28. Juni … du kannst sie nicht alle retten…

… du hast dich selbst gehasst; manchmal wohl sogar mehr, als dein Leben. Ideen hast du gehabt, Ziele, Träume, Pläne und doch hast du um keinen einzigen gekämpft. Für nichts hast du dich auf den Weg gemacht; nichts davon oder einfach nur für dich selbst. Du brauchst deine Zeit, du hast dein eigenes Tempo, du kannst nur allein und nach deinen Regeln. das hast du immer gesagt. Mich hat nie verletzt, dass du mich als Freund von dir fort gestoßen hast; damit hätte ich leben können, so wie mit allem anderen auch. Es tat mir längst nicht mehr weh, wie gnadenlos ehrlich du zuletzt zu mir warst, wie vollendet dein Blick auf mich war, wenn auch falsch. Bevor ich dich verletzt hätte, habe ich lieber geschwiegen; einer meiner größten Fehler. Wie wenig du dadurch verstanden und wie viel du dadurch vermutet hast, erkannte ich zu spät.

Doch nichts davon tat mir weh. Was mich am Ende zutiefst verletzte, war die einfache und bloße Tatsache, dir zu begegnen. Dein wahres ich, deine Seele zu sehen; blau ist sie, hast du gesagt, dabei war alles an dir schwarz. Tiefschwarz, deine Seele, dein Herz, jedes Wort… Dir zu begegnen hieß für mich, in den Spiegel zu sehen; ich erkannte mich selbst in dir wieder. Mich, wie ich einst war und nie wieder sein will auf dieser Welt. Als ich mich selbst in dir wiedererkannte, war es längst zu spät. Du hattest dich schon umgedreht, abgewendet, hattest die ersten Schritte von mir weg schon gemacht. Du gingst fort…

Was für ein Narr ich war, zu glauben, ich könnte dich da raus holen. Aus deiner Hölle, aus dem Verlies deiner Gedanken, aus den tiefschwarzen Seen deiner Sehnsucht, aus vermeintlich dem Albtraum, dem ich selbst einst entflohen bin. Ich kannte den Weg, so glaubte ich und deshalb würde ich dich retten können. Ich würde dich retten können und genau das hab ich nicht geschafft. Seiner eigenen Hölle muss jeder selbst entkommen; niemand kennt den Weg da raus, selbst die nicht, die ihn gegangen sind…

Wollten wir nicht alle schon mal jemanden retten? Retten vor dieser Welt, den Dämonen oder sich selbst? Letztendlich können wir oft nicht mal uns selbst retten…

angel-2401263_1920

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s