20. August … Sehnsucht bringt uns heim!

„Man muss beides verbinden und miteinander abwechseln lassen, Einsamkeit und Geselligkeit. Die eine weckt in uns die Sehnsucht nach Menschen, die andere die Sehnsucht nach uns selbst.“ Seneca

Früher hatte ich unbändige Sehnsucht nach Menschen. Das heißt, nicht nach Menschen, sondern nach dem einen Mensch, für den ich alles bin. Der mir das Gefühl gibt, besonders zu sein. Es gab Zeiten, da hätte es mir genügt, da draußen ist jemand, der mich sieht. Der mich wahrnimmt, als Mensch, immer noch hier. Nicht vergangen, nicht vergessen, sondern immer noch hier, gegen jeden Schmerz, gegen jede Dunkelheit und entgegen jedem Versuch, nicht mehr hier zu sein…

Heute nehme ich mich selbst wahr. Ich bin. Mehr noch, ich bin genug. Und auch wenn ich inzwischen weiß, dass es noch genug Abgründe gibt, auch für mich, so weiß ich auch; ich werd sie überdauern. Jeden einzelnen. Ich muss mich nicht mehr dazu bringen, mich lebendig spüren zu können; heute lebe ich, mit jeder Faser meines Seins…

Die Sehnsucht nach mir selbst habe ich längst gestillt. Mehr bei sich selbst sein kann man, glaube ich, kaum. Ich möcht nur noch bei mir bleiben, für immer. Und ich denke, selbst das bekomm ich hin. Lernen, mit sich selbst zu leben und aufhören, im Mangel zu sein; beides hat mich hierher gebracht. Und zu wissen, wie schwer der Weg dahin war und wie rastlos mein Leben davor, gibt mir Standfestigkeit. Standfestigkeit, hierzubleiben und dankend annehmen zu können, bei mir sein zu dürfen. Danach hab ich mich immer gesehnt…

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