15. Juli … beten nur im Notfall!

„When the world pushes you to your knees, you´re in the perfect position to pray!“ Rumi

Rumi, Rumi, deine Weisheiten… Als mein Vater starb, war ich 22 Jahre alt. Damals steckte ich allgemein in einer Findungsphase meiner selbst; ich suchte meinen Musikgeschmack, meine Hobbys, meine Schwächen und vieles mehr. Vor allem aber suchte ich eines; meinen Glauben! Manchmal setzte ich mich tagsüber in eine leere Kirche und lauschte. Sprach Gott zu mir oder wenigstens einer seiner Engel? Flüsterte Maria mir zu oder das Jesuskind auf ihrem Arm? Es blieb still…

Dann erfuhr ich, dass die letzte Lebenszeit meines Vaters überschaubar geworden war. Quasi sagte man mir; wenn du ihn nochmal sehen willst, dann solltest du dich beeilen. Ohne zu zögern – obwohl wir uns Jahre nicht gesehen hatten – fuhr ich Hunderte Kilometer zu ihm. Er starb noch am selben Tag und als ich abends in den Himmel blickte, um meinen Vater auf den hellsten Stern am Himmel zu meinen Kindern zu schicken, da wusste ich; Gott ist so lange still, wie man nicht bereit für ihn ist. Von da an hab ich ihn nie wieder gesucht. Nicht in einer Kirche, nicht in der dunkelsten Nacht, nicht in mir selbst. Stillschweigend hatten wir irgendwie vereinbart; er bleibt still und ich stell die Suche nach ihm ein…

Ich bezweifel nicht, dass irgendwas da draußen weit größer ist, als wir selbst und es sogar vielleicht über uns wacht. Aber verlassen werde ich mich ganz sicher nicht darauf. Und manchmal frage ich mich; wenn diese Welt von Gott erschaffen wurde, mit all ihrer Schönheit und Einzigartigkeit, welche wir längst nicht mehr beachten und respektieren – warum hat er uns dann nicht längst vergehen lassen und von seiner Erde runtergenommen? Sieht er wirklich zu bei dem, was wir hier tun? Daran glaubt ihr? Für mich schwer nachvollziehbar. Allerdings habe ich eines bis heute nicht aufgehört; wenn mich das Leben in die Knie zwingt, dann bete ich manchmal. „Lieber Gott, mach, das es gut wird!“ und meistens kommt dann ganz reumütig; „Ich weiß, ich bin nicht dein größter Fan, aber vielleicht hörst du mir heute trotzdem zu…“

Glaube ist manchmal die letzte Kraft, die uns bleibt. Und da spielt es absolut keine Rolle mehr, woran; Hauptsache, wir glauben!

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