3. Mai … verlier dein Herz nicht, während du stark wirst!

“ Wir müssen stark werden, ohne je unsere Zärtlichkeit zu verlieren.“ Che Guevara

Manchmal stolper ich über Zitate und denke mir; DANKE! Genau so! Genau das denke ich auch, ich hab nur noch nach den richtigen Worten gesucht…

Als ich das erste mal stark werden wollte, war ich noch ein Kind. Ich zerbrach damals an mir selbst; ich konnte diesen kleinen Menschen, der in mir wohnte, einfach nicht verstehen. Meine Erinnerungen an frühere Leben, meine Gewissheit, falsch in meiner eigenen Familie zu sein; nicht wirklich zu denen zu gehören. Und immer wieder diese Visionen und Träume. Ich konnte förmlich spüren, wie ich daran zu zerbrechen drohte. Und was mir noch mehr zusetzte; ich hatte schnell gelernt, zu schweigen. Ich wollte nicht verrückt sein, so wie mich alle empfanden, ich wollte verstanden werden…

Für meine erste Liebe wurde ich besonders stark; glaubte ich zumindest. Heute würde ich sagen, ich gab mich für ihn auf. Jeden Schmerz, jede Träne, jede Verletzung trug ich schweigend, nahm ich hin. Vor allem seelisch hat er mich oft zutiefst verletzt. Oder ich mich selbst, indem ich es mit mir machen ließ…

Mein ganzes Leben lang wollte ich nur stark werden ; stärker als jede Angst, jeder Schmerz, jedes Versagen. Irgendwann war in mir drin eine so angespannte Härte, dass ich manchmal vor mir selber erschrecken musste. War das ich? Dieses kalte, gefühlslose Wesen? Es gab Zeiten – und das wird jetzt ein wüstes Geständnis – da habe ich Gore – Bilder gesucht, nur um irgendeine Reaktion in mir zu finden. Null. Nichts. Ich konnte nicht weinen, fühlen oder gar mitfühlen. Nur noch leer und kalt war ich, aber selbst diese Kälte spürte ich damals nicht mehr. Erst als ich einfach nur noch sterben wollte und zum ersten mal wieder etwas spüren konnte, wurde mir all das klar; während ich stark werden wollte, bin ich innerlich gestorben. Ich war nicht gewachsen und dabei stark geworden, nein ich hatte mich nur so lange ausgehöhlt, bis nichts mehr blieb, was weh tun konnte…

Erst als ich beschlossen habe, um nichts mehr kämpfen zu müssen, hörte ich auch auf, zu glauben, immer stark sein zu müssen. Und seither bin ich einfach nicht mehr schwach…

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2 Kommentare zu „3. Mai … verlier dein Herz nicht, während du stark wirst!

  1. Ohhh wie wunderbar du das in Worte gebracht hast! 🙂
    Diese Geschichte kenne ich doch selber sooo gut.
    Immer Stark sein zu wollen. Am besten nie hilfe annehmen.
    Ich bin damals erst an meiner Stärke zerbrochen, als ich unbedingt zur Army wollte und feststellen musste, dass ich all den Druck gar nicht aushalte, weil es so viele Erinnerungen weckt/(gerade an Zeiten, als ich noch schwach war).
    Nach dieser Zeit bin ich so abgestürzt und musste (zum erstenmal Therapeutische Hilfe annehmen, was für mich früher ein No-Go war). Doch gerade dadurch lernte ich, dass ich „Jetzt gerade schwach bin“ und es „in Ordnung ist, Hilfe anzunehmen“.
    Das hat mich alles wieder mehr zu mir selbst gebracht.

    Ja ganz oft verliert man sein Herz dabei, weil man denkt ‚Gefühle zeigen bedeutet Schwäche‘ – aber ist in einer Welt, in der jeder seine Gefühle versteckt, aus Angst verletzt zu werden – seine Gefühle anderen mitzuteilen NICHT GENAU DAS EINE STÄRKE? 🙂

    ~Ceyes.

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