4. August … wenn vertrauen alles ist, was bleibt…

Ich könnte dich, mein Leben, jetzt fragen; warum prüfst du mich so und vor allem, was? Was genau prüfst du grade mal wieder an mir? Als ich Geduld lernen wollte, schicktest du mir meinen Sohn. Er hat nicht nur mein Leben entschleunigt, sondern mir auch immer wieder gezeigt, dass jeder Mensch sein eigenes Tempo hat. Normalerweise nimmt man ein Kind an die Hand und zeigt ihm die Welt. Aber in dem Fall hat er mich an die Hand genommen und lehrte mich Geduld…

Was immer du mich lehren wolltest, du schicktest es auf den Weg zu mir. Aus Angst haben wir oft Antrieb gemacht und aus Schmerz manchmal die größte Wut. Erinnerst du dich, als mein Leben nur noch aus Wut bestand? So lang, bis ich mich selbst nicht mehr ertragen konnte? Weil ich jedes mal, wenn du mich geprüft hast, nur den Schmerz gespürt habe. Mir war nicht klar, wie sehr ich mich hätte entwickeln können und wie viel du mir eigentlich mit auf den Weg geben wolltest. Schweigend hüllte ich mich in den Schmerz und nur, wenn jemand versuchte, mir zu helfen, fing ich an zu schreien…

Irgendwann haben wir sogar Hass produziert und ich weiß bis heute nicht, was du mir damals beibringen wolltest. Ich war nur an einem Punkt angelangt, an dem ich alles und jeden auf dieser für mich verdammten Welt hasste. Abgrundtief. Am meisten mich selbst. Letztendlich verletzte ich mich selbst damit am meisten und brauchte Jahre, um das zu begreifen. Am Ende heilte mich nur eines; Selbstliebe.

Wir haben viel zusammen erlebt und gelernt und auch in den letzten Jahren, als ich längst wusste, wie wertvoll jede Erfahrung ist, die du mich machen lässt, gehen wir Schritt für Schritt weiter. Nur manchmal steh ich einen Moment still, halte inne und frage mich; was, mein liebes Leben, was willst du mir damit sagen? Alles, was ich grade tun kann, ist es, nach vorne zu schauen und zu vertrauen; es wird gut. Aber manchmal ist das etwas viel verlangt. Etwas viel Vertrauen…

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