, sieh an, wird es wieder langsam morgens später hell! Wenn man dann auch noch Richtung Bad wankt und überall diese kleinen, 8 – beinigen Biester an den Wänden hat, dann weiß man zwei Dinge; es wird Herbst und ich sollte abends dringend meine Fenster ganz zumachen…

Ich mag den Herbst, auch wenn er jedes Jahr wie ein kleines Sterben ist. Dieser teils wunderschöne Nebel, der alles irgendwie in Schweigen hüllt und diese Farbenpracht vom Laub, bevor es abfällt und zu Boden geht. Vergänglichkeit kann so schön sein, findet ihr nicht? Und vielleicht halten wir mal kurz inne, wenn wir die Natur im Herbst bestaunen und erinnern uns daran, dass auch wir irgendwann vergehen werden. Es wird eines Tages kein Morgen mehr geben, kein irgendwann, kein später. Also mal einen Moment Zeit nehmen und hinterfragen, was uns selbst wirklich wichtig ist. Und dann zusehen, dass wir es umsetzen, solange die Zeit dafür noch da ist. Klärt die Dinge, die euch am Herzen liegen. Erreicht eure Träume, solange ihr noch etwas erreichen könnt. Und gebt eurem Herzen eine Heimat, bevor es aufhören wird, zu schlagen. Vielleicht können wir nicht verhindern, dass wir vergehen und nicht entscheiden, wann und wie. Was wir hinterlassen und wie wir jedem Hinterbliebenen in Erinnerung bleiben, das liegt allein an uns. Wie tief werden unsere Spuren sein? Wie viel Liebe werden wir hier lassen? Und wie sehr werden wir gelebt haben, bevor wir vergehen werden…

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Bild von Valentin Sabau auf Pixabay

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