19. August … schön, dass es dir nicht passt!

Manchmal bin ich froh, interessiert es mich schon lange nicht mehr, was andere denken; vor allem von mir. Euch passt es nicht, wenn Kinder ganztags betreut werden? Nun, mir passt es nicht, dass ich nicht arbeiten gehen kann, wenn sie es nicht werden. Mal ganz abgesehen davon, dass mein Großer ins Heim wandert, wenn er nach der Schule nicht in seinen Heilpädagogischen Hort kann, in dem er auch seine Therapien wahrnehmen kann…

Ihr könntet so nicht leben, wie ich es „muss“? Wenn ich nur die Wahl habe, mein Leben mit all seinen Umständen und vielleicht unbequemen Tatsachen anzunehmen oder das unvermeidliche für den Rest meines Lebens abzulehnen, dann wähle ich tatsächlich das Annehmen. Logisch ist es kein einfaches und wahnsinnig tolles Leben und ich kann es lieben oder hassen. Soll ich mir mein Leben noch schwerer machen, indem ich es hasse?

Ihr glaubt, dass ich mir mein Leben selber so schwierig gestaltet habe, eben weil ich immer für meine Kinder da bin? Nun, der Große muss aufgrund seiner Behinderung ohnehin fast immer betreut werden, das entscheide ich gar nicht. Und mag sein, ich bin etwas mehr für meine Kinder da, als es vielleicht sein müsste, aber das ist es mir wert, wenn ich am Vatertag von meinen Jungs höre: „Wir brauchen keinen Papa, du kannst auch gut Fußball spielen!“ Ja ich habe immer versucht, es so wenig schlimm wie möglich zu machen, dass der Vater meiner Kinder sich einen Dreck um sie kümmert. Da interessiert es mich nicht, was andere davon halten, sondern allein nur, ob es ihnen dabei hilft, sich nicht wertlos zu fühlen, nur weil Papa keine Lust auf sie hat…

Auch ich musste mir das Urteilen über andere erst mal abgewöhnen. Warum ich es letztendlich getan habe? Weil mir bewusst geworden ist, dass jeder Mensch seine Gründe dafür hat, Dinge zu tun, die wir nicht verstehen. Der Mensch hat sich angewohnt, Nachbars dickes Auto und seinen Pool im Garten zu sehen, nicht aber die viele Arbeit, die ihm beides erst ermöglicht haben. Erst wenn wir verstehen, dass uns dazu gar kein Urteil zusteht, machen wir uns frei von Neid und vor allem davon, eine falsche Meinung zu haben. Es ist noch gar nicht lange her, da hatte ich hier einen Beitrag zum Thema „Reden hilft“. Bevor man also urteilt; wie wäre es mit der einfachen Handlung, hinzugehen und einfach nachzufragen – wenn es einen doch so brennend interessiert? „Warum lässt du deine Kinder ganztags betreuen?“ ist eine einfach Frage und nicht so urteilend, wie die Feststellung: „Du lässt deine Kinder den ganzen Tag betreuen? Würde ich nie tun…“

Und zu guter letzt sind wir hier bei dankbar sein. Anstatt anderen vorzuwerfen, dass sie vermeintlich etwas falsch machen, einfach mal dankbar sein, dass man in der schönen Situation ist, nichts falsch machen zu müssen…

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Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay

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