20. Juli … jetzt mal langsam!

Geduld. Etwas, das ich in diesem Leben von Grund auf lernen musste. Vielleicht auch mit ein Grund, warum ich ein behindertes Kind auf dieser Welt begleiten darf. Nichts hat mich mehr in Geduld geübt und gelehrt als mein Sohn.

– ruhiges und beherrschtes Ertragen von etwas, was unangenehm ist oder sehr lange dauert
– „große, engelhafte Geduld“; googelt man das Wort Geduld, stößt man auf diese Aussage. „Ruhiges und beherrschtes Ertragen“; klingt schon übel. Ich dachte immer, ich schenke meinem Sohn ausreichend Zeit, damit er diese Welt in seinem Tempo erlernen kann, verstehen und verarbeiten lernt. Ich muss mich aber nicht beherrschen, um zu ertragen, wie lange die normalsten Dinge bei ihm oft dauern können. Und ja, es dauert manchmal sehr lange, ist aber nicht unangenehm…

Manchmal müssen wir warten; auf eine Entscheidung, ein Ergebnis, gar eine Diagnose. Oder auf das Wiedersehen mit einem besonderen Menschen. Ganz egal worauf wir warten; es erfordert schnell Geduld. In manchen Situationen auch mal mehr, als wir eigentlich haben. Und manchmal spielt Geduld auch gar keine Rolle mehr und es geht nur noch darum, wie viel wir aushalten können. Wie viel Zeit können wir wirklich mit Hoffen, Bangen, Warten und jedem einzelnen Gedanken dazwischen überstehen? Spätestens, wenn Geduld unsere letzte Option ist, werden wir rausfinden, wie viel wir davon haben….

Bei mir ist in nächster Zeit auch Geduld angesagt und ich hätte da mal eine Frage an euch; wie oft habt ihr euch schon den kleinen Zeh irgendwo angestoßen und gedacht, jetzt ist er kaputt? Wahrscheinlich auch schon öfter, nicht wahr? Tut ganz schön weh, oder? Gestern bin ich mal wieder am Eck von unserer Badewanne hängen geblieben, nur hat es dieses mal „Knack“ gemacht. Also noch in die Notaufnahme, zwei Stunden später die Gewissheit; Zeh gebrochen. Tatsächlich hab ich mir jetzt auch mal was gebrochen, nach 40 Jahren. Das wird jetzt einiges an Geduld brauchen, in meinem Schneckentempo jetzt unseren rasanten Haushalt weiterzuführen. Aber was solls; in Geduld muss ich mich ohnehin noch ein wenig üben…

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3 Kommentare zu „20. Juli … jetzt mal langsam!

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