12. Juli … jetzt mal ehrlich!

Leute, mal Hand aufs Herz; lest ihr noch jeden Tag Zeitung? Für mich ist das eine Zwickmühle, ganz ehrlich; auf der einen Seite möchte man dieses Elend gar nicht mehr täglich lesen müssen, auf der anderen Seite möchte ich nicht zu den drei Affen gehören – nichts hören, nichts sehen, nichts sagen. Ich halte es immer noch für naiv, die Augen vor Tatsachen verschließen zu wollen in der Hoffnung, es geht vorbei. Aber man möchte doch langsam – entschuldigt die Ausdrucksweise – im Strahl kotzen, wenn man die Zeitung liest…

Was stimmt mit dieser Welt nicht, wenn 12 und 14 – jährige Kinder eine junge Frau vergewaltigen? Und was stimmt mit den Menschen nicht, wenn dann sogar noch diskutiert werden muss, ob ich den 12 – jährigen bestrafen soll?!? Was läuft falsch, wenn Menschen auf dem Meer wie Vieh gehandelt werden; keiner will sie haben, jeder macht seinen Hafen dicht, Kapitäne werden angeklagt. Und wie sieht die Kehrseite aus von dieser Medaille; wohin mit all diesen Menschen, die da übers Meer kommen? Und vor allem; wer kommt für sie auf? Von den 1,5 Millionen Flüchtenden, die 2015 mit der großen Welle zu uns kamen, waren letztes Jahr gerade mal 300.000 Menschen mit einer Arbeitsstelle versorgt. Was nicht heißt, dass sie davon leben können, selbst mein 450 Euro – Basis Job wirft mich aus der Statistik; die Zahlen werden so geschönt, dass ich nicht mehr als arbeitslos gelte. Übrigens; ich hab immer Vollzeit gearbeitet, bis mein behinderter Sohn zur Welt kam. Nur mal am Rande, falls sich hier grad jemand aufregen möchte…

Auf Thailand wurde grade ein 24 – jähriger zum Tode verurteilt, weil er eine junge Frau vergewaltigt und ermordet hat. In Deutschland diskutiert man nach Vergewaltigung erst mal, ob man die Täter überhaupt bestrafen soll, darf oder kann. Und worüber diskutiert Deutschland sonst so im schönsten Sommerloch? Über gesundheitliche Auffälligkeiten der Kanzlerin und die Klimaziele, die ohnehin keiner einhält. Dabei ist das, was im eigenen Land geschieht, längst kein Einzelfall mehr und nicht mehr wegzuleugnen. Und nein, ich bin kein Rassist; erst gestern war ich bei meiner Arbeitskollegin zu Besuch, um ihr zu helfen; sie ist keine Deutsche und brauchte Unterstützung bei der Formulierung ihrer Unterlagen. Auch meine Nachbarin, aus Syrien, kommt oft mit ihrer Post zu mir mit den Worten „Ich nicht verstehen“ und ich helfe immer gern. Was ich aber auch darf – vor allem auch in die Zukunft blickend wegen meiner Kinder, ist, mir Sorgen zu machen. Sorgen um die Sicherheit meines Landes. Ein Land, in dem ich geboren wurde und aufgewachsen bin. Ohne Sorgen, obwohl ich als junge Frau manchmal nächtelang unterwegs war. Nicht mehr auszudenken, diese Freiheit hier leben zu können… Wer das leugnen möchte, dem ist nicht mehr zu helfen, sorry…

water-lily-3504363_1920

 

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s