16. Mai … und was machst du mit deiner Wut?

„In unserem gewöhnlichen Leben gibt es hinter all unserem Gerede, hinter allen Bewegungen, die wir machen, hinter all den Gedanken unseres Geistes das grundlegende Fehlen eines festen Bodens. Es ist da, ein ständiges Brodeln. Wir erfahren es in Form von Unruhe und Unbehagen. Wir erfahren es in Form von Angst. Es ruft Leidenschaft, Aggression, Unwissenheit, Eifersucht und Stolz hervor, aber wir tauchen niemals bis auf den Grund seiner Essenz hinab.“ Pema Chödrön

Da hat er mal eben geschwankt, der Boden unter meinen Füßen. Und ja, selbst ich brauch gelegentlich ein Kotzeimerchen oder einfach nur jemanden, der mir zuhört. Ein einziger kam auf die Idee, mich zu fragen, ob ich reden mag. Einer, immerhin einer, der mich scheinbar wirklich kennt. Der weiß, dass ich nie einfach so um Hilfe bitten werde oder meine Probleme irgendwo ungefragt ablade. Die halbe Nacht haben wir geredet und es tat so gut! Das sind die wahren Freunde; die. die genau wissen, wie es einem wirklich geht, selbst wenn man ihnen sagt, alles sei ok…

Der Rest fragt einen am nächsten Tag nicht mal, wie es einem denn jetzt geht. Warum auch? Viel wichtiger ist doch, dass sie einem weiter die eigenen Probleme aufschwatzen, wo sollen sie sonst auch hin damit? Diese arme, kaputte Welt möchte mich manchmal fast ankotzen. Ein Glück, komm ich an 363 Tagen im Jahr sehr gut alleine zurecht. Und selbst ein Tag, an dem mein Boden schwankt lehrt mich nur eines; mein Fundament hält. Es mag wanken, vielleicht auch beben, aber es wird halten. Dieses ständige Brodeln in mir habe ich längst besiegt und meine Unruhe gehört lange schon der Vergangenheit an. Angst kenne ich nicht; mag sein, sie wird einmal entstehen, wenn es um eines meiner Kinder geht und ich hoffe sehr, dieser Tag wird nie kommen. Und was auch immer es in mir hervorruft, wenn mein Boden bebt, ich bekomme es sehr schnell in den Griff. Nicht, weil ich auf dem Grund meiner Essenz war, sondern weil ich weiß, was sie ist. Wut. Mein halbes Leben hab ich in ihr verbracht, bis ich lernte, sie zu benutzen. Energien, die für einen arbeiten sollen, wollen genährt werden. Nichts eignet sich dafür besser als Wut. Letztendlich ist jeder, der mich wütend macht, ein Narr. Ein Narr, der nährt, was mich stark macht. Also, um mir selbst treu zu bleiben und auch das positiv zu nehmen; lieben Dank für den Bodencheck und reichlich Futter für meine Energien. Keine Sorge, ich werde mich erkenntlich zeigen… 😉

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