21. Mai … vor sich selbst kann man nicht fliehen…

„Das Leiden beginnt sich aufzulösen, wenn wir fähig sind, den Glauben oder die Hoffnung, dass es irgendwo einen Ort gibt, an dem wir uns verstecken können, in Frage zu stellen.“ Pema Chödrön

DAS kann ich so unterschreiben; wir können uns nirgendwo verstecken, nirgendwo auf dieser Welt! Vor allem nicht vor uns selbst! Und da kann man noch so einfallsreich sein. Manche – und ich war da nicht anders – arbeiten einfach so viel, dass ihnen höchstens noch Zeit zum Schlafen bleibt; wer keine Zeit zum nachdenken hat, der wird es auch nicht müssen. Andere kümmern sich einfach nur um andere und deren Probleme, dann muss man sich wenigstens nicht um seine eigenen kümmern. Und wieder andere laufen tatsächlich weg, so weit, wie es nur geht. Zum Beispiel von München nach Brandenburg bei Berlin; zum einen, um sich nicht um sein Kind kümmern zu müssen, da es ja dadurch zu weit fort ist und zum anderen in der Hoffnung, in der Stadt mit der höchsten Arbeitslosenquote keinen Job zu bekommen, dann muss man nämlich auch keinen Unterhalt zahlen…

Es gibt viele Möglichkeiten, davonzulaufen; sogar, die, seinen Nachnamen durch Heirat zu ändern in der Hoffnung, selbst die deutschen Ämter finden einen dann nicht mehr. Zum Glück hab ich solche Dinge nur mitbekommen; ich selbst bin nur vor mir selbst davon gelaufen. Immer, wenn etwas anfing, wehzutun, hab ich mein Köfferchen gepackt und bin möglichst weit fort gegangen. Ich hab nie gelernt, mich den Dingen zu stellen. Aufgehört hab ich erst damit, als ich eines lernte; egal, warum wir weglaufen, um uns irgendwo zu verstecken – letztendlich laufen wir immer vor uns selbst davon. Erst wenn wir ehrlich zu uns selbst sind, uns unsere eigenen Fehler und Schwächen eingestehen und bereit sind, damit leben zu lernen; erst dann werden wir frei sein. Frei von allem irdischen, was uns fesselt. Frei von Schuld, frei vom Leiden. Denn wenn wir anfangen, uns dem ganzen Leben zu stellen – jedem noch so kleinem Detail, egal wie es ist – dann werden wir merken, dass wir allein für das Leid verantwortlich sind. Wir erzeugen es selbst und umso weiter wir versuchen, davon wegzukommen, umso größer wird es sein…

daisy-4213396_1920

Werbeanzeigen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s