6. Mai … schenkt euch Zeit!

So doof dieses windige und sehr kalte Wochenende war, so schön war es. Wir haben viel gekuschelt – zumindest der Kleine und ich – , viel gespielt, rumgealbert, gelacht, zusammen gekocht. Wirklich viel Zeit miteinander verbracht; notgedrungen daheim, aber jede Zeit, die man intensiv miteinander verbringt, ist wertvolle Zeit. Zwar bin ich mit dem Großen hin und wieder aneinander geraten; dieses aufeinander hocken ist auf Dauer für ihn Gift, aber wir haben immer einen Weg gefunden, da friedlich rauszukommen. Reden hilft! – das versuche ich ihm auch immer wieder klarzumachen. Was logisch klingt, ist für manchen Erwachsenen noch eine kleine Herausforderung; einfach reden zu können, über alles. Für meinen Großen ein manchmal unüberwindbares Hindernis. Wenn bei ihm nichts mehr geht, er nicht weiter weiß oder etwas definitiv nicht in seinen Kram passt, dann brüllt er. Laut und wütend. Und damit auch jeder begreift, dass bei ihm das Maß voll ist, fliegt dann oft demonstrativ noch irgendwas durch die Luft. Ja, wir haben verstanden, Großer, Eichstrich erreicht!

Die Ereignisse in letzter Zeit zeigen mir sehr deutlich, wie wichtig es ist, Zeit miteinander zu verbringen. Sie nicht einfach verschwenden, irgendwie rumbringen, sondern intensiv nutzen; und wenn es nur dafür ist, eine herzhafte Kissenschlacht zu veranstalten, bei der man ganz viel lacht. Wie schnell werden Kinder groß? Wie schnell kann ein Moment das Leben verändern und nichts ist mehr, wie es vorher war? Und manchmal kommt auch einfach nur der Moment, in dem man feststellt; man hat sich nichts mehr zu sagen, die gemeinsame Zeit ist wohl vorbei. Wir haben gelebt, wenn wir Erinnerungen geschaffen haben, die wir tief in unser Herz verfrachten, um sie dort immer wieder abrufen zu können. Mit einem Schmunzeln oder Lächeln auf den Lippen, manchmal mit einem leisen Kichern. Zeit ist so wertvoll, nicht nur die, die wir noch – in ungewissem Maße vor uns haben – sondern auch die, in der wir – vermeintlich – gelebt haben. In meine Spiel auf Konsole gibt es die Funktion, nachzusehen, wie lange man womit verbracht hat; in Deckung, am Boden, kampfunfähig, in gewissen Zonen… Manchmal bin ich froh, gibt es das nicht im wahren Leben; wer möchte schon wissen, womit er am meisten seine Lebenszeit verschwendet hat? Denn am Ende zählt, wie oft wir gelacht haben; den einen wunderbaren Moment erlebt haben, in dem für den Augenblick alles perfekt erschien; wann wir tiefsten Dank empfinden durften für erkanntes Glück; wie intensiv wir das Leben geatmet haben, wenn es am schönsten war…

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