12. Juni … und jeder stehe auf seinem Platz!

„Wenn wir den Platz einnehmen, der der unsere ist, dann entdecken wir das, was wir im Grunde sind.“ Jack Kornfield

Wo ist unser Platz? Wie nehmen wir ein, was wir noch nicht mal kennen? Bist du an deinem Platz?

Schon als Kind suchte ich nach meinem Platz; wissend, wo er in früheren Leben war, konnte ich ihn in diesem Leben nicht finden. Und das zog sich durch mein ganzes Leben. Ruhelos, ziellos, manchmal gar mutlos. Wo gehörte ich hin? Eine Zeit lang versuchte ich, einfach zu einem Menschen zu gehören. Zu einem Mann, den ich glaubte, zu lieben. Liebte er mich? Zumindest hat er es behauptet… Wie viele Jahre meines Lebens, auch als ich längst Erwachsen war, versuchte ich, der Mensch zu werden, den meine Familie haben wollte? Die Tochter, auf die meine Mutter stolz sein konnte. Die Schwester, die man sich wünschte. Zwar war ich nicht mehr ich selbst, kam aber eine Weile mit meiner Familie aus… Wie viel Zeit und Energie hab ich in meine Arbeit gesteckt? Jahre meines Lebens war sie die Liebe meines Lebens. Heute ist der Rücken kaputt und nichts geblieben, außer ein großer Reichtum an Erinnerung…

Wo gehörte ich hin? Zwar brachten meine Kinder Ruhe in mein Leben. Einfach die Sachen packen und wo anders hingehen; die Zeiten hörten damit auf. Ein leises Gefühl von „Daheim“ schlich sich ein, breitete sich aus und blieb. Aber dieses Gefühl, welches meine Sehnsucht immer weiter vorangetrieben hatte, ganz zu sein, das blieb aus. Erst Jahre später, als mein Herz sich erinnerte, meine Seele leise seufzend erwachte und mein Geist entschied, frei zu sein, erst da wurde ich ganz. Jeder Zweifel, jede Sehnsucht, jede Angst wich von mir, während ich meinen Platz einnahm in dieser Welt. Wo der ist? Wie ich ihn fand? Ich hörte auf, mir Gedanken zu machen, ob ich richtig bin, wie ich bin. Ob ich genug bin. Ob ich so sein darf. Ich hörte auf, sein zu wollen, wie ich glaubte, sein zu müssen und fing an, nur noch einem einzigen Wegweiser in diesem Leben zu folgen; meinem Herzen. Ich entschied mich, einfach nur noch zu sein; ohne Vergangenheit, ihr kein Gewicht mehr zu geben und ohne Zukunft, die ohnehin immer ungewiss bleibt. Ich bekannte mich zu mir selbst, mit all meinen Fehlern, Schatten und „Leichen im Keller“ und egal, wie verrückt es die Welt finden und wie wenig man mich verstehen würde; nichts werde ich weiter verleugnen, verscharren oder wegsperren von all dem, was mich ausmacht. Ich hab meinen Platz eingenommen und das nur, weil ich aufgehört habe, ihn zu suchen. Er hat sich mir aufgetan und ich werde einen Teufel tun, ihn je wieder zu verlassen. Und wenn du deinen Platz suchst, um ihn einzunehmen; schließ deine Augen, hör deiner Stille zu und dann folge deinem Herzen. Es kennt den Weg; nicht nur in dieser Welt, sondern auch zu dir selbst…

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