9. Juni … wer hier keinen hoch bekommt…

Das ist mal wieder einer dieser Beiträge, denen ein wenig Nachdenken vorausging; äußer ich mich dazu oder nicht? Ich muss ganz ehrlich sagen; wenn ich tatsächlich mal über etwas nachdenke, dann beschäftigt es mich, denn ich denke inzwischen über sehr wenige Dinge nach. Also werde ich hier ein paar Zeilen dazu widmen….

Schönen guten Tag Sarah Connor,

ganz schön still geworden um dich in den letzten Jahren, nicht wahr? Da sollte man schon was besonderes liefern, wenn man ein Comeback plant. Den Namen meines Sohnes – und zugleich den vieler anderer Jungen und Männer – dafür durch den Dreck zu ziehen, schien dir dafür genau richtig!

Vor zehn Jahren hab ich meinem Sohn den Namen Vincent Gabriel mit auf den Weg gegeben. „Siegender Engel“ bedeutet das. Heute, heute ist er „Vincent bekommt keinen hoch!“. Man hat es ja nicht schwer genug mit einem behinderten Kind; man muss ihm jetzt auch noch erklären, warum ihn andere Kinder jetzt mit dieser Aussage ärgern und quälen. Mein Sohn ist atypischer Autist. Äußert sich besonders dann, wenn er etwas beantworten bzw auf etwas reagieren soll, was er nicht versteht. Er kann dann nicht mehr sprechen, was ihn ganz verzweifelt macht. Meist fängt er dann an zu schreien, wird laut, hin und wieder bekommt er dann noch eine Beleidigung zustande. Und wenn man ihn dann immer noch weiter ärgert und mobbt, dann kommt er sogar manchmal an den Punkt, an dem er zuschlagen möchte. Ein großer, schwerer Kampf, ihm da Grenzen zu setzen und immer wieder versuchen, andere Wege aufzuzeigen. Ihm mit seinen 10 Jahren jetzt zu erklären, was es bedeutet, „keinen hochzukriegen“ ist da noch das kleinste Problem… Übrigens; ich bring meinen Kindern schon sehr lange bei; kriegen ist kein Tunwort bzw Verb. Krieg ist was ganz schlimmes und findet zur Zeit in Syrien statt, aber nicht in einem Satz oder gar Lied. Aber das nur am Rande…

Ich weiß, die Aufregung verstehst du nicht; ich schon. Ich bekomm sie grad jeden Tag mit, wenn mein Sohn wieder laut und wütend wird. Mobbing ist ein ernsthaftes Thema, sollte man genauso als wichtig einstufen wie Feindlichkeit gegen Homosexuelle. Ein Lied aber für Homosexuelle zu schreiben, in dem man die schönste Grundlage für Mobbing schafft, ist definitiv der falsche Weg. Noch dazu trifft es da einfach nur Menschen, die absolut nichts damit zu tun haben; sich nicht mal für den Namen selbst entschieden haben. Schade. Das Lied wäre ohne Namen sicher genauso schön geworden – ja, ich finde es wirklich schön, das Lied. Aber man hätte ohne diese eine Zeile bestimmt nicht so sehr darüber diskutiert. Hast du das wirklich nötig? Bekommst du dein Comeback anders nicht hoch?

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