12. August … du bist toll, so wie du bist!

Gestern wurde mein Nackenschmerz so intensiv, dass mir jemand, der auch als Sanitäter tätig ist, geraten hat, das von einem Arzt anschauen zu lassen; möglichst schnell. Denn meine Symptome würden langsam für eine Meningitis sprechen. Also bin ich gestern zum Krankenhaus und ließ mein Problem abklären. Zum Glück war ein Bereitschaftsarzt da und ich musste nicht in die Notaufnahme damit. Scheinbar ist es wirklich ein Muskel, der mir da ordentlich Beschwerden macht. Sollte ich aber Fieber bekommen, muss ich wieder hin. Schmerzmittel lehnte ich dankend ab, es hilft sowieso nicht. Allerdings hat mir gestern ein lieber Freund ein Öl vorbei gebracht, welches nach dem Auftragen so brennt, dass es den Schmerz überdeckt und es entsteht Wärme, die den Muskel lockert. Das einzige, was mich momentan vorübergehend schmerzfrei macht und es riecht auch noch nach Pfefferminz, herrlich! Wenn man seit Tagen Kopf – und Nackenschmerzen hat, verträgt man nicht jeden Geruch…

Die Kinder „parkten“ wir danach im Stadtpark bei der Eisenbahn und unterhielten uns eine Weile. Wisst ihr, was ich immer nicht verstehe? Wenn man Menschen vergleicht. Ich meine, mein großer Sohn hat zur Zeit eine schwierige Phase. Erst musste er mit den Ferien zurecht kommen, denn für ihn ist jede Veränderung eine enorme Belastung und dann starb auch noch unser geliebter Polo. Seither ist er total durch den Wind. Was ich aber immer wieder nicht verstehe, sind die Schuldgespräche. „Das ist nicht deine Schuld…“ oder „Eigentlich ist er doch ein tolles Kind…“ –  sowas irritiert mich immer sehr. Es spielt keine Rolle, ob ein Kind Merkmale aufweisen kann, für die wir es toll finden können. Ein Kind ist immer toll, jedes für sich. Und wenn ein Kind eines nie vor hat, dann ist es perfekt sein. Perfektion kennt ein Kind nicht, das sind Erwartungen, die nur ein Erwachsener haben kann und entsteht erst durch urteilen und vergleichen. Und es geht auch nicht um Schuld; wer ist schuld, dass mein Sohn behindert ist? Was hab ich Diskussionen geführt, ob ich selbst Schuld daran habe! Keine einzige davon habe ich selbst angefangen aber jede, jede einzelne hat mich zutiefst berührt und manche davon haben mich zum Weinen gebracht. Bis ich lernte; es geht nicht um Schuld. Es geht darum, annehmen zu können, wie es ist und das Beste daraus zu machen; nicht nur für mich, sondern ganz besonders für mein behindertes Kind.

Das Beste für mein behindertes Kind? Ihn zu lieben, so wie er ist und ihn toll finden, wie jedes andere Kind auch. Ihm so viel Normalität lassen, wie es nur geht und ihm beistehen, wenn sie endet. Kinder sind uns da um einiges voraus; sie sind wert – und urteilsfrei und eigentlich ist es schade, ihnen das abzuerziehen…

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