9. August … bevor du es nicht weißt – frag einfach!

Reden hilft – sag ich immer. Und es bewahrheitet sich immer wieder.

Nachdem ja die erste Reaktion von der Versicherung wegen meinem Auto die war, dass der Unfallgegner nicht schuld ist, wollte ich diesem ja gerne mal auf den Zahn fühlen. Leider erreichte ich ihn nicht. Allerdings stand er kurz darauf vor meiner Haustür und wir besprachen noch mal alles. Wie es aussieht, wird es doch nicht ganz so schlimm , wie man anfangs versuchte, mir klarzumachen. Ob das daran liegt, dass ich mir einen Anwalt genommen hab, weiß ich nicht…

Vor drei Jahren waren wir in der Schweiz in einem Feriendorf. Dort gab es ein kleines Schwimmbad, welches wir täglich nutzten. Uns war bald aufgefallen, dass eine größere Gruppe das Schwimmbad nicht nutzte, wenn wir drin waren. An einem Tag hatten wir grade unsere Schwimmsachen eingepackt und wollten zur Tür unserer Ferienwohnung raus, als von der Wohnung gegenüber eine Frau mit drei Kindern genau das gleiche vor hatte und abrupt stehen blieb. Ob wir schwimmen gehen wollen, fragte sie uns. Ja erwiderten wir im vorbeigehen und liefen lachend das Treppenhaus hinunter. Während der ganzen Zeit, die wir im Schwimmbad verbrachten, klebten die Frau und ihre Kinder bei sommerlichen Temperaturen an den Scheiben und sahen uns beim Schwimmen zu.
Genervt gingen wir bald wieder und hatten inzwischen die wildesten Theorien, warum man uns scheinbar wie Aussätzige behandelte und sich offensichtlich nicht dazu herunterlassen konnte, mit uns ein Schwimmbecken zu teilen. Und dann reichte es mir, ich wollte das jetzt wissen. Mit dem Vorwand, meinen Haargummi vergessen zu haben, ging ich zurück in das Schwimmbad und steuerte geradewegs auf die Frau zu, welche uns zuletzt gemieden hatte. Ganz direkt sprach ich sie drauf an…

Es stellte sich heraus, dass es Juden waren – was wir uns schon gedacht hatten anhand optischer Merkmale – und die Frau erklärte mir ganz freundlich, dass es ihr als Frau verboten war, mit Männern zu baden. Und ja, meine kleinen Söhne – damals 6 und 7 Jahre alt – zählten da auch als Mann. Selbst mit ihren eigenen Söhnen durften sie und die anderen Frauen ihrer Verwandtschaft nicht baden. Wir klärten noch rasch ihre dringliche Frage, ob meine Schwester und ich verheiratet sind oder in wilder Ehe unsere Kinder großzogen – es wurde also auch auf der anderen Seite wild spekuliert – und dann verließ ich das Schwimmbad wieder. Als ich meiner Schwester davon berichtete, mussten wir beide lachen und ich beendete diese ganze Diskussion mit den Worten: „Reden hilft – sag ich immer wieder!“

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