17. Juni … in Demut lernen wir das Leben…

„Demut besteht nicht darin, dass wir uns für minderwertig halten, sondern darin, dass wir vom Gefühl unserer eigenen Wichtigkeit frei sind. (Dies ist ein Zustand der natürlichen Einfachheit, der im Einklang mit unserer wahren Natur ist und uns erlaubt, die Frische des gegenwärtigen Augenblicks zu schmecken.)“ Matthieu Ricard

Für mich reicht ja der erste Satz. Um das Zitat aber hier ganz wiederzugeben, hab ich es komplett niedergeschrieben und mir erlaubt, das ( für mich) unwichtigere auszuklammern…

Demut; eines der schönsten Wörter für mich. Sie ist mir begegnet; als ich sterben wollte, sterben ließ und als ich begriffen hatte, wie wenig ich letztendlich bin und doch genug! Eine komplizierte Reise war das, aber schön und lehrreich…. Als ich sterben wollte und es nicht durfte, da schmeckte ich zum ersten mal bewusst Demut. Das, was ich am meisten verabscheut hatte, nahm mich jetzt liebevoll in den Arm und schickte mich zurück auf meinen steinigen Weg; mein eigenes Leben. Es hieß mich willkommen, nachdem ich es mit Füßen getreten habe. Allerdings musste ich noch meine Rechnung bezahlen und meine ungeborenen Kinder sterben lassen und das war absurd in sich; ich hatte sie doch eigentlich schon getötet durch meinen Versuch, selbst zu sterben. Und doch musste ich sie nochmal – endgültig – sterben lassen. Nichts lehrte mich mehr Demut als dieser Moment; ich hätte Welten verändert, durchwandert, besiegt, hätte ich irgendwas noch ändern können. Ich konnte nicht…

Demut lernte ich auch an einem Mann, der sein Kind verloren hatte; nur sieben Monate alt war sein Sohn geworden. So sehr ich diesen Mann liebte, so sehr tat es weh, ihn leiden zu sehen. Nachts wachte ich manches mal auf und seine Bettseite war leer. Mit der Zeit wusste ich, wo ich nach ihm suchen musste. Er lag am Friedhof auf dem Grab seines Sohnes, immer wieder. Egal wie dunkel oder kalt es war;im Winter deckte ihn manchmal eine Decke aus Schnee zu, wenn ich ihn fand. Kein einziges mal konnte ich ihn dazu bewegen, mit mir nach Hause zu gehen. Sein Schmerz war harte Lektion an Demut für mich und ich lernte sie sehr intensiv…

Wer begriffen hat, wie viel ihm eigentlich Gutes widerfährt, wie viel man tatsächlich hat und wie wenig davon letztendlich Leid ist, der wird feststellen, wie winzig jeder einzelne von uns auf der Welt ist. Winzig und doch jeder für sich genug. Wichtig ist nicht, ob ich was bin, wer mich kennt und ob mich irgendwer davon mag. ICH bin nicht wichtig, sondern allein die Umstände. Wichtig ist, dass ich morgens im Besten Fall gesund aufwache, meine Kinder wohlbehalten bei mir sind, wir satt zu Bett gehen und es warm haben. Die einfachen Umstände unseres verwöhnten Lebens, die letztendlich so wichtig sind. Wir vergessen viel zu oft, wie viele Menschen auf dieser Welt hungrig schlafen gehen, auf nacktem Boden, ein Bett gibt es nicht. Wie viele Menschen auf dieser Welt ihr halbes Leben, manchmal sogar mehr, mit Krankheit und Schmerzen verbringen. Wie viele Kinder ohne ihre Eltern groß werden müssen, wie viele Eltern die beste Zeit ihrer Kinder verpassen; Leute, DAS sind die wichtigen Dinge in unserem Leben, nur das und nicht wir! Macht euch frei von dem Gefühl, wichtig zu sein und ihr werdet verstehen, was euch wirklich reich macht. Sehr sehr viele von uns sind es schon lange, sie merken es nur nicht…

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